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Erdbunker in Seevetal entdeckt - Handelt es sich um ein RAF-Versteck?

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Ganz ausschließen kann das Landeskriminalamt Niedersachsen es nicht: Gibt ein wohl vor Jahrzehnten vergrabenes Fass Hinweise auf gesuchte Ex-RAF-Terroristen?

Ein Schreiben der RAF aus den 90er Jahren. Archivbild
Ein Schreiben der RAF aus den 90er Jahren. Archivbild
Quelle: picture alliance / dpa

Waldarbeiter haben nahe Seevetal in Niedersachsen in einem Erddepot möglicherweise Hinterlassenschaften der linksterroristischen RAF gefunden. In einem im Wald vergrabenen Kunststoff-Fass lagen unter anderem Schriftstücke aus den 1980er Jahren und Behälter mit noch unbekannten Flüssigkeiten, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen mitteilte.

Vermutlich keine neuen Erkenntnisse zu Staub, Garweg und Klette

Wegen des Alters der Funde sei nicht davon auszugehen, dass sich Hinweise auf die gesuchten Ex-RAF-Terroristen Ernst Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette ergeben werden, sagte eine LKA-Sprecherin am Sonntag.

Wir können es aber nicht komplett ausschließen.
Das LKA zu möglichen neuen Hinweisen auf RAF-Terroristen

Zunächst würden die Spuren gesichert und geprüft, ob es Verbindungen zu anderen Strafverfahren gebe. Nach erster Bewertung des gefundenen Schriftmaterials sei ein Bezug zur RAF nicht auszuschließen, die Inhalte ließen vermuten, dass das Erddepot vor Jahrzehnten angelegt worden sei. Waffen wurden nicht gefunden.

Terroristen leben weiter im Untergrund

Die drei Ex-RAF-Terroristen scheinen weiter im Untergrund zu leben, in einer ganzen Serie brutaler Raubüberfälle haben sie mehrere Hunderttausend Euro erbeutet. Vor fünf Jahren wurde bekannt, dass Staub, Garweg und Klette noch aktiv sind. Die Polizei wies mit DNA-Spuren nach, dass sie unter anderem im Juni 2015 in Stuhr bei Bremen versucht hatten, einen Geldtransport auszurauben.

Gefunden wurde das Trio seitdem nicht, auch wenn die Bundesrepublik es 2020 sogar europaweit suchen ließ. Die Behörden gehen davon aus, dass das Trio sich mit Raub Geld für das Leben in der Illegalität verschaffen wollte. Die Rote-Armee-Fraktion (RAF) kämpfte mehr als 20 Jahre mit Gewalt gegen das angeblich "imperialistische System" der Bundesrepublik.

34 Menschen tötete die RAF

Von 1971 bis 1993 töteten die Terroristen 34 Menschen, darunter auch Repräsentanten von Wirtschaft und Politik wie Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Die RAF verkündete im April 1998 nach 28 Jahren ihre Auflösung.

Waldarbeiter fanden das Depot den Angaben zufolge am Freitagnachmittag bei Baumschnittarbeiten. Ein mobiles Laborteam des LKA Niedersachsen überprüfte den Inhalt des Fasses auf gefährliche Stoffe. Fest stand danach: Gefahr ging von den Flüssigkeiten nicht aus. Aber um welche Flüssigkeiten es sich handelte, war zunächst noch unklar.

28 Jahre lang versetzte die Terror-Organisation Rote Armee Fraktion die deutsche Politik und Wirtschaft in Angst und Schrecken. Die Frauen und Männer der RAF wollten die Republik radikal verändern.

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43 min
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Fundstücke blieben 40 Jahre lang unentdeckt

Neue Erkenntnisse seien auch nicht kurzfristig zu erwarten, sagte die LKA-Sprecherin - immerhin seien die Fundstücke vermutlich 40 Jahre unentdeckt geblieben. Über die gefundenen Schriftstücke - also etwa die Menge oder den Inhalt - gab das LKA zunächst keine Auskunft.

"Es sind Beweismittel, die ins kriminaltechnische Institut gebracht werden, um Spuren zu sichern", sagte eine Sprecherin am Samstagabend. Teile kamen auch für weitere kriminaltechnische Untersuchungen zur Polizei Harburg. Möglicherweise seien noch DNA oder Fingerabdrücke nachweisbar. Das Waldgebiet um den Fundort herum wurde weiträumig nach weiteren Depots durchsucht.

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