Sie sind hier:

Von Berlin bis Madrid - Tausende bei pro-palästinensischen Demos

Datum:

In mehreren europäischen Städten gibt es erneut pro-palästinensische Demonstrationen. In Berlin wurde ein Aufzug von der Polizei aufgelöst. Ein Überblick.

In mehreren Städten haben erneut Menschen für mehr Solidarität mit den Palästinensern demonstriert. In Berlin kam es vereinzelt zu Ausschreitungen. Die jüdische Gemeinde kritisierte, auf den Demos zeige sich unverhohlener Antisemitismus.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

In mehreren europäischen Städten sind heute Tausende Menschen aus Solidarität mit den Palästinensern im Konflikt mit Israel auf die Straßen gegangen.

In Berlin waren drei Demo-Züge unterwegs. Ein erster mit rund 120 Teilnehmenden verlief laut Polizei friedlich. Die Demonstranten forderten "Freiheit für Palästina" und erinnerten an die "Nakba" (deutsch: Katastrophe). Am 15. Mai gedenken die Palästinenser damit der Vertreibung und Flucht Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

Die zweite Demo mit rund 3.500 Teilnehmern lösten die Beamten auf, weil Abstände nicht eingehalten wurden, woraufhin es zu Stein- und Flaschenwürfen und dem Zünden von Pyrotechnik kam. Demonstranten schlugen auf Polizisten ein, die Pfefferspray einsetzten. Nach Angaben der Polizei gab es Verletzte und Festnahmen, konkrete Zahlen nannte ein Polizeisprecher zunächst nicht. Ein Journalist berichtet von einer medienfeindlichen Stimmung, vor ihm explodierte Pyrotechnik:

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Auf einer Demo gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel kamen in Berlin ebenfalls mehrere Hundert Menschen zusammen.

Parolen, die Existenzrecht Israels negieren

In Frankfurt am Main hatte ein Gericht das Verbot einer Demo durch die Innenstadt kurzfristig aufgehoben. Laut Polizei demonstrierten rund 2.500 Teilnehmer. In dem Demo-Zug wurde ein Schild hochgehalten, auf dem stand: "From the river to the sea Palastine will be free" (deutsch: Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein), was das Existenzrechts Israels negiert. Größere Zwischenfälle blieben aus, so ein Polizeisprecher. Die Polizei löste die Versammlung um 18 Uhr auf, da es den Angaben zufolge Verstöße gegen die Auflagen gegeben hatte.

Auch in Hamburg wurde eine Demonstration aufgelöst. Die Stimmung unter den 400 bis 500 Teilnehmern sei hoch emotionalisiert gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Situation habe sich weiter verschärft, als einige Personen mit Israel-Flaggen erschienen seien. In Stuttgart kam es bei einer von der Initiative "Palästina spricht" organisierten Kundgebung zu tumultartigen Szenen, in Freiburg sprach die Polizei von teils aufgeheizter Stimmung. In Köln haben rund 800 Menschen demonstriert. Da Corona-Abstände nicht eingehalten wurden, wurde die Demo vorzeitig beendet.

In den vergangenen Tagen hatte es angesichts des sich zuspitzenden Nahost-Konflikts in mehreren Städten in Deutschland bereits antisemitische und anti-israelische Demonstrationen gegeben.

Eskalierter Nahost-Konflikt - Hochhaus mit Medienbüros in Gaza zerstört 

Die Angriffe aus dem Gazastreifen sind so intensiv wie nie zuvor. Israels Militär fährt Luftangriffe. Derweil versucht der US-Nahost-Gesandte, im Konflikt zu vermitteln.

Videolänge
2 min

Corbyn spricht bei Demonstration in London

Tausende Menschen haben auch in London demonstriert. Organisiert wurde der Protestmarsch durch den Hyde-Park von verschiedenen pro-palästinensischen Organisationen. Viele Teilnehmer trugen Palästina-Fahnen und "Free Palestine"-Banner. Ein Sprecher der Gruppe forderte die britische Regierung auf, ihre militärische, diplomatische und finanzielle Unterstützung für Israel umgehend einzustellen.

Als Redner trat unter anderen der ehemalige Chef der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, auf. In einer Rede vor der israelischen Botschaft in London forderte er die Regierung in Jerusalem auf, die Besetzung des Westjordanlands zu beenden, die Siedlungen zu räumen und die Blockade des Gazastreifens zu beenden. Der 71-Jährige, der für den Londoner Wahlkreis North Islington im Parlament sitzt, ist derzeit aus der Fraktion seiner Partei ausgeschlossen, während eine Untersuchung zu Antisemitismus in der Partei unter seiner Führung (2015 bis 2020) läuft.

Welche Rolle spielt die EU bei dem Konflikt und was wird von ihr erwartet?

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Corbyn war wegen seiner als einseitig wahrgenommenen Unterstützung für die Palästinenser in der Vergangenheit auch selbst antisemitischer Tendenzen bezichtigt worden, hatte die Vorwürfe aber stets bestritten.

Madrid: Junge Menschen in Flaggen gehüllt

In Madrid gingen nach Angaben der Polizei etwa 2.500 Menschen zur Unterstützung der Palästinenser auf die Straße. Viele junge Leute waren in palästinensische Flaggen eingehüllt. Die Demonstranten riefen die Europäer auf, mit Israel nicht länger zu kooperieren.

Trotz Verbots haben sich auch in Paris zahlreiche Menschen zu einer pro-palästinensischen Demonstration versammelt. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um zu versuchen, die ersten Gruppen von Demonstranten zu zerstreuen, wie der Sender Franceinfo am Samstagnachmittag berichtete.

Rund 4.200 Polizisten waren in der französischen Hauptstadt demnach im Einsatz. Bis 19 Uhr wurden dort nach Angaben der Polizei 44 Menschen festgenommen, ein Polizist wurde verletzt.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.