Queen Elizabeth II.: Ein Leben voller Pflicht und Disziplin

    Queen Elizabeth II.:Ein Leben voller Pflicht und Disziplin

    von Ulrike Grunewald
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    Es wird immer nur eine "Queen" geben: Elizabeth II. Wohl keine andere Person hat die Geschicke des englischen Königshauses so geprägt wie sie.

    Bis zuletzt lebte und arbeitete die Queen (96) mit bedingungsloser Hingabe für ihr Land und hatte es geschafft, die Dynastie der Windsors erfolgreich in die Moderne zu führen. Als Mädchen hat sie den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erlebt, später als junge Monarchin die Auflösung des British Empire, in den 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts den Terror der IRA und in den 90ern die Infragestellung der Monarchie in ihrem eigenen Land.

    Elizabeth II. - ein Leben voller Pflichten und Disziplin

    Ihr Leben war aufs Engste mit dem politischen Weltgeschehen verknüpft. Dabei war Elizabeth Windsor ursprünglich gar nicht als Königin vorgesehen, da ihr Vater George nur der Ersatzmann der Krone war. Zunächst saß ihr Onkel auf dem Thron: Edward VIII. Doch 1936 dankte der König ab - der Liebe zu einer geschiedenen Amerikanerin wegen. Sein jüngerer Bruder, der Vater von Elizabeth, musste einspringen. Er übernahm als George VI. die Krone, damit wurde seine Tochter Thronfolgerin, und für sie begann ein Leben voller Pflichten und Disziplin.
    Beides gehörte zum Charakter Elizabeths und ihr Dienst für die Monarchie hatte stets Vorrang vor allen persönlichen Befindlichkeiten. "Never complain, never explain", sich niemals beklagen und nichts erklären - an dieses Motto ihrer Ur-ur-Ahnin Victoria hielt sich die Queen eisern.
    Die Regentschaft der Queen im Vergleich
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    Tragen der Krone hat seine Tücken

    Einen Einblick in ihr Seelenleben hat sie nie gegeben, nur so viel verriet sie: Die Krone wiege gelegentlich schwer, und das nicht nur im übertragenen Sinne.
    Bei der jährlichen Parlamentseröffnung musste die Monarchin die Imperial State Crown stets mit Vorsicht auf dem Kopf balancieren, denn mit über einem Kilogramm Gewicht hat das Symbol ihrer Regentschaft so seine Tücken.

    Während einer Rede darf man nicht nach unten schauen, man muss den Text anheben - sonst würde sie einem das Genick brechen oder runterfallen.

    Queen Elizabeth II.

    Als Queen 15 Premierminister erlebt

    Obwohl sie sich aus der Tagespolitik traditionell heraushielt, da sich ihre Rolle in einer konstitutionellen Monarchie aufs Repräsentieren beschränkte, war sie stets bestens über die Geschehnisse in ihrem Land und in der Welt informiert. 15 Premierminister hat sie während ihrer Regentschaft erlebt und sich mit ihnen beraten und sie an ihrer 70-jährigen Erfahrung auf dem Thron teilhaben lassen.
    Die Monarchin hatte vor kurzem noch Boris Johnson aus dem Amt verabschiedet und Liz Truss zur neuen Premierministerin ernannt. 06.09.2022 | 1:58 min
    Als Königin Großbritanniens und Nordirlands war es ihre Aufgabe, auch die Nachfolgeorganisation des British Empire, das Commonwealth of Nations, zu repräsentieren. Sie war das Oberhaupt des Bundes, in dem sich 54 souveräne Staaten zusammengeschlossen haben, in 14 Ländern war die Queen auch das Staatsoberhaupt.

    Boris Johnson sprach von "Elizabeth the Great"

    Im Alter von 21 Jahren, mit ihrer Volljährigkeit, hatte Prinzessin Elizabeth dieser "Familie" von Nationen ein Versprechen gegeben: Sie werde ihren Völkern dienen, so lange ihr Leben dauere, möge es kurz oder lang sein. Daran hielt sie sich bis zum Ende.
    "Wir sollten sie Elizabeth die Standhafte nennen", schlug der Historiker Hugo Vickers in einem Interview mit dem ZDF vor, wenn es um ein Label für die elisabethanische Ära geht. Der ehemalige Premierminister Boris Johnson sprach gar von "Elizabeth the Great", Elizabeth der Großen.

    Corona und Skandale um Megxit und die Affären Andrews

    Während der Corona-Pandemie versprach die Queen den Briten: "We will meet again". Und hat mit ihrer unerschütterlichen Haltung gezeigt, dass sie vor allem eins war: ein beruhigendes und einendes Symbol an der Spitze - auch wenn es zuletzt einsamer um sie geworden war, seit ihr Ehemann und Berater Prinz Philip am 9. April 2021 verstarb.
    Skandalen wie dem "Megxit" und den angeblichen Affären ihres zweitältesten Sohnes Andrew begegnete sie mit stoischer Ruhe. Die Queen hielt Kurs, galt als beständig und uneitel und hat so wesentlich zur Beliebtheit des englischen Königshauses beigetragen.

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