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Drei Polizisten in Frankfurt suspendiert

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Nach Gewaltvideos - Drei Polizisten in Frankfurt suspendiert

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Nachdem zwei Videos veröffentlicht worden waren, die einen brutalen Polizeieinsatz zeigten, hat die Frankfurter Polizei nun drei Polizisten vom Dienst suspendiert.

Archiv: Ein Polizist steht am Rande einer Demonstration vor einem Polizeirevier auf der Frankfurter Zeil am 13.07.2020
Drei Frankfurter Polizisten wurden nach Gewaltvideos suspendiert.
Quelle: dpa

Nach der Veröffentlichung zweier Videos von einem brutalen Polizeieinsatz gegen einen 29-Jährigen in Frankfurt am Main sind drei Beamte in der Mainmetropole vom Dienst suspendiert worden. Wie die Frankfurter Polizei mitteilte, wurde gegen die Beamten am Mittwoch ein "Verbot des Führens der Dienstgeschäfte ausgesprochen".

Videos zeigten brutalen Polizeieinsatz

Nach dem Einsatz in der Nacht zum Sonntag waren im Internet zwei Videos aufgetaucht, die zeigten, wie Polizisten auf den am Boden liegenden beziehungsweise schon in einem Polizeiauto sitzenden Mann eintreten.

In immer mehr Städten kommt es zu Vorfällen von Polizeigewalt. Zuletzt sorgte ein Polizeieinsatz im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen für Aufregung.

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Auch in Düsseldorf und Hamburg waren ähnliche Videos von Polizeiaktionen veröffentlicht worden, die für Schlagzeilen und Debatten in sozialen Netzwerken gesorgt hatten. Auf dem Handy-Video aus Hamburg etwa war zu sehen, wie mehrere Beamte einen Jugendlichen niederringen.

Nach einem ebenfalls umstrittenen Polizeieinsatz gegen Teilnehmer einer Anti-Rechts-Demonstration im rheinland-pfälzischen Ingelheim hat die Staatsanwaltschaft Mainz Ermittlungen gegen sechs Polizeibeamte angestrengt.

Vorwürfe gegen Ingelheimer Polizisten nach Anti-Rechts-Demo

Gegen vier namentlich bekannte Polizisten laufe ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt, sagte der Mainzer Polizei-Vizepräsident Thomas Brühl am Mittwoch im innenpolitischen Ausschuss des Landtags. Ein weiterer Beamter werde beschuldigt, ohne Rechtfertigung Pfefferspray eingesetzt zu haben. Einem namentlich noch nicht bekannten Beamten werde vorgeworfen, eine 16-Jährige Demonstrantin geschlagen zu haben.

Außerdem seien bislang fünf Dienstaufsichtsbeschwerden eingegangen. Die Auswertung des umfangreichen Videomaterials von der Demonstration am vergangenen Samstag dauere noch an. Innenminister Roger Lewentz (SPD) versicherte erneut, die Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte würden gründlich aufgeklärt.

Innenministerium warnt vor Interpretation von "Videoschnipseln"

Das Bundesinnenministerium mahnte zur Vorsicht bei der Interpretation von Videos möglicher polizeilicher Übergriffe. Bei der "Beurteilung der Sachverhalte" sei "Zurückhaltung angezeigt", sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin.

Aus "Videoschnipseln" könne nicht auf die Gesamtsituation geschlossen werden. Die Untersuchung der Vorfälle sei "Aufgabe der Behörden vor Ort". Zu Berichten von Betroffenen und Augenzeugen über mutmaßliche Polizeigewalt sagte der Sprecher, solche Äußerungen bildeten "immer nur eine Seite der Wahrnehmung" ab.

Zwei Vorfälle von polizeilichem Fehlverhalten haben eine neue Debatte um die Polizei angestoßen. In Düsseldorf und Frankfurt kam es am Samstag zu Gewalt gegenüber Verdächtigen.

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Gewerkschaft der Polizei: Soziale Medien fördern "Hysterie"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte zuvor Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie aktuell über den Einsatz von Gewalt durch Polizeibeamte diskutiert wird geäußert. "Bei der Begutachtung polizeilichen Handelns darf nicht der Kontext einer Situation ausgeblendet werden", forderte GdP-Vize Jörg Radek am Mittwoch.

Leider werde der Anlass einer polizeilichen Maßnahme in der Regel erst erörtert, "wenn die Welle der Empörung bereits über der Polizei gebrochen ist - wenn überhaupt", kritisierte er. Die Nutzer der sozialen Medien beförderten zu oft "Hysterie".

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