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Reparatur statt Müllberge - Wege aus dem Wegwerfwahn

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Pro Kopf produzieren die Deutschen jedes Jahr allein knapp 23 Kilogramm Elektroschrott. Vieles könnte noch repariert werden. Doch das ist gar nicht so einfach.

Die Waschmaschine streikt, der Drucker lahmt und der geliebte Thermomix liefert auch keine vernünftigen Ergebnisse mehr ab. Und nun – wegwerfen und neu kaufen? Oder lieber reparieren?

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Ersatzteile sind nicht lieferbar, zu teuer oder Reparaturen von den Herstellern gar nicht erst vorgesehen. Für Detlev Vangerow aus Reutlingen ein tägliches Ärgernis. Er ist Inhaber eines Unternehmens mit 30 Angestellten und auf die Reparatur von Haushaltsgeräten spezialisiert.

"Wenn ich für die Pumpe eines Geschirrspülers mehr als 300 Euro ausgeben muss, dann lohnt sich die Reparatur  nicht. Die Pumpe kostet den Hersteller aber nur vielleicht 50 Euro. Da muss die Politik nachbessern."

Ein Mann schraubt am 20.01.2014 im Haus der Evangelischen Kirche in Mainz (Rheinland-Pfalz) an einer Kaffeemaschine.
So manche Reparatur scheitert an passenden Ersatzteilen.
Quelle: dpa

Die Schwierigkeiten fangen für Detlev Vangerow oft schon mit der Ersatzteilbeschaffung an. Viele Hersteller liefern grundsätzlich nur an zertifizierte Werkstätten. Dagegen wehren sich immer mehr Unternehmer wie Vangerow und fordern das "Recht auf Reparatur".

Damit sind sie teilweise erfolgreich, denn zumindest bei so genannter "Weißer Ware", also Haushaltsgroßgeräten wie Waschmaschinen oder Geschirrspüler, sind Hersteller ab 2021 verpflichtet, Ersatzteile auch an freie Werkstätten zu verkaufen.

Reparieren, recyceln, die Welt ein bisschen besser machen. Das ist der Anspruch der Londoner Produktdesignerin Jane ní Dhulchaointigh. Ihre Erfindung mit dem Namen "Sugru" ist der erste Kleber der Welt, der formbar ist und es den Benutzern ermöglicht, kaputte Dinge, zu reparieren, zu verbessern oder sie so zu formen, dass sie wieder funktionieren.

So werden zerbrochene Kaffeebecher oder verschlissene Computerkabel wieder nutzbar gemacht. Nach Angaben des Unternehmens hat die Fangemeinde das Produkt schon in 175 Ländern eingesetzt und mehr als 15 Millionen Dinge damit repariert.

Müll aus Deutschland wird in die ganze Welt exportiert und ist ein Milliardengeschäft - auf Kosten anderer.

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28 min
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Einen ganz anderen Weg beschreitet Belgien. Dort hat man bereits ein System, das das Reparieren fördert: "De Kringwinkel". Wie in Deutschland werden auch in Belgien Elektronikgeräte, Kleidung, und Fahrräder gesammelt.

Allerdings müssen die Belgier nicht auf einen Wertstoffhof fahren. Es genügt ein Anruf, und die Mitarbeiter von "De Kringwinkel" holen die Geräte ab, reparieren sie und verkaufen sie günstig in einem der vielen "de Kringwinkel"-Läden.  

Ob Reparieren oder Sammeln, eines hält Detlev Vangerow für wichtig: "Heute stellen wir fest, dass die Globalisierung dazu führt, dass wir grundlegende Dinge hier im Land gar nicht mehr in der Lage sind zu erzeugen. Angefangen von Schutzmasken und Schutzkleidung. Genauso sieht es mit Technologien aus. Wenn wir nur noch Geräte aus dem Ausland beziehen, und die nicht mehr hier reparieren können, verlieren wir Know-how. Die Politiker werden akzeptieren müssen, dass wir hier auch kleine Strukturen erhalten müssen, von der Lebensmittel-Versorgung bis zur Reparatur von Geräten."

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