Papst Franziskus: Benedikt XVI. ist "sehr krank"

    Papst Franziskus:Benedikt XVI. ist "sehr krank"

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    Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist nach Auskunft seines Nachfolgers Franziskus "sehr krank". Franziskus bat die Gläubigen um Gebete für den Deutschen.

    Sorge um Benedikt XVI.: Der emeritierte Papst ist "sehr krank", wie sein Nachfolger Franziskus mitteilte. Der aktuelle Pontifex bat am heutigen Mittwoch zum Ende der Generalaudienz im Vatikan die Gläubigen um ein "spezielles Gebet" für den 95-jährigen Benedikt, der schon länger körperlich geschwächt ist.

    Denkt an ihn, er ist sehr krank. Und bittet den Herrn, ihn zu trösten und zu unterstützen in diesem Zeugnis der Liebe zur Kirche, bis zum Ende.

    Papst Franziskus

    Der Sprecher des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, teilte anschließend mit, dass sich Benedikts Gesundheitszustand wegen seines hohen Alters in den vergangenen Stunden verschlechtert habe. Doch sei die Situation "für den Moment unter Kontrolle". Er werde permanent von Ärzten überwacht. Papst Franziskus habe Benedikt sofort nach der Generalaudienz besucht.

    "Schwer erkrankt" oder aufgrund des Alters "sehr schwach"?

    Vatikan-Experten waren sich uneins darüber, ob Franziskus wirklich meinte, dass Benedikt schwer erkrankt sei oder ob er vielleicht nur sagen wollten, dass er aufgrund des hohen Alters sehr schwach sei.
    Dass er den Vorgänger im Kloster besuche, ist an Weihnachten nicht ungewöhnlich. In einem Tweet wiederholte Franziskus später die Bitte, für Benedikt zu beten. Dass dieser "sehr krank" sei, stand dann aber nicht mehr in dem Beitrag.

    Scholz und Bätzing in Gedanken bei Benedikt XVI.

    Unabhängig davon riefen auch andere Geistliche dazu auf, für Benedikt zu beten. Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing. "Ich schließe mich dem Gebetsaufruf von Papst Franziskus an", sagte Bätzing, der Bischof von Limburg, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Meine Gedanken sind beim emeritierten Papst. Ich rufe die Gläubigen in Deutschland auf, für Benedikt XVI. zu beten."
    Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wünschte Benedikt XVI. "gute Genesung". "Seine Gedanken sind bei ihm", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann am Mittwoch in Berlin.

    Joseph Ratzinger lebt seit 2013 zurückgezogen

    Der gebürtige Bayer Joseph Ratzinger, der 2005 zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt wurde, war der erste deutsche Papst seit fast 500 Jahren. 
    Seit seinem Rücktritt 2013 lebt er relativ abgeschieden in einem Kloster im Vatikan. Zuletzt hieß es, dass Benedikt körperlich schwach sei und kaum noch sprechen könne. Geistig aber sei er den Umständen entsprechend fit.
    Am 19. April 2005 wird Joseph Kardinal Ratzinger zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt.06.10.2011 | 4:21 min
    In unregelmäßigen Abständen empfing Benedikt, der von seinem langjährigen Wegbegleiter Georg Gänswein sowie Ordensschwestern betreut wird, auch noch Besuch.

    Theologe Beinert: "Lage ist sicher sehr ernst"

    Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, sagte im oberbayerischen Bad Tölz, er kenne die Nachricht über den Zustand Benedikts. "Aber für uns gilt, dass wir im Gebet verbunden sind." Er habe Benedikt im September zuletzt gesehen.
    "Die Lage ist sicher sehr ernst", sagte Benedikts langjähriger Weggefährte und Theologe Wolfgang Beinert.

    Bei einem Mann, der auf die 100 zugeht, ist das aber nicht überraschend.

    Wolfgang Beinert, Weggefährte Benedikts

    Bis zum Jahresanfang habe er noch Briefkontakt zu Benedikt gehabt, sagte der emeritierte Theologie-Professor. Auf ein Schreiben zu dessen Geburtstag im April habe er aber nicht mehr geantwortet.

    In Benedikts Amtszeit wurde Missbrauchsskandal publik

    Benedikt, der nach eigenen Angaben selbst gar nicht Papst werden wollte, hatte es als Nachfolger des charismatischen Polen Karol Wojtyla, Johannes Paul II., nicht leicht. Zu vielen Gläubigen hatte der scheue Intellektuelle keinen Draht gefunden.
    Als er fünf Jahre im Amt war, stürzte die katholische Kirche in eine ihrer schwersten Krisen: Schrittweise kamen ab 2010 jahrzehntelanger Kindesmissbrauch und Vertuschung ans Licht.

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    :Papst Benedikt XVI.

    Papst Benedikt XVI. ist nach 482 Jahren der erste Deutsche auf dem Papstthron.
    Archiv: Papst Benedikt XVI.  am 04.06.2011 in Zagreb
    Quelle: dpa, KNA

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