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Proteste nach Tod eines Afroamerikaners

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Brutaler Polizeieinsatz in USA - Proteste nach Tod eines Afroamerikaners

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Entsetzen und Wut: Der Tod eines Afroamerikaner nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat gewaltsame Proteste in der US-Stadt ausgelöst. Es kam zu Ausschreitungen.

Wieder rassistische Polizeigewalt in den USA: Der Tod eines schwarzen Verdächtigen nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat gewaltsame Proteste in der Stadt ausgelöst.

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Der Tod eines schwarzen Verdächtigen nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat gewaltsame Proteste in der US-Stadt ausgelöst. Wie örtliche Medien am Dienstagabend (Ortszeit) übereinstimmend berichteten, kam es nach einer zunächst friedlichen Versammlung von Hunderten Menschen später auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Wiederholt um Hilfe gefleht

Nachdem Demonstranten von dem mutmaßlichen Tatort zu einem Polizeirevier gezogen waren, sollen dort Polizeifahrzeuge und Fensterscheiben beschädigt worden sein. Einsatzkräfte gingen demnach mit Tränengas und Geschossen gegen die Demonstranten vor.

Auslöser für die Proteste war ein rund zehn Minuten langes Video aus der Stadt im Bundesstaat Minnesota, das auf Facebook gestellt wurde: Ein weißer Polizist drückt sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals eines schwarzen Verdächtigen. Mehrfach erklärt der am Boden liegende Mann, George Floyd, dass er nicht mehr atmen könne und bittet um Hilfe.

Bürgermeister ist entsetzt

Die Polizei Minneapolis teilte mit, der Vorfall werde nun nicht nur intern, sondern auch von der Bundespolizei FBI untersucht. Der Bürgermeister der Stadt im Bundesstaat Minnesota, Jacob Frey, zeigte sich entsetzt:

Es sollte in Amerika kein Todesurteil sein, schwarz zu sein.
Jacob Frey, Bürgermeister Minneapolis

Die vier in den Fall involvierten Polizisten seien entlassen worden, erklärte Frey über Twitter. Der Mann, George Floyd, hätte nicht sterben dürfen, so Frey weiter. Mit Blick auf das Video sagte er vor Journalisten: Was darauf zu sehen sei, "ist in jeder Hinsicht falsch". Auch in Washington äußerten sich mehrere Abgeordnete und Senatoren entsetzt.

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Verdächtiger befand sich in medizinischer Notlage

Die Beamten seien zunächst einem Notruf wegen eines Fälschungsdelikts in einem Geschäft nachgegangen, sagte Polizeisprecher John Elder. Dann hätten die Polizisten einen Mann in einem Auto vorgefunden, auf den die Beschreibung des Verdächtigen gepasst habe.

Als dieser - auf Aufforderung der Beamten - aus seinem Auto gestiegen sei, habe er sich ihnen körperlich widersetzt. "Die Beamten konnten dem Verdächtigen Handschellen anlegen und bemerkten, dass er in einer medizinischen Notlage zu sein schien", ergänzte Elder.

USA: Immer wieder Polizeigewalt gegen Schwarze

Ein Passant fordert die Polizisten wiederholt auf, den Verdächtigen loszulassen. Der Mann am Boden wird dann zunehmend ruhiger, bevor er das Bewusstsein zu verlieren scheint. "Messt seinen Puls", schreit ein Passant. Sanitäter tragen den Mann etwa acht Minuten nach Beginn des Videos in einen Krankenwagen. Er stirbt kurz darauf.

In den USA kommt es immer wieder zu Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze. Der jüngste Vorfall erinnert an den ebenso auf Video festgehaltenen Fall des Afroamerikaners Eric Garner. Der damals 43-Jährige wurde 2014 von New Yorker Polizisten zu Boden geworfen; sie drückten ihm die Luft ab, später starb er im Krankenhaus.

"Black Lives Matter" kämpft gegen Rassismus

Garners letzte Worte - "Ich kann nicht atmen" - wurden zu einem Slogan der Bewegung "Black Lives Matter". Diese setzt sich in den USA für Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen und gegen Polizeigewalt ein.

Am Dienstagabend kamen in der Großstadt im Bundesstaat Minnesota zahlreiche Demonstranten zusammen, viele von ihnen wegen des Coronavirus mit Gesichtsmasken. Auf Schildern war zu lesen "Gerechtigkeit für George Floyd" und "Black Lives Matter" (Schwarze Leben zählen).

Illegale Polizeigewalt ist in Deutschland deutlich höher als angenommen. Laut einer Studie der Ruhr-Universität Bochum kommen auf einen Verdachtsfall von illegaler Polizeigewalt in Deutschland mindestens fünf Fälle, die nicht angezeigt werden.

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