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Sportlerin sagt Olympia ab - Wenn Leistungsdruck Träume platzen lässt

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Die Olympischen Spiele 2021 waren ihr großer Traum - doch Pamela Dutkiewicz-Emmerich wird nicht in Tokio dabei sein. Eine Geschichte über Leistungssport und seine Schattenseiten.

Olympia pack ich nicht! Pamela Dutkiewicz-Emmerichs Traum ist geplatzt.

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21 min
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Pamela Dutkiewicz-Emmerich wird bei Olympia 2021 in Tokio nicht dabei sein. Die erfolgreiche 100-Meter-Hürdensprinterin hat die Saison für dieses Jahr beendet. Der Grund: Verletzungen und unfassbarer mentaler Druck.

"Ich habe in meiner Sportlerkarriere schon ganz viele Rückschläge erlebt und weiß, wie man mit Durststrecken umgeht. Aber das war einfach nur noch ein Kampf", erzählt sie in einem persönlichen Video auf Instagram. Dass sie es nicht zu Olympia geschafft hat, sei für sie eine Mischung aus Aufgeben und Enttäuschung gewesen - aber auch eine Erleichterung. Denn:

Ich hatte gar keine Zeit des Aufatmens.
Pamela Dutkiewicz-Emmerich

Leistungsdruck hat viele Facetten

Leistungsdruck kann sich ganz unterschiedlich äußern, erklärt die Hürdensprinterin im Gespräch mit ZoomIN Redakteurin Maral Bazargani, die selbst einmal Leistungssportlerin war und mit Pamela befreundet ist. Durch den Druck würden unter anderem Blockaden entstehen, sagt Pamela. "Ich habe plötzlich keinen Zugriff mehr auf meine körperliche Bewegung gehabt."

Hinzu kommt: Je erfolgreicher sie wurde, umso mehr stieg der Druck. Denn nicht nur ihre Erwartungshaltung an sich selbst sei höher geworden - sondern auch die der anderen.
[Die gesamte ZDFzoom-Doku zu Dutkiewicz-Emmerichs Geschichte sehen oben im Video.]

Dieses Phänomen sei nicht selten, sagt Sportpsychologin Marion Sulprizio von der Sporthochschule Köln. Häufig seien Sportler*innen zu aufgeregt und zu nervös - das würde die Leistung dann negativ beeinträchtigen.

Problematisches Essverhalten als Folge von Druck

Eine weitere Facette des Leistungsdrucks sei ein gestörtes Essverhalten. Expert*innen rechnen alleine bei Athletinnen, die unter einem gestörten Essverhalten leiden, mit einem Anteil von 45 Prozent - der Anteil bei Athleten wird auf 19 Prozent geschätzt.

Auch Pamela musste diese Erfahrung machen. "Mir wurde von meinem Trainer signalisiert: 'Das ist zu viel'", sagt sie mit Blick auf Bilder von ihrem Körper aus ihrer Jugend. Die Folge: Mehrere Jahre probierte sie verschiedene Methoden aus, um Körpergewicht zu verlieren. Was ihr jedoch fehlte, war Energie. Neben dieser Trainingsleistung den Körper auf ein Minimum zu bringen, sei "maximaler Druck" gewesen, so die Sportlerin.

Leistungsdruck ist oft Tabu-Thema

Leistungsdruck und seine Folgen sind natürlich keine Seltenheit im Spitzensport - aber eine Schattenseite, über die immer noch zu selten gesprochen wird. Denn es gibt nicht nur Erfolgsmomente, Siege und Triumphe - sondern auch Zweifel und Ängste, denen die Athlet*innen ständig ausgesetzt sind.

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