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Presseschau zum Oprah-Interview - "Meghan beschwört den Geist Dianas"

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Harry und Meghan erheben Rassismus-Vorwürfe gegen das britische Königshaus - das sei verheerend für die britische Monarchie, so die Presse. Doch es regt sich auch Kritik an Meghan.

Zeitungen, die das Interview von Prinz Harry und Meghan auf ihren Titelseiten führen, liegen auf dem Boden, aufgenommen am 08.03.2021
Titelseiten von Zeitungen mit Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan
Quelle: dpa

Die internationale Presse ist sich einig: Die Vorwürfen von Prinz Harry und Herzogin Meghan erschüttern das britische Königshaus. Besonders der Vorwurf des Rassismus "ist zu giftig, um ihn zu ignorieren", schreibt die Londoner "Times".

Nur wenige Kommentatoren äußern sich auch kritisch Meghan gegenüber: "Was von der großen Oprah-Show Melodramatik war und was berechtigte Bitterkeit" versuche man jetzt "mühsam auseinander zu klauben", schreibt der Zürcher "Tages-Anzeiger".

Von Suizidgedanken geplagt, von Verletzungen und rassistischen Äußerungen ist die Rede - es sind heftige Vorwürfe, die Herzogin Meghan und Prinz Harry in einem US-Interview dem britischen Königshaus machen.

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2 min
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Zürcher Tages-Anzeiger: Schlag gegen das Königshaus hat gesessen

"Zweifel hat jedenfalls niemand daran, dass Meghan auf rassistische Töne stieß", schreibt der "Tages-Anzeiger" weiter. "Und besonderen Respekt für Frauen, die sich von vorgegebenen Rollen absetzen wollten, hat die britische Monarchie sowieso nie gehabt. Das war schon Kern des Diana-Dramas, das Meghan nun in Erinnerung ruft."

So ein Schlag allein hebe eine britische Monarchie natürlich nicht aus den Angeln. Britische Republikaner würden sich aber begreiflicherweise über die Zerwürfnisse freuen.

The Times: Monarchie muss sich Erfordernissen der Zeit anpassen

Zu den Vorwürfen meint die Londoner "Times" am Dienstag: "Die Ungereimtheiten in der Geschichte machen es unvermeidlich, dass die Medien weiter versuchen werden, herauszufinden, wer was zu wem gesagt hat."

Der Vorwurf des Rassismus ist zu giftig, um ihn zu ignorieren.
Die "Times"

Das Problem für die königliche Familie sei dabei, dass es wenig gibt, was sie als Erklärung oder Abschwächung sagen könnte, ohne dabei das Risiko einzugehen, die Situation noch schlimmer zu machen.

Es wäre deshalb wichtig, sich nicht in detaillierte Widerlegungen zu verstricken, sondern stattdessen die Bemühungen zu verdoppeln, Engagement für Diversität durch Worte und Taten zu demonstrieren, empfiehlt die "Times".

Doku | ZDFzeit - Ärger im Buckingham Palast 

2019 war ein Schreckensjahr für die Queen und 2020 ist nicht minder eklatant gestartet. Enge Familienmitglieder der Windsors haben für Skandale gesorgt, zwei haben sich vom Königshaus losgesagt. Das Image ist angekratzt, der Palast aber schweigt.

Videolänge
43 min

La Repubblica: Meghan beschwört den Geist Dianas

"Es ist, als wäre der Geist von Diana in einem Macbeth-Stück von 2021 in der Rolle des Banquo aufgetaucht, um an die Unterdrückung, die Selbstmordversuche und die Verfolgung von Reportern bis hin zu ihrem Tod zu erinnern", schreibt die italienische Zeitung "La Repubblica".

Meghan als Herzogin und als alles andere präsentiere sich jetzt als das größte Opfer des Rassismus vor allem gegen Frauen, und der heutige Feminismus solle auf ihrer Seite sein, heißt es in dem Kommentar weiter.

Verdens Gang: Flucht auf die Hühnerfarm

Die norwegische Boulevardzeitung "Verdens Gang" (Oslo) kommentiert: "Natürlich sollte niemand Rassismus tolerieren. Niemand! Und niemand sollte psychische Übergriffe akzeptieren oder unter Druck gesetzt werden, Handlungen auszuführen, zu denen er nicht stehen kann." Trotzdem scheine es ein wenig seltsam, dass Aufmerksamkeit für das berühmteste Königshaus der Welt und Rampenlicht an sich für eine gefeierte Hollywood-Schauspielerin eine so überwältigende Überraschung waren.

"Wurde sie so nachdrücklich vom Buckingham Palace im Stich gelassen, dass sie nie wirklich eine Chance hatte? Wurde sie absichtlich den Wölfen vorgeworfen?", fragt die Zeitung. Fragen, die Oprah Winfrey nicht gestellt habe.

Trouw: Rassismusvorwürfe verheerend für britisches Königshaus

In der niederländischen Zeitung "Trouw" ist zu lesen:

Das R-Wort macht die von dem Paar gezündete Bombe verheerend für die britische Monarchie und die Queen, die an der Spitze des Commonwealth steht.
Die niederländische Zeitung "Trouw"

Sowohl Meghan als auch Harry seien bei den Anschuldigungen äußerst vage.

"Nun, da die beiden A gesagt haben, müssen sie auch B sagen. Sonst könnten ihre Behauptungen als Lästerei eines rachsüchtigen Paares angesehen werden, das nur darauf aus ist, sein eigenes Nest zu beschmutzen", heißt es weiter. Das sei auch ausgiebig passiert - die Polarisierung rund um das Thema Rassismus sei im Moment (weltweit) enorm. Und das wüssten Meghan und Harry sehr gut.

Kommentar

Harry und Meghan - Ein Interview voller Parallelen zu Diana 

Meghan Markle gibt sich im Interview mit Oprah Winfrey als Opfer des Königshauses. Sie beschreibt sich und ihr Kind als Opfer von Rassismus, sie habe an Selbstmord gedacht.

von Diana Zimmermann, London
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