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Februar startet stürmisch - Warnung vor Orkan über Süddeutschland

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Gleich zum Februar-Auftakt wird es wild: Über Süddeutschland könnte es heute Nacht zu einem kräftigen Orkan kommen - und der Regen könnte langfristige Folgen haben.

Archiv: Ein Windsack steht fast horizontal in der Luft und zeigt den recht starken Wind an.
Tief "Petra" bringt starke Windböen, teils mit Orkanstärke, nach Süddeutschland.
Quelle: DPA

Am Montagabend entwickelt sich über Nordfrankreich das Tief "Petra", das sich auf den Wetterkarten zunächst recht unscheinbar darstellt. Rasch verstärkt es sich jedoch und zieht mit ordentlicher Geschwindigkeit ostwärts.

Gegen Mitternacht erreicht der Kern des Schnellläufers die Eifel, am Dienstagmorgen liegt er bereits über Tschechien. Das Windfeld südlich dieser Linie hat es in sich: In den Hochlagen des Schwarzwalds treten mit Durchgang der Kaltfront von "Petra" gegen Mitternacht Spitzenböen von über 100 Kilometern pro Stunde auf, zwei Stunden später auf den Berggipfeln im Alpenvorland und in den Alpen Böen dürften es um 130 Kilometer pro Stunde sein. Das bedeutet volle Orkanstärke.

Wetterkarte: Orkantief über Süddeutschland.
Regen (blau), Schnee (weiß) und Sturmfeld in der Nacht zum Dienstag. Insbesondere im Alpenvorland ist mit Orkanböen zu rechnen.
Quelle: ZDF

In Schwaben und Oberbayern erreicht der Sturm seinen Höhepunkt

Aber auch in tieferen Lagen reicht es für Windstärke 10 bis 12, also Windgeschwindigkeiten zwischen 90 und 120 Kilometern pro Stunde. Auch betroffen sind Städte wie München und Augsburg. Mit dem Höhepunkt der Sturmlage ist etwa gegen 4 Uhr morgens in Schwaben und Oberbayern zu rechnen. Der genaue Zeitpunkt wird von verschiedenen Wettermodellen leicht unterschiedlich angegeben.

Gefahr droht nicht nur durch den Wind direkt: Weil es in den Stunden zuvor in den betroffenen Gebieten anhaltend geregnet hat, ist der Boden tief durchnässt. Dadurch finden die Wurzeln der Bäume weniger Halt. Nicht wenige werden umstürzen, einige sicher auf Straßen und Eisenbahnstrecken. Dann besteht Lebensgefahr. 

Der Deutsche Wetterdienst warnt in der Zeit von 22 Uhr am Montag Abend bis 9 Uhr am Dienstagmorgen vor verbreitet auftretenden Unwetterereignissen. Wenn es irgend möglich ist, sollte man in dieser Zeit in den betroffenen Gebieten feste Gebäude nicht verlassen.

Tief "Petra" zieht schnell weiter

So schnell "Petra" uns erreicht, so schnell verlässt das Tief uns auch. Schon Dienstagmittag liegt das Starkwindfeld im Bereich des Dreiländerecks Tschechien, Österreich, Slowakei. In Deutschland bleibt es windig, allzu große Gefahr droht dann von bewegter Luft aber nicht mehr.

Der Fokus liegt nach den ergiebigen Regenfällen vielmehr auf der Hochwassersituation. Eine nachhaltende Wirkung hat "Petra" aber doch: Die Luftströmung dreht mit Durchgang des Sturmfelds auf Nordwest. 

Es kommt also deutlich kältere Luft zu uns, oberhalb von etwa 400 Metern Seehöhe geht der Regen in Schnee über. Insbesondere im Nordstau der Berge ist mit erheblichen Neuschneemengen zu rechnen, die Lawinengefahr in den Alpen bleibt erheblich.

Dieter Bayer ist Diplommeteorologe in der ZDF-Wetterredaktion.

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