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Interview

Weltklimakonferenz in Glasgow - Otto: "Deutschland war sehr unsichtbar"

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Die Klimatologin Friederike Otto wünscht sich von Deutschland eine größere Führungsrolle im Kampf gegen Klimawandel. Das sagte sie im Interview mit dem ZDF heute journal update.

Die Klimaforscherin Friederike Otto sagt zu den bisherigen Ergebnissen der UN-Klimakonferenz: "Zielvereinbarungen sind noch keine Umsetzung". Von der EU und von Deutschland hätte sie sich "deutlich mehr Verantwortungsübernahme" gewünscht.

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Friederike Otto vom Imperial College in London hat den aktuellen Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC mitgeschrieben und wird vom Time -Magazine zu den 100 einflussreichsten Personen dieses Jahres gezählt. Im Interview mit dem ZDF heute journal update hat die Klimatologin Deutschlands Rolle auf der Weltklimakonferenz in Glasgow kritisiert. Das sagte Otto zu ...

... der Bewertung der Weltklimakonferenz:

"Die COP alleine wird sicherlich nicht die Welt auf einen 1,5-Grad-Pfad bringen - das kann sie auch nicht. Aber die Verhandlungen haben schon in die richtige Richtung geschubst, also zum Beispiel Zusagen zum Net-Zero-Ziel von Indien sind ein wichtiges Signal.

Es gibt auch ein ganz wichtiges Ziel, das also tatsächlich als Entscheidung im Entwurfstext drinsteht: Dass Loss und Damage, also Schäden und Verluste, die bereits erlitten werden und erlitten wurden, vor allem eben von den Entwicklungsländern, dass die finanziell und auch technisch unterstützt werden.

Ich denke schon, das ist kein totaler Misserfolg, wenn das drinbleibt. Und auch steht zum allerersten Mal drin, das tatsächlich Subventionen von fossilen Brennstoffen auslaufen sollen, was auch wirklich ein ganz wichtiges Signal wäre und die Welt eben in die richtige Richtung schubsen würde."

Antonio Guterres spricht auf der COP26 in Glasgow

Strittige Punkte - Womit die Weltklimakonferenz noch ringt 

Die Weltklimakonferenz geht in die Verlängerung. Vor allem ärmere Staaten fordern verbindliche Zusagen der Industrienationen. Kritik gibt es auch an einem Appell zum Kohleausstieg.

... zur Rolle Deutschlands auf der Konferenz in Glasgow:

"Ich habe nirgendwo gesehen, dass Deutschland eine Führungsrolle übernommen hätte, dass Deutschland sich irgendwie bemerkbar gemacht hätte. Und auch die EU hat sich bisher sehr zurückgehalten. Gerade auch was Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen angeht, hätte ich mir deutlich mehr Verantwortungsübernahme von der EU, von Deutschland gewünscht. Man kann hoffen, dass das vielleicht jetzt in den nächsten Stunden und Tagen noch etwas besser passiert, zumindest von der EU."

Aber Deutschland war sehr unsichtbar.    
Friederike Otto

Heute ist offiziell der letzte Tag der Klimakonferenz in Glasgow. ZDF-Umweltexperte Volker Angres zieht eine vorläufige Bilanz zu den Verhandlungen.

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... wie Deutschland international agieren sollte:

"Also ich denke das Wichtigste, was die neue Regierung machen muss, ist also, sich wirklich ernsthaft als eine Art Nation zu verstehen, die führend in Sachen Klimaschutz sein will und dann eben auch in solchen Verhandlungen Führungsrollen übernehmen wird, und eben nicht einfach wartet, bis andere Staaten Entscheidungen treffen und dann mitrennt oder eben auch nicht, sondern eine Führungsrolle übernimmt.

Das ist nicht nur wichtig, weil es das Bundesverfassungsgericht der deutschen Regierung vorgeschrieben hat, denn es steht im Pariser Abkommen, dass die hoch entwickelten Länder wie Deutschland vorangehen. Und das ist legal bindend in Deutschland, was das Verfassungsgericht im April festgestellt hat. Aber es ist auch wirtschaftlich und im außenpolitischen deutschen Interesse, da voranzugehen.

Denn im Moment ist es so, dass tatsächlich die Wirtschaft, die Finanzwirtschaft schneller ist, als es die internationalen Staaten und Regeln festlegen und eben aus fossiler Energie aussteigen. Und wenn Deutschland da nicht hinterherrennen und verlieren will, dann müssen sie eine Führungsrolle übernehmen."

Sehen Sie das Interview in voller Länge oben im Video.

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