ZDFheute

Virus behindert Kampf gegen Heuschreckenplage

Sie sind hier:

Covid-19 in Ostafrika - Virus behindert Kampf gegen Heuschreckenplage

Datum:

Bereits vor einigen Wochen haben Heuschrecken in Ostafrika riesige Flächen kahl gefressen. Nun droht eine zweite Plage-Welle, doch die Corona-Krise erschwert die Bekämpfung.

Wüstenheuschrecken schwärmen um einen Baum in Kipsing, Kenia.
Im Januar erlebte Ostafrika die verheerendste Heuschreckenplage in 70 Jahren. Nun droht eine zweite Welle von noch gefräßigeren Insekten.
Quelle: dpa

Vor einigen Wochen haben Heuschrecken in der verheerendsten Insekten-Invasion in 70 Jahren bereits riesige Flächen in Ostafrika kahl gefressen. Nun droht eine zweite Welle und die frisch geschlüpften Tiere sind noch gefräßiger als ihre Vorgänger.

Doch Ausgangssperren zur Bekämpfung der globalen Coronavirus-Pandemie bedeuten, dass Millionen Menschen in Afrikas ländlichen Regionen sich nun noch schlechter gegen die hungrigen Wüstenheuschrecken wehren können.

Wegen Corona: Nachschubprobleme bei Pestiziden

Die Welternährungsorganisation FAO warnte bereits vor den Auswirkungen der Corona-Krise auf den Kampf gegen die Heuschreckenplage im Osten Afrikas. Weil Frachtflüge reduziert seien, gebe es Nachschubprobleme bei Pestiziden, teilte die UN-Organisation in Rom mit.

Laut Experten könnte die zweite Welle der Plage zwanzigmal größer ausfallen als die erste. Milliardenfach nähern sich derzeit junge Wüstenheuschrecken aus den Brutgebieten in Somalia. In Uganda, Dschibuti, Eritrea, Tansania und dem Kongo sind bereits Schwärme gesichtet worden.

Archiv: Ein Mann kämpft sich durch einen Heuschreckenschwarm in Kenia.

Entwicklungshilfeminister -
Müller mahnt stärkeren Kampf gegen Heuschrecken an
 

Heuschreckenschwärme biblischen Ausmaßes ziehen seit Wochen über Afrika und fressen alles kahl. Neue Hungersnöte drohen. Die Entwicklungshilfe ist alarmiert.

Gemeinsamer Kampf gegen Heuschrecken wegen Coronavirus-Gefahr schwierig

In Ländern wie Kenia, Äthiopien oder dem Südsudan trifft die Plage vor allem diejenigen, die ohnehin besonders gefährdet sind: Menschen, die von den spärlichen Erträgen ihrer Felder leben und für die ein Ernteausfall oft gleichbedeutend mit Hunger ist.

Aktuell kommt noch ein weiteres Risiko hinzu: Sollten sich Menschen versammeln, um gemeinsam gegen die Heuschrecken anzukämpfen, könnte sich auch unter ihnen das Coronavirus ausbreiten.

FAO hofft auf finanzielle Hilfen gegen Heuschrecken-Plage

Die FAO hat die Heuschrecken-Plage als "eine beispiellose Bedrohung" bezeichnet. Um der Krise etwas entgegensetzen zu können, bitten die Vereinten Nationen um zusätzliche Finanzmittel. Da bevorstehende Regenfälle die Zahl der Heuschrecken weiter erhöhen könnten, sei sofortiges Handeln gefragt, heißt es.

Entwicklungsminister Gerd Müller. Archivbild

Corona-Pandemie -
Minister Müller fürchtet Eskalation in Afrika
 

Das Coronavirus breitet sich auch in Afrika aus. Entwicklungsminister Müller befürchtet eine Verschlimmerung der Konflikte und neue Flüchtlingsströme.

Insgesamt hofft die FAO auf Hilfen in Höhe von 153 Millionen Dollar (140 Millionen Euro). Bisher wurden der Organisation immerhin 111 Millionen Dollar überwiesen oder zugesagt. Die einzige effektive Bekämpfungsmethode ist der Einsatz von Sprühflugzeugen zur weitflächigen Verbreitung von Pestiziden.

Coronavirus hindert Pestizid-Importe

Nach Angaben des ugandischen Agrarministers war es den Behörden wegen Störungen im internationalen Warenverkehr bisher auch nicht möglich, ausreichende Mengen der Pestizide aus Japan zu importieren.

Ich denke, wegen der anderen Dinge, die gerade in der Welt los sind, vergessen die Menschen leider das Problem mit den Heuschrecken.

Das sagte der Bauer George Dodds der FAO. "Aber dies ist ein sehr, sehr großes Problem."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.