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Polizeieinsatz gegen Schwarzen - Wieder Ausschreitungen in Philadelphia

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Der Tod eines Afroamerikaners bei einem Polizeieinsatz am Montag löst in Pennsylvania gewaltsame Proteste aus. Der Bundesstaat ist bei der US-Wahl stark umkämpft.

Plünderer geht nach Protesten gegen die Erschießung des Schwarzen Walter Wallace durch die Polizei in Philadelphia (USA) am 27.10.2020
Bei den Protesten in Philadelphia kam es auch zu Plünderungen.
Quelle: Reuters

Nach dem Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse hat es in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania die zweite Nacht in Folge Ausschreitungen gegeben. Zunächst hätten Hunderte Menschen friedlich gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert, berichteten örtliche Medien.

Später seien Beamte mit Steinen und Flaschen attackiert worden, die Polizei habe Reizgas und Schlagstöcke eingesetzt. Auch Plünderungen wurden gemeldet. Auslöser der Proteste war der Tod des 27-jährigen Walter Wallace bei einem Polizeieinsatz am Montag. Der Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe dieses trotz mehrfacher Aufforderungen nicht fallen lassen, teilte die Polizei mit.

Weißes Haus: Mob darf nicht regieren

Er habe sich auf die Polizisten zubewegt, woraufhin zwei Beamte mehrfach auf ihn gefeuert hätten. Passanten filmten den Vorfall mit ihren Smartphones. Der 27-Jährige litt nach Angaben seiner Familie unter psychischen Problemen. Die Angehörigen werfen der Polizei unverhältnismäßige Gewalt vor.

Bei den Protesten waren nach Polizeiangaben bereits am Montag 30 Beamte verletzt und 91 Menschen festgenommen worden. In einer Erklärung des Weißen Hauses hieß es, alle Vorfälle mit tödlicher Gewalt müssten vollständig untersucht werden. Es könne aber niemals zugelassen werden, "dass der Mob regiert".

Amerikanische Flagge vor dem Weißen Haus.

Politik | Wahlen im ZDF - USA: Präsident Joe Biden 

Der Demokrat Joe Biden gewinnt im November 2020 die Präsidentenwahl in den USA und tritt im Januar 2021 sein Amt an. Vieles hat sich seit Donald Trump veränd...

Biden in Pennsylvania in Umfragen vor Trump

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden sprach den Angehörigen des Toten sein Mitgefühl aus, verurteilte aber auch die Ausschreitungen. Angriffe auf Polizisten und die Zerstörung kleiner Unternehmen brächten keine Gerechtigkeit.

Der Fall rückt auch in den Fokus, weil Pennsylvania zu den Swing States zählt, jenen umkämpften Bundesstaaten, die bei der US-Wahl nächste Woche entscheidend sein könnten. Bei der Wahl 2016 konnte Trump sich in dem Bundesstaat sehr knapp durchsetzen. Umfragen räumen derzeit Biden gute Chancen ein, es könnte aber eng werden.

Seit Monaten Proteste gegen Polizeigewalt

Unterdessen versprach Philadelphias Polizeichefin dem Sender ABC zufolge eine lückenlose Aufklärung des Falls. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Beide Beamte hätten Körperkameras getragen. Die Bilder wurden jedoch zunächst nicht publik gemacht. Die zwei Polizisten seien während der Ermittlungen in den Innendienst versetzt worden.

In den USA war es seit Ende Mai landesweit zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Auslöser war der Tod des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. Bei der Festnahme hatte ein Polizist rund acht Minuten lang sein Knie auf Floyds Nacken gedrückt.

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