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Oxfam-Bericht - "Moderne Sklaverei" in globalen Lieferketten

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Oxfam hat die "Ausbeutung" im globalen Lebensmittelhandel kritisiert. Supermärkte erzielten in der Pandemie einen Umsatzboom, auf Plantagen schufteten Arbeiter zu Hungerlöhnen.

Teepflücker*innen beim Ernten auf einer Teeplantage in Indien. Teepflücker*innen in Indien verdienen laut Oxfam weniger als zwei Euro pro Tag.
Teepflückerinnen in Indien verdienen laut Oxfam weniger als zwei Euro pro Tag.
Quelle: Reuters (Archiv)

Laut der Entwicklungsorganisation Oxfam hat die Corona-Pandemie die globale Ungleichheit im Lebensmittelhandel verschärft. Die Arbeits- und Lohnbedingungen in den globalen Lieferketten der Lebensmittelproduktion werden als "moderne Sklaverei" kritisiert.

Deutsche Supermärkte und Discounter wie Lidl, Aldi, Edeka und Rewe hätten im vergangenen Jahr einen "Umsatzboom" erlebt, erklärte die Entwicklungsorganisation bei der Vorstellung einer Studie unter dem Titel "Pandemie-Profiteure und Virus-Verlierer*innen".

Unzureichender Schutz gegen Corona

Gleichzeitig hätten viele Produzenten in ärmeren Ländern ihren Job verloren oder seien nur unzureichend vor Corona geschützt. Oxfam fordert Änderungen im System. Tim Zahn, Experte für Wirtschaft und Menschenrechte, sagte:

Während die Supermarktketten Kasse machten, kämpfen die Arbeiter und Arbeiterinnen, die unser Essen herstellen, um ihre Existenz
Tim Zahn, Experte für Wirtschaft und Menschenrechte

Für den Bericht untersuchte Oxfam die Arbeitsbedingungen auf Teeplantagen im indischen Assam, auf brasilianischen Kaffeeplantagen sowie auf Traubenfeldern in Südafrika und in der Fischereiindustrie in Thailand.

Die Organisation Oxfam warnte schon im Januar vor einer Verschärfung der weltweiten sozialen Ungleichheit durch die Corona-Krise.

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Nicht genug Lohn für Grundbedürfnisse

Der Recherche zufolge reicht der Lohn in den untersuchten Produktionsstätten oft nicht zum Überleben. Teepflückerinnen und Teepflücker in Assam erhielten beispielsweise umgerechnet weniger als zwei Euro pro Tag. Ein existenzsichernder Lohn liege derzeit bei bei täglich rund 10 Euro.

Auch auf brasilianischen Kaffeeplantagen und südafrikanischen Traubenfeldern reiche das Gehalt nicht aus, um die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Frauen würden auf vielen Plantagen noch schlechter bezahlt als Männer.

Pandemie hat Ungleichheit verschärft

Besonders schwer wiegen die Vorwürfe gegen einige Kaffeeplantagenbesitzer in Brasilien. Arbeiterinnen und Arbeiter hätten von extremer körperlicher Arbeit, Unterkünften ohne fließendes Wasser sowie fehlendem Schutz gegen Pestizide und das Coronavirus berichtet.

Dem Bericht zufolge hat Oxfam Belege auch für Verbindungen zu deutschen Supermärkten. Die Ungleichheit im globalen Lebensmittelhandel bestehe schon lange, habe sich aber durch die Pandemie verschärft, erklärte Oxfam.

Oxfam: Rechte der Arbeiter mehr achten

Während viele Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Jobs verloren hätten, seien die Umsätze von deutschen Supermärkten und Discountern um bis zu 17 Prozent gestiegen. Tim Zahn argumentiert:

Allein die Pandemiegewinne von Aldi Süd hätten ausgereicht, um rund vier Millionen Beschäftigten im brasilianischen Kaffeesektor existenzsichernde Löhne zu zahlen.
Tim Zahn, Experte für Wirtschaft und Menschenrechte

Alle Arbeiterinnen und Arbeiter in Lieferketten müssten kostenlose Corona-Schutzkleidung bekommen, forderte Oxfam. Außerdem müssen die Supermarktketten ihr Geschäftsmodell verändern, so dass die Beschäftigten in den globalen Lieferketten von ihrer Arbeit leben können und ihre Rechte geachtet werden.

Das Video zeigt, wie Lieferketten funktionieren.

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