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Interview

Bürgermeister von Schleiden - "Normalität und Leid ganz nah" im Flutgebiet

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Die Juli-Flut hat Tausende Haushalte in seiner Gemeinde getroffen. Schleidens Bürgermeister Pfennings berichtet über Weihnachten in einer Ausnahmesituation. Und über Zusammenhalt.

Bürgermeister Ingo Pfennings aus Schleiden in der Eifel berichtet vom Zusammenhalt im Flutkatastrophengebiet.

Beitragslänge:
5 min
Datum:

In der Eifel-Gemeinde Schleiden in Nordrhein-Westfalen sind durch die Flutkatastrophe im Juli neun Menschen ums Leben gekommen, über 3.000 Haushalte waren direkt vom Hochwasser betroffen - insgesamt rund 5.000 Menschen. Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings berichtet im ZDF heute journal, wie es den Menschen jetzt in der Weihnachtszeit geht, welche Hilfe sie erhalten haben und weiter brauchen - und wie groß der Zusammenhalt ist.

Sehen Sie das gesamte Interview oben im Video und lesen Sie es hier in Auszügen.

Das sagt Bürgermeister Pfennings...

... über die aktuell drängendsten Aufgaben der Verwaltung:

"Immer noch ein großes Thema ist tatsächlich die Unterbringung, weil manchmal die jetzige Unterbringung zeitlich befristet war und man eine Alternative benötigt, manchmal auch sehr kurzfristig. Nicht immer hat es auch mit der Heizung bis zum Winter geklappt. Da versuchen wir zu helfen." Darüber hinaus versuche man weiterhin, in allen Bereichen zu beraten und zu unterstützen.

... über die Krisenbewältigung von Familien und die Bedeutung von Gemeinschaft:

"Also man merkt auch in dieser Katastrophe: Familie gibt Halt. Familie gibt Kraft. Ich bin auch ganz besonders stolz darauf, dass wir uns als Stadtgebiet auch wirklich als Einheit durch die ganze Katastrophenlage kämpfen." Nach einer Brandserie 2018 sei Corona gekommen, die Flutkatastrophe sei jetzt die dritte größere Katastrophe, die aber die Stadt zusammengebracht habe, so Pfennings.

"Genau das ist es tatsächlich, was wir versuchen, uns gegenseitig Stärke und Kraft zu geben. Das sehe ich in den Familien, das sehe ich aber auch in Freundeskreisen, in Nachbarschaften."

Die Menschen in der Eifel haben in der Flut im Juli Schreckliches erlebt. Noch immer leben viele im Provisorium. Auch haben die meisten die Erinnerungen noch nicht verarbeitet. Gerade in der Weihnachtszeit kommt der Schmerz wieder.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Man spüre die Gemeinschaft auch daran, "dass Menschen, die vielleicht jahrelang nicht miteinander gesprochen haben, mittlerweile aufeinander zukommen und tatsächlich sich auch nachts schon in der Katastrophe unterstützt haben. Das halte ich für eine tolle Entwicklung in einer ganz schwierigen Phase."

... zur Flutnacht, als die Dimension der Katastrophe immer klarer wurde?

"Der schlimmste Moment für uns war eigentlich, als wir realisieren mussten, wir können nicht mehr jedes Hilfegesuch auch tatsächlich positiv beantworten. Das heißt, wir wussten, da sind Menschen in Not, die brauchen unsere Hilfe, die brauchen die Hilfe der Einsatzkräfte - wir können aber die Hilfe nicht leisten." Das sei für ihn "ein ganz schlimmer Moment" gewesen, sagt Bürgermeister Ingo Pfennings.

"Und die Gesichter in der Koordinierungsstelle der Feuerwehr haben mir gezeigt, das sehen alle so. Die Truppe hat sich selber verschrieben, Menschen zu helfen, Menschen zu retten, und das konnten wir ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr." Da sei langsam die Dimension der Katastrophe klar geworden.    

... zu den Hoffnungen für das kommende Jahr:    

"Ich wünsche uns allen tatsächlich ein ruhiges Jahr 2022, das uns die Chance gibt, einfach wirklich die Normalität wieder zu erlernen." Im Moment sei Situation ganz schwierig - fünf der 18 Orte im Tal seien schwer beschädigt. "Normalität und Leid sind ganz nah aneinander."

Es sei überragend, wie viel Unterstützung es gegeben habe und er hoffe, dass diese Kraft auch durch das nächste Jahr tragen werde und vielleicht ein Weihnachtsfest im nächsten Jahr in deutlich normaleren Umständen erlebbar sei.

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