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Der Pink Panzer von Delmenhorst

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Aktion auf Bundeswehr-Gelände - Der Pink Panzer von Delmenhorst

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Künstler haben einen alten Panzer auf einem Übungsgelände in Delmenhorst unerlaubt pink angemalt. Deshalb lässt die Bundeswehr ihn jetzt verschrotten. Dagegen regt sich Widerstand.

Rettung vom Pink Panzer
Neutralisiert, aber nicht neutral: Der pinke Panzer von Delmenhorst vor seinem Abtransport.
Quelle: Matthias Marcy

Er hatte schon bessere Tage gesehen. Ein zerbeulter Haufen Stahl, halb überwuchert von einem Strauch. So stand der seit den 1960ern ausgemusterte Panzer vom Typ M47 Patton auf einem Hügel auf dem Bundeswehr-Übungsgelände Delmenhorst in Niedersachsen.

Soldaten nutzten ihn als sogenanntes "Hartziel" bei Übungen. Über die Jahre wurde er aus großer Entfernung aufgeklärt, beschossen und anderweitig zur Ausbildung im Gelände genutzt. Zahlloses altes Gerät steht so auf Übungsplätzen überall in Deutschland herum.

Bundeswehr reagiert prompt auf die pinke Farbe

Am Pfingstwochenende haben ihn Street Art-Künstler, die sich selbst "Fucs-Kollektiv" nennen jedoch komplett in leuchtend pinker Farbe eingesprüht. "Get Love" steht nun auf dem Geschützrohr geschrieben. Deshalb wurde er am Diensteg, den 2. Juni, vom in Delmenhorst ansässigen Logistikbataillon 161 abtransportiert und soll jetzt verschrottet werden.

Es sei ihnen darum gegangen, ein bewusst mit Männlichkeit verbundenes Objekt in eine mit Weiblichkeit verbundene Farbe zu tauchen, erklärte einer der beteiligten Künstler gegenüber dem "Delmenhorster Kreisblatt". Eine gezielte Provokation der Bundeswehr sei aber nicht das Ziel gewesen, so der anonyme Künstler.

Flugzeuge, die nicht fliegen, U-Boote, die nicht tauchen, Panzer, die nicht fahren. Trotz unterschiedlicher Konzepte für eine Trendwende im Beschaffungsbereich gibt es weiterhin in vielen Bereichen große Mängel.

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1 min
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Petition gegen Verschrottung gestartet

Der schnelle Abtransport des Panzers stößt in Delmenhorst auf Kritik. Kulturveranstalter Joschka Kuty hat eine Petition gestartet, die sich für den Erhalt des Panzers einsetzt.

Ich wäre gar nicht so sehr darauf angesprungen, wenn die Bundeswehr nicht innerhalb von 36 Stunden Ressourcen und Personal aufgebracht hätte, um den Panzer, der seit circa 50 Jahren allen egal war, zu entfernen.
Joschka Kuty, Initiator der Petition

"Viele verbinden mit ihm schöne Erinnerungen an tolle Kindheitsabenteuer, ausgelassene Familienausflüge oder aber mit der einen oder anderen Jugendsünde", heißt es auf der Petitionsseite.

Sorge um Sicherheit auf dem Gelände

Dass Anwohner und Touristen den Übungsplatz als Tummelort nutzen, ist jedoch genau der Grund, weshalb die Bundeswehr den Panzer nicht dort belassen möchte. "Grundsätzlich ist auf dem Gelände Betreten verboten. Dass er jetzt pink angemalt wurde, kann dazu führen, dass ihn sich viele Leute ansehen wollen, das kann aber gefährlich sein", merkt ein Sprecher des Landeskommandos Niedersachsen der Bundeswehr an.

Amüsiert merkt er an, dass die Künstler wohl nicht beachtet hätten, dass Rosa auch die Waffenfarbe der Panzertruppen ist und etwa auf Kragenspiegeln der Uniformen vorkommt. "In meiner Jugendzeit habe ich selbst auch einmal einen Leopard-Panzer pink angemalt", erzählt der Sprecher. Zum Verbleib des Panzers konnte er keine weiteren Informationen nennen.

Mehr als 600 Menschen haben die Online-Petition schon unterzeichnet. "Wir wollen unseren Pink Panzer zurück!", ist ihre Forderung.

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