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Käse der Zukunft? - Hightech-Milchprodukte ganz ohne Kuh

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Pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten werden immer beliebter. Aber den Geschmack treffen sie nicht einhundertprozentig. Ist die Zukunft daher ein Hightech-Käse aus dem Labor?

Sie sind die neuen Stars im Milchregal: Pflanzendrinks gelten als beliebte Alternative zur Kuhmilch. Gesünder soll die neue "Milch" sein und besser für die Umwelt. Aber stimmt das?

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Raffael Wohlgensinger glaubt fest daran. Er und sein Team arbeiten an einer Zukunft der Milchprodukte. Die Berliner Firma "Formo" forscht an einem echten Käse, ganz ohne Kuh. Der soll aussehen und schmecken wie das tierische Produkt, aber tier- und laktosefrei sein.

Wohlgensinger ist als Schweizer mit Käse aufgewachsen. Pflanzliche Alternativen aber waren für den Veganer kein richtiger Ersatz:

Man hat eben bei pflanzlichen Proteinen oder pflanzlichen Fetten nicht genau das gleiche Mundgefühl, nicht genau den gleichen Geschmack, nicht genau die gleichen Nährwerte.
Raffael Wohlgensinger, Firma "Formo"

Aber genau diese Nährstoffe will er in sein Produkt bringen, nur eben ganz ohne Kuh.

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Kuhmilch in der Krise: Alternativen auf dem Vormarsch

Die Idee kommt in einer Zeit, in der Alternativen zur Milch immer beliebter werden. Drinks aus Hafer, Mandel oder Soja werden vermehrt gekauft. Spitzenreiter ist der Haferdrink. Er verzeichnete über die letzten Jahre einen Absatzzuwachs von mehr als 500 Prozent.

Ein Grund: Die normale Kuhmilch wird tendenziell weniger getrunken. 2019 fiel der jährliche Konsum in Deutschland erstmals auf unter 50 Liter pro Kopf und Jahr. Gründe gibt es viele, veränderte Ernährungsgewohnheiten etwa. Doch Konsumenten wählen Pflanzendrinks auch aus Gründen des Tierwohls. Andere glauben, dass der Konsum von Kuhmilch gesundheitliche Nachteile mit sich bringt. Das Image des Produktes hat gelitten.

Geschmack soll sich nicht vom "echten" Käse unterscheiden

Das Team von "Formo" setzt jetzt auf Mikroorganismen, um die Kuh zu ersetzen. Sie sind in der Lage, die wesentlichen Bestandteile von Milch - Casein und Molkenprotein - herzustellen. Dafür wurden die Gene bei den Kühen identifiziert, die für die Produktion der Milchproteine verantwortlich sind. Dann kann der Stoffwechsel von Mikroorganismen, etwa von Hefepilzen, so verändert werden, dass sie beginnen, im Labor Milchproteine zu produzieren.

Die lassen sich nach Bedarf einsetzen bei der Herstellung von Mozzarella und Co. Derzeit wird in Berlin an einem Ricotta gefeilt. Mundgefühl, Textur, Konsistenz, all das muss in der Rezeptur abgestimmt werden. Letztlich soll sich der Geschmack nicht vom tierischen Produkt unterscheiden, so die Hoffnung.

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Forschung an tierfreien Milchprodukten weltweit

Demnächst möchte das Team von "Formo" eine größere Menge Milchproteine im Labor erzeugen und einen Produktionslauf starten. Mit ihrer Idee stehen die Unternehmer nicht allein da. Weltweit forschen Firmen an einer Zukunft der Milch ohne Tier, etwa das Start-up "Perfect Day" aus San Francisco. Hier wird eine tierfreie Milch entwickelt. "Verändern wir den Prozess, nicht die Lebensmittel", verkündet das Unternehmen auf der Homepage.

In Singapur sitzt "Turtle Tree Labs", ein Biotech-Unternehmen, das mithilfe von Milchdrüsenzellen echte Vollmilch herstellt. So könnte laut Experten die Produktion von Kuhmilch und die von Muttermilch möglich werden.

Produkte wohl erst in einigen Jahren auf dem Markt

Für die Zukunft rechnet Wohlgensinger damit, dass mehr als 50 Prozent der Milchprodukte nicht mehr vom Tier kommen.

Es wird einen Split geben zwischen pflanzlichen Produkten und unserer Technologie.
Raffael Wohlgensinger, Firma "Formo"

Ob Kundinnen und Kunden diese neuen Produkte annehmen, wird sich zeigen. Aber Wohlgensinger ist optimistisch: "Gerade jüngere Generationen sind sehr offen gegenüber neuen Lebensmitteltechnologien." Noch werden sich die Konsumenten aber gedulden müssen. Bis die Produkte des Berliner Start-ups auf den deutschen Markt kommen, könnten noch einige Jahre vergehen.

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