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Franziskus im Irak - "Papst wollte Christen nicht warten lassen"

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Trotz schwieriger Sicherheitslage und Pandemie ist der Papst in den Irak gereist. Franziskus wollte die Christen dort nicht länger warten lassen, sagt ZDF-Vatikan-Experte Erbacher.

Jürgen Erbacher von der ZDF-Kirchenredaktion begleitet die Papst-Reise in den Irak.

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"Papst Franziskus war am Ende einfach ungeduldig, er wollte die Christen hier im Land nicht länger warten lassen", sagte Vatikan-Experte Jürgen Erbacher im ZDF heute journal zur Reise des katholischen Kirchenoberhaupts in den Irak.

Schon Papst Johannes Paul II. habe vor mehr als zwanzig Jahren in das Land reisen wollen, doch der damalige Machthaber Saddam Hussein habe ihm den Besuch verwehrt. Krieg und Terror gegen die Christen seien hinzu gekommen, so dass inzwischen nur noch etwa 350.000 Christen im Irak leben - Anfang der 2000er Jahre waren es noch etwa 1,5 Millionen. "Franziskus wollte nicht länger aus der Ferne Mut zusprechen", so Erbacher.

Papst Franziskus "will Schiiten ins Boot holen"

Zum anderen sei der interreligiöse Dialog für Papst Franziskus sehr wichtig. Vor zwei Jahren habe er mit einem der führenden sunnitischen Geistlichen eine Erklärung unterzeichnet - mit einer Absage an jegliche Gewalt, Hass und Terror im Namen der Religion.

"Hier will er jetzt auch die Schiiten ins Boot holen", sagt Erbacher. Auch deshalb sei er in den Irak gekommen, denn mit Großjatollah Al Sistani lebe hier einer der führenden schiitischen Geistlichen.

Franziskus war am Samstag, dem zweiten Tag seiner Irak-Reise, von dem einflussreichen Schiitenführer empfangen worden. Das Treffen in der Stadt Nadschaf gilt als ein Meilenstein in den Bemühungen des Papstes um den Dialog mit anderen Religionen.

Historische Begegnung: Papst Franziskus und Großajatollah Ali al-Sistani.

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Al-Sistani ist das geistliche Oberhaupt für Millionen Schiiten weltweit. Er sagte dem Oberhaupt der Katholiken zu, persönlich darauf zu achten, "dass die christlichen Bürger wie alle Iraker in Frieden und Sicherheit leben, mit all ihren verfassungsmäßigen Rechten".

Nach seinem Gespräch mit Al-Sistani reiste Franziskus zu einem Treffen mit Vertretern unterschiedlicher Religionsgruppen in die antike Stadt Ur. Der Ort in der Wüste des Südirak ist laut biblischer Überlieferung die Geburtsstätte Abrahams, des Stammvaters von Juden, Christen und Muslimen. Der Papst rief die Menschen weltweit, aber vor allem in der Region dazu auf, den "Weg des Friedens" zu gehen.

Franziskus feiert Messe in Bagdad

Am Abend (Ortszeit) feierte er als erstes römisches Oberhaupt der katholischen Kirche eine Messe nach dem ostsyrischen Ritus in Bagdad. In seiner Predigt appellierte er an die kleine christliche Gemeinde im Irak, sich nicht schwach zu fühlen.

Papst Franziskus feiert Messe in Bagdad
Papst Franziskus feiert Messe in der Kathedrale St. Josef in Bagdad.
Quelle: epa

"Manchmal fühlen wir uns unfähig, nutzlos", sagte der 84-Jährige in der Kathedrale St. Josef vor rund 180 Anwesenden. "Daran dürfen wir nicht glauben, denn Gott will genau durch unsere Schwäche hindurch große Wunder wirken", sagte Franziskus weiter.

Papst will IS-Hochburg Mossul besuchen

Am Sonntag will Franziskus die frühere IS-Hochburg Mossul besuchen und in Erbil in der autonomen Kurdenregion im Nordirak eine weitere Messe feiern.

Bei Franziskus' Reise handelt es sich um den ersten Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts im Irak. Es ist auch die erste Auslandsreise des Papstes seit Beginn der Corona-Pandemie.

Die christliche Gemeinschaft im Irak ist eine der ältesten und vielfältigsten der Welt und umfasst unter anderem chaldäische, assyrische, syrisch-orthodoxe und syrisch-katholische Christen sowie Protestanten.

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