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Warum die Suche nach Yves R. so lange dauert

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Flucht im Wald von Oppenau - Warum die Suche nach Yves R. so lange dauert

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Seit Montag läuft im Wald nahe Oppenau die vergebliche Suche nach dem bewaffneten Yves R. Dass sie so lange dauert, liegt auch an der Sorge der Sicherheitskräfte vor Sprengfallen.

Fahrzeuge der Polizei fahren durch den Wald in der Nähe von Oppenau am 13.07.2020
Noch immer sucht die Polizei nach einem bewaffneten Mann in Oppenau.
Quelle: dpa

Seit Montag fehlt vom Flüchtigen Yves R. in Oppenau in Baden-Württemberg jede Spur. Ein Großaufgebot der Polizei hatte ein 8,5 Quadratkilometer großes Waldgebiet tagelang durchkämmt. Auch Höhlen und Bunkeranlagen befinden sich dort.

Die Zahl der Beamten im Einsatz wurde jedoch inzwischen auf rund 200 reduziert, der Schwerpunkt der Maßnahmen auf gezielte Suchmaßnahmen von Spezialkräften verlagert. Mehr als 270 Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten von R. seien inzwischen eingegangen.

"Die Polizei sucht nun nicht mehr großräumig, sondern geht den Hinweisen nach", so ZDF-Reporter Andy Jany über den Großeinsatz in Oppenau. Der bewaffnete Mann sei weiterhin auf der Flucht.

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Seit Monaten ohne festen Wohnsitz

Das unwegsame Gelände macht die Suche dabei besonders aufwändig. Nach Agenturberichten greift die Polizei auch auf das Wissen von Überlebensexperten und örtlichen Förstern zurück. 300 Höhenmeter und zahlreiche Steilhänge erschweren die Suche im Schwarzwald.

Der flüchtige 31-jährige hatte seit Ende 2019 bereits keinen festen Wohnsitz mehr und hielt sich schwerpunktmäßig in einer Laube in dem Waldgebiet auf. Nach Angaben von R.s Mutter in der "Mittelbadischen Presse" habe er dort Gemüse angebaut.

Sorge vor Fallen und Hinterhalten

Die Suche wird auch durch die Sorge davor verlangsamt, vom Flüchtigen in einen Hinterhalt gelockt zu werden:

Es ist von einer gewissen Gefahrenlage auszugehen. Wir wissen, dass er bereits mit Sprengstoff experimentiert hat.
Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg

"Deshalb werden erhöhte Eigensicherungsmaßnahmen angewandt und Spezialkräfte bei der Suche eingesetzt. Sie sind geschult in solchen Situationen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg ZDFheute. All das habe einen Einfluss auf die Dauer der Suche.

"Der Wald ist schlicht sein Wohnzimmer", sagte der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter bereits am Dienstag. Man stelle sich auf "eine vermutlich lange Suche" nach dem Flüchtigen ein. Gegenüber dem Nachrichtenportal "t-online.de" warnte das Amt für Waldwirtschaft in Offenburg Anwohner und Touristen davor, den Wald aufzusuchen: "Die Leute kommen und machen Fotos im Wald." Das erschwere die Arbeit der Polizei.

Unklarheit über extremistischen Hintergrund des Flüchtigen

Ein zwischenzeitlich gefundenes "Manifest" sei zwar vom Flüchtigen ausgelegt, aber nicht von ihm verfasst worden. Es spiele bei den Ermittlungen keinerlei Rolle, so ein Polizeisprecher.

R. wurde in der Vergangenheit mehrfach wegen verschiedener, teils gewalttätiger Verbrechen verurteilt, darunter auch wegen Volksverhetzung im Alter von 15 Jahren. Gesicherte Erkenntnisse über einen aktuellen politisch-extremistischen Hintergrund gibt es laut Staatsanwaltschaft bislang aber nicht.

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