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Polen protestieren für Recht auf Abtreibung

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Abtreibungen faktisch verboten - Polen protestieren für Recht auf Abtreibung

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Ein Urteil des Verfassungsgerichts bedeutet ein faktisches Verbot von Abtreibungen in Polen. Dagegen haben am Freitag Tausende Menschen in verschiedenen Städten demonstriert.

Das katholisch geprägte Polen verschärfte nun das Abtreibungsgesetz. Demnach dürfen Föten mit Fehlbildungen nicht abgetrieben werden. Die Verschärfung löst starke Proteste aus, eine Masche der Regierung, um von der Corona-Krise abzulenken?

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Tausende sind nach dem umstrittenen Urteil des Verfassungsgerichts zur Verschärfung des Abtreibungsrechts in Polen auf die Straße gegangen. In mehreren Städten des Landes demonstrierten empörte Bürger am Freitagabend gegen das nahezu völlige Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen.

"Ich wünschte, ich könnte meine Regierung abtreiben", stand auf einem Protestschild in der Stadt Posen. 15 Menschen wurden bei den Protesten festgenommen, für Samstag sind weitere Proteste angekündigt.

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Harsche Kritik von Menschenrechtsaktivisten

Polens oberstes Gericht hatte am Donnerstag ein Gesetz für verfassungswidrig erklärt, das Schwangerschaftsabbrüche im Falle einer schwerwiegenden Fehlbildung des Fötus erlaubt. Polen hat bereits jetzt eines der striktesten Abtreibungsrechte Europas.

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic, kritisierte das Urteil scharf:

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Die Leiterin des polnischen Verbands für Frauen und Familienplanung, Krystyna Kacpura, befürchtet, dass nun die Zahl gefährlicher, illegaler Abtreibungsmethoden zunehmen könnte:

Die gestrige Entscheidung bedeutet ein totales Abtreibungsverbot in Polen, weil 98 Prozent der legalen Abtreibungen in Polen Missbildungen des Fötus betreffen.
Krystyna Kacpura, Verband für Frauen und Familienplanung

Regierungspartei seit Jahren gegen Recht auf Abtreibung

Im vergangenen Jahr gab es laut einer Statistik des polnischen Gesundheitsministeriums 1.110 gesetzeskonform durchgeführte Schwangerschaftsabbrüche.

Die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) setzt sich seit Jahren für eine Verschärfung des Abtreibungsrechts in Polen ein. Sie will, dass Schwangerschaftsabbrüche nur noch dann möglich sind, wenn das Leben der Schwangeren unmittelbar bedroht ist oder sie in Folge einer Vergewaltigung oder durch Inzest schwanger geworden sind.

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