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Vorurteile abbauen - Zum 25. Mal öffnen Moscheen ihre Türen

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Zum 25. Mal laden Muslime in Deutschland heute zum "Tag der offenen Moschee" ein. Die Verbände werten das Jubiläum zwar als Erfolg, doch es gibt auch Probleme.

Um in einen besseren Dialog einzutreten, haben muslimische Verbände am Tag der Deutschen Einheit zum Tag der offenen Moschee eingeladen. Rund tausend Gemeinden beteiligen sich.

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Wie an jedem 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, laden heute rund 1.000 muslimische Gemeinden wieder dazu ein, schon zum 25. Mal. "25 Jahre TOM: Moscheen gestern und heute" lautet das Motto.

Jährlich begrüßen Moscheen etwa 100.000 Gäste

Beim Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM), der den Tag als Dachverband sechs großer Islamverbände organisiert, ist man froh über das Jubiläum. Seit 1997 erreiche man jährlich rund 100.000 Gäste mit Führungen, Teerunden und Gesprächen, berichtet Ali Mete, Mitglied der TOM-AG.

Ängste und Voruteile gegenüber Muslimen abbauen

Es gehe um Begegnung und den Abbau von Ängsten und Vorurteilen in der Gesellschaft. Das Interesse an Information sei über die Jahre gewachsen. "Das gilt auch für das Bewusstsein in unseren Gemeinden, dass wir uns stärker öffnen müssen", sagt Mete.

Der islamische Reformtheologe Mouhanad Khorchide hält den Moscheetag für ein gesellschaftliches Signal, warnt aber vor Illusionen: "Die Verbände haben als Datum den deutschen Nationalfeiertag gewählt, um ihre Beteiligung an diesem Land zu betonen. Doch solange die meisten Imame aus dem Ausland kommen und nichtmal die deutsche Sprache beherrschen, geschweige mit der Lebenswirklichkeit der Menschen in Deutschland vertraut sind, hat das etwas von Inszenierung", meint der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Uni Münster.

Es fehlen deutschsprachige Theologen

Die Abnabelung von Verbänden wie der türkischen Ditib vom politischen und finanziellen Einfluss der Herkunftsstaaten komme nicht voran und Theologen aus deutschen Universitäten, die ein zeitgemäßes, an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiertes Islamverständnis vermitteln, sollten eine leichtere Anstellungsmöglichkeiten als Imame finden. Der Ruf des Islam in Deutschland macht Khorchide Sorge.

Alle Umfragen zeigen, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung den Islam als Bedrohung sieht. Man verbindet damit vor allem Gewalt, Intoleranz und Frauenunterdrückung.
Mouhanad Khorchide, islamischer Reformtheologe

Daran ändere auch der Tag der offenen Moschee nichts, denn Islamgegner erreiche man damit nicht. Khorchide wirbt für einen jährlichen "Islamtag", ähnlich den Kirchen- oder Katholikentagen. "Da müssten dann alle Reizthemen auf den Tisch. In offenen Diskussionsrunden und auf Podien. Vertrauen entsteht nur durch ehrlichen Dialog."

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Muslime zunehmend in Deutschland verwurzelt

Ali Mete wirbt für Geduld. Als Mitglied des "Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland" und Mitarbeiter der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs steht er für den traditionellen Islam türkischer Prägung. "Die Beheimatung der Muslime in Deutschland ist
ein innerislamischer Prozess, der vorankommt. Ich wünsche mir mehr Wohlwollen und Geduld von allen Seiten."

Viele Muslime, vor allem Türkeistämmige, fühlten sich der Heimat ihrer Vorfahren oft nicht mehr nahe und stärker in Deutschland verwurzelt. Der Trend sei deutlich:

Muslime befinden sich im Prozess einer neuen Beheimatung.
Ali Mete, Mitglied der TOM-AG

Auch der Reformtheologe Khorchide sieht Fortschritte. Die Sicht auf den Islam sei in den vergangenen 25 Jahren differenzierter geworden.

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