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Studie : Zu wenig Länder-Infos zu Pflegeheimen

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Wie finde ich ein gutes Pflegeheim und wie erfahre ich, welche Bedingungen dort herrschen? Darüber informieren die meisten Länder nicht oder zu wenig, kritisiert eine neue Studie.

Archiv: Bewohner in einem Altenpflegeheim sitzen beim Mittagessen in dem Essensraum.
Über die Versorgung und Pflegequalität in Heimen sind zu wenig Informationen zugänglich.
Quelle: imago

Die Mehrheit der Bundesländer informiert Bürgern und Bürgerinnen einer Studie zufolge keine Informationen über die Qualität von Pflegeheimen bereit. Wichtige Angaben etwa zum Personalschlüssel seien zwar vorhanden, blieben aber in den meisten Bundesländern unter Verschluss, kritisierte die Bertelsmann-Stiftung.

Menschen, die ein Pflegeheim suchten, würden damit Informationen zu wesentlichen Auswahlkriterien vorenthalten, hieß es bei Vorlage einer Bestandsaufnahme der Initiative "Weisse Liste".

In zehn Ländern werden der Untersuchung zufolge solche Daten gar nicht veröffentlicht. Verbraucher erfahren somit nichts darüber, ob in einem Heim Personal fehlt oder schwerwiegende Mängel zu beanstanden sind, wie die Stiftung rügte. Ebenso wenig lasse sich nachvollziehen, welche Einrichtungen besonders gut aufgestellt seien.

Pflegeheim-Informationen in nur sechs Ländern

Nur Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin veröffentlichten die Ergebnisse aktiv, so dass sie allgemein verfügbar seien. In Baden-Württemberg und Hessen müssen die Prüfergebnisse nach Angaben der Stiftung zumindest durch die Pflegeheime selbst veröffentlicht werden. Allerdings seien die Daten derzeit nur in den Einrichtungen direkt einsehbar, also lediglich eingeschränkt zugänglich.

Der Mangel an Transparenz entstehe entweder, weil es keine landesrechtliche Regelung mit Veröffentlichungspflicht gebe oder aber weil vorhandene Gesetze nicht umgesetzt würden. So sei in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen eine Publikation der Prüfergebnisse gesetzlich nicht vorgesehen.

Viele Pflegeheime haben seit langem mit fehlendem Personal zu kämpfen. Die Corona-Pandemie hat diese Krise noch einmal verschärft.

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Und die Länder Bayern, Brandenburg, Bremen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein setzten bestehende Gesetze aus unterschiedlichen Gründen nicht um, was "besonders gravierend" sei, hieß es in Gütersloh.

Hamburgs Heime sehr transparent

Positiv falle Hamburg auf, wo detaillierte Angaben auch etwa zu vorübergehenden Aufnahmestopps oder Ergebnisse aus Angehörigenbefragungen ins Netz gestellt würden. Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW gehöre zu den vier Ländern, in denen Ergebnisse der Heimprüfungen so veröffentlicht würden, dass sie auch unabhängig vom Besuch einer Einrichtung abrufbar seien.

Die Auswahl eines Pflegeheims bedeute eine Lebensentscheidung, die Betroffenen seien auf verlässliche Angaben angewiesen, betonte Stiftungsvorstand Brigitte Mohn. Man könne damit auch die gute Arbeit vieler Pflegefachkräfte öffentlich sichtbar machen.

Umgekehrt sollte es aber auch möglich und erlaubt sein, die Pflegeheime zu erkennen, bei denen Defizite bestehen.
Brigitte Mohn, Bertelsmann-Stiftung

Auf Bundesebene seien über den "Pflege-TüV" seit einigen Jahren Kernergebnisse aus Prüfungen zur Qualität einsehbar, auf Landesebene sehe das aber anders aus, bilanzierte Stiftungsexperte Johannes Strotbek. Um gegen den Flickenteppich und erhebliche Info-Lücken vorzugehen, sollten alle Bundesländer die relevanten Daten, die den Aufsichtsbehörden vorliegen, auch offenlegen.

Zugleich wies die Stiftung darauf hin, dass durch die Pandemie in allen Bundesländern die Vor-Ort-Einsätze der Aufsichtsbehörden monatelang unterbrochen waren, weshalb Datenlücken entstanden seien.

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