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Angeklagt in mehr als 30 Fällen - Priester wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht

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Beim Computerspielen, beim Baden, beim Fernsehen: Mehr als 30 Mal soll ein katholischer Priester aus Köln Kinder missbraucht haben, als sie ihn besuchten. Nun steht er vor Gericht.

Ein katholischer Priester aus dem Erzbistum Köln muss sich seit heute vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Er soll in den 90er Jahren seine drei Nichten missbraucht haben.

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Ein katholischer Priester steht seit Dienstag wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Kölner Landgericht. Laut Anklage soll der 70-Jährige in den 1990er Jahren in Gummersbach seine drei Nichten missbraucht haben, die zu der Zeit zwischen sieben und 13 Jahre alt waren. Angeklagt sind 31 Fälle, drei davon stuft die Staatsanwaltschaft als schwer ein. (AZ: 102 KLs 17/20)

Gleich zu Beginn beantragt sein Verteidiger den Ausschluss der Öffentlichkeit. Doch die 2. Große Strafkammer entscheidet: Bei der Anklageverlesung dürfen die Zuschauer dabei bleiben. "Das öffentliche Interesse an dem Verfahren ist groß und höher zu bewerten als die schutzwürdigen Interessen des Angeklagten", sagt Richter Christoph Kaufmann zur Begründung.

Drei der 31 Fälle als schwer eingestuft

Der Staatsanwalt verliest die Anklage. Demnach soll der Priester zwischen 1993 und 1999 seine drei Nichten missbraucht haben. Die damals zwischen sieben und 13 Jahre alten Mädchen hatten regelmäßig einzeln bei ihrem Onkel, der damals in Gummersbach tätig war, übernachtet. In der Badewanne oder auf seinem Schoß sitzend soll er sie dann an Genitalien, Brust und Po berührt oder sie sogar vergewaltigt haben. Drei der 31 Fälle stuft die Staatsanwaltschaft als schwer ein.

Zudem soll der Geistliche im Jahr 2011, während seiner Zeit als Krankenhausseelsorger in Wuppertal, eine Elfjährige missbraucht haben, die mit ihrer Freundin bei ihm zu Besuch war. Die Staatsanwaltschaft hatte hierzu erst vor gut zwei Wochen Anklage erhoben, das Gericht hat nun beide Verfahren verbunden.

In Köln startet der Missbrauchsprozess gegen einen katholischen Priester. ZDF-Reporterin Dorthe Ferber ordnet die Rolle des Erzbistums Köln bei der Aufklärung des Falls ein.

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Priester wurde schon einmal angezeigt

Der bärtige Angeklagte im grauen Pullover sieht während der detaillierten Schilderungen des Staatsanwalts nicht auf und liest die Vorwürfe in seinen Unterlagen mit. Unter den 38 Zeugen, die die Kammer für die 20 Prozesstage geladen hat, sind auch prominente Kirchenvertreter, die im Kölner Erzbistum früher Verantwortung trugen. Der heutige Hamburger Erzbischof Stefan Heße, einst Personalchef in Köln, soll am 18. Januar vor Gericht erscheinen. Auch den ehemaligen obersten Kölner Kirchenrichter Günter Assenmacher will die Kammer hören.

Der angeklagte Priester war im Jahr 2010 - als Heße Personalchef war - schon einmal angezeigt worden. Doch die Anzeige wurde zurückgezogen und es geschah zunächst nichts. Erst 2019 wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen und führten dann zur Anklage. Somit dürfte auch die Frage eine Rolle spielen, ob Heße seinerzeit den Anschuldigungen gegen den Angeklagten mit der gebotenen Gründlichkeit nachgegangen ist. Heße selbst hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Kurzer Prozess oder langwieriges Verfahren?

Wie sich der angeklagte Priester zur Sache äußert, bleibt zunächst offen. Würde er ein Geständnis ablegen, könnte es ein kurzer Prozess werden. Andernfalls ist wegen der vielen und weit zurückliegenden möglichen Taten eine komplizierte Beweisführung zu erwarten - und damit ein langwieriges Verfahren.

Nebelschwaden ziehen über die Kuppel des Petersdoms in Rom (Italien) aufgenommen am 19.02.2020

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