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Dritter Ökumenischer Kirchentag - Gemeinsam am Tisch des Herrn

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Auf dem dritten Ökumenischen Kirchentag werden evangelische und römisch-katholische Christ*innen in der Kirche Riedberg gemeinsam Abendmahl und im Kaiserdom die Eucharistie feiern.

Über den Dächern von Frankfurt am Main ist der Ökumenische Kirchentag eröffnet worden - Mit einem Gottesdienst auf dem Dach eines Parkhauses. Der Kirchentag findet zumeist digital statt.

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Warum können evangelische und katholische Christ*innen nicht in einem gemeinsamen Gottesdienst zusammen das Abendmahl oder die Eucharistie feiern? Das ist eine Frage, die schon auf den letzten Ökumenischen Kirchentagen immer wieder in den Fokus rückte.

Wegen Abendmahl von Kirche suspendiert

Beim ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin (2003) hatte der römisch- katholische Priester Bernhard Kroll in der evangelischen Gethsemane Kirche am Rande des Kirchentages inoffiziell gemeinsam mit einem evangelischen Pfarrer Brot und Wein ausgeteilt. Er wurde daraufhin von seiner Kirche suspendiert, was zu großen Protesten in der Gemeinde führte.

Beim zweiten Ökumenischen Kirchentag in München (2010) provozierte der bereits suspendierte Georg Hasenhüttl, indem er in einem Hörsaal der Universität in München im priesterlichen Ornat wiederum mit einem evangelischen Pfarrer "unerlaubterweise" die Hostie austeilte.

Auch das löste bei der römisch- katholischen Kirchenleitung Empörung und Zurechtweisung aus.

Der Ökumenische Kirchentag 2021 ist digital und dezentral, kein Großereignis. Wie müssen sich die Kirchen verändern, um in der Welt von morgen zu bestehen?

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In Frankfurt erstmal gemeinsames Heiliges Mahl

Auf dem dritten Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt soll es jetzt einen neuen, offiziellen Anlauf in dieser Frage geben. So wird es am Samstag, (15.5. 2021) um 19 Uhr in der evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt-Riedberg und im Frankfurter Kaiserdom zeitgleich und erstmalig dazu kommen, dass evangelische und römisch- katholische Christ*innen in dem jeweiligen Gotteshaus gemeinsam das Heilige Mahl einnehmen können. [Hier der Link zum Kirchentag]

Unter dem Motto "Liebe gewinnt" wurden rund 100 Segnungs-Gottesdienste für homosexuelle Paare abgehalten. Eine Aktion, die sich gegen das Verbot des Vatikans stellt.

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Bei der Messe im Kaiserdom werden der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, und die Präsidentin des Ökumenischen Kirchentages, Bettina Limperg, an der Eucharistiefeier teilnehmen. Und der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt-Riedberg werden der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, mit dem Vorsitzenden des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Prof. Dr. Thomas Sternberg, das Abendmahl einnehmen.

Studie begründet Gemeinsamkeiten

Ein Ökumenischer Arbeitskreis von evangelischen und katholischen Theologen (ÖAK) hatte bereits vor zwei Jahren die Studie "Gemeinsam am Tisch des Herrn" vorgelegt, die eine wechselseitige Teilnahme an Eucharistie und Abendmahl theologisch dadurch begründete, dass die Mahlfeier als Feier der Getauften und der Einladung durch Christus zu verstehen ist.

Damit wird die Einsetzung des Heiligen Abendmahls durch Jesus am Abend vor seiner Gefangenschaft und Kreuzigung zum Ausgangspunkt der gemeinsamen theologischen Überlegungen.

Keine gemeinsame Feier in Frankfurt

Eine gemeinsame Feier des Abendmahls bzw. der Eucharistie im wirklichen Sinn wird es in Frankfurt jedoch nicht geben, wonach Geistliche beider Kirchen gleichberechtigt die Feier gestalten.

Das würde nämlich voraussetzen, dass beide Kirchen ihre geistlichen Ämter wechselseitig anerkennen. Bisher erkennt die römisch- katholische Kirche die Leitungsämter der evangelischen Kirche nicht an. Auch in der Frage der Frauenordination ist bisher noch kein Konsens gefunden worden.

Aus Sicht des Vatikans kann es bei den ökumenischen Gottesdiensten in Frankfurt deshalb auch nicht um eine versteckte Interzelebration oder Interkommunion gehen. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Gewissensentscheidung, die jeder und jede für sich treffen sollte. Es geht um das persönliche "Ja" zu dem, was die Kirche feiert, an deren Mahlfeier man teilnimmt. Darin stimmen beide Kirchen überein.

Weg in Richtung Gemeinsamkeit

Trotz vieler offenen Fragen im theologischen Diskurs ist die wechselseitige Einladung und Teilnahme auf dem dritten Ökumenischen Kirchentag ein ökumenisch wichtiger Schritt, auf den viele Christ*innen gewartet haben. Für viele konfessionsverschiedenen Familien kann er zur Ermutigung werden, auch in Zukunft zusammen das Heilige Mahl zu feiern - wenn dies auch in Ausnahmefällen bereits in einigen Gemeinden schon geschehen ist.

Die ökumenischen Gottesdienste auf dem dritten Ökumenischen Kirchentag stehen dafür, dass der Weg der beiden großen christlichen Kirchen in Richtung Gemeinsamkeit geht.

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