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Mit israelischer Software NSO - Hunderte Aktivisten und Reporter ausgespäht?

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Journalisten und Oppositionelle weltweit wurden offenbar Opfer staatlicher Abhöraktionen. Geheimdienste mehrerer Länder sollen dafür die Spähsoftware "Pegasus" missbraucht haben.

An Handys angezapft und abgehört: Hunderte Journalisten, Aktivisten und Oppositionelle weltweit sind offenbar Opfer umfassender staatlicher Spionage-Aktionen geworden.

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Laut Recherchen von Medien aus zehn Ländern – darunter auch der “Süddeutschen Zeitung”, von “Zeit”, NDR und WDR – wurden Hunderte Journalisten, Aktivisten und Oppositionelle weltweit Opfer umfassender staatlicher Abhöraktionen.

Wie die Medien berichteten, sollen Geheimdienste und Polizeibehörden mehrerer Länder die Spähsoftware eines israelischen Unternehmens missbraucht haben, um damit die Mobiltelefone der Betroffenen anzuzapfen.

Datenleak: 50.000 Telefonnummern betroffen

Die internationale Recherchegruppe konnte eigenen Angaben zufolge ein Datenleak mit mehr als 50.000 Telefonnummern auswerten, die mutmaßlich seit 2016 zum Ziel möglicher Überwachungen durch Kunden des israelischen Unternehmens NSO Group wurden.

Das von der Firma entwickelte Programm namens Pegasus gilt dem Bericht zufolge unter Experten als das derzeit leistungsfähigste Spähprogramm für Handys und ist als Cyberwaffe eingestuft worden. Es ist demnach in der Lage, infiltrierte Mobiltelefone in Echtzeit auszuspähen und die Verschlüsselung von Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Signal zu umgehen.

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Ungarn: Staatliche Stellen im Verdacht

Zu den betroffenen Telefonnummern zählen laut Bericht die Nummern von zahlreichen Journalisten weltweit. Darunter sind laut “Guardian” auch Mitarbeiter der Nachrichtenagenturen AFP, Reuters und AP, sowie der Zeitungen “New York Times” und “Le Monde”.

Zu den Journalisten, auf deren Handys laut Bericht Spuren erfolgreicher Pegasus-Angriffe nachgewiesen wurden, zählen zwei Reporter des ungarischen Investigativmediums Direkt36. Die Recherche lege den Verdacht nahe, dass diese Angriffe von staatlichen Stellen in Ungarn ausgeführt wurden, berichtete das Recherchekollektiv.

Staatsoberhäupter auch betroffen

Die ungarische Regierung habe diesem Vorwurf auf Nachfrage nicht widersprochen. Zu den Betroffenen zählt laut den Recherchen auch Hatice Cengiz, die Verlobte des ermordeten saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi. Ihr Handy sei vier Tage nach dem Mord an Khashoggi mit der Schadsoftware Pegasus angegriffen worden.

Die NSO Group teilte dazu mit, die Technologie des Unternehmens habe “in keiner Weise” mit dem Mord an dem Journalisten in Verbindung gestanden. Wie die “Washington Post” berichtete, standen auf der Liste auch die Nummern von Staatsoberhäuptern und Ministerpräsidenten, Mitgliedern arabischer Königsfamilien, Diplomaten und Geschäftsleuten.

Ausspähung: Auftraggeber unklar

Wer die Auftraggeber der möglichen Ausspähungen waren, sei aus dem Leak nicht eindeutig hervorgegangen. Das Recherchenetzwerk erhielt die Liste laut “Washington Post” von dem in Paris ansässigen Verein Forbidden Stories und Amnesty International.

Das Unternehmen NSO Group verkauft das Programm den Angaben zufolge nur an staatliche Behörden und zum Zweck der Bekämpfung von Terrorismus und schwerer Kriminalität. Die NSO Group teilte auf Anfrage der Medien zudem mit, sie habe “keinen Zugang zu den Daten der Zielpersonen” ihrer Kunden.

Mexiko: 15.000 Telefonnummern

Allein 15.000 Nummern auf der Liste entfallen laut “Washington Post” auf Mexiko. Unter anderem taucht auch die Nummer eines freischaffenden mexikanischen Journalisten auf, der in einer Autowaschanlage ermordet wurde. Sein Handy wurde nie gefunden.

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