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Atlanta: Ex-Polizist wegen Mordes angeklagt

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Der Fall Rayshard Brooks - Atlanta: Ex-Polizist wegen Mordes angeklagt

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Nach tödlichen Schüssen auf den Afroamerikaner Rayshard Brooks in Atlanta muss sich ein inzwischen entlassener Polizist wegen Mordes verantworten. Ihm droht die Höchststrafe.

Bezirksstaatsanwalt Paul l. Howard spricht auf einer Pressekonferenz am 17.062020 in Atlanta (USA)
Bezirksstaatsanwalt Paul Howard: Polizist wendete übermäßige Gewalt an.
Quelle: AP

Ein Polizist aus Atlanta, der einen flüchtenden Afroamerikaner mit zwei Schüssen in den Rücken tötete, wurde wegen Mordes angeklagt. Das teilte der Bezirksstaatsanwalt von Fulton County, Paul Howard, mit. Er habe übermäßige Gewalt angewendet. Darauf steht im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft ohne Bewährung oder gar die Todesstrafe.

Anklage: "Verbrecherischer Mord"

Die Anklage lautet auf "verbrecherischen Mord" - "felony murder". Zudem sollen zehn weitere Anklagen gegen den bereits entlassenen Beamten erhoben werden. Sein Kollege soll der schweren Körperverletzung beschuldigt werden - er wurde vom Dienst suspendiert.

In Atlanta hat die Staatsanwaltschaft nach dem Tod von Rayshard Brooks den Polizisten wegen Mordes angeklagt. Ihm drohen eine lebenslange Haft oder die Todesstrafe.

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Ruhige Unterhaltung geführt, bevor Schüsse fielen

Die Streife war zu einem Schnellrestaurant gerufen worden, wo der 27-jährige Rayshard Brooks mit seinem Wagen die Zufahrt zum Autoschalter blockierte. Einer der Polizisten fand Brooks am Steuer seines Autos schlafend vor.

Er rief einen Kollegen herbei, um einen Drogentest vorzunehmen. Körperkameras der Polizisten zeigen, dass Brooks und die Beamten sich mehr als 40 Minuten relativ ruhig und respektvoll unterhielten. Brooks habe während der Unterhaltung mit den Beamten "niemals irgendein aggressives Verhalten gezeigt" oder eine Bedrohung dargestellt, sagte Howard. Sein Verhalten sei kooperativ und "fast schon fröhlich" gewesen.

Von zwei Kugeln in den Rücken getroffen

Doch dann wurde es plötzlich turbulent: Brooks rang mit den Polizisten, schnappte sich die Schockpistole eines Beamten und richtete sie auf einen der beiden, als er über den Parkplatz rannte. Schüsse fielen, Brooks ging getroffen zu Boden.

Der Anwalt von Brooks Familie, Justin Miller, begrüßte die Entscheidung der Staatsanwaltschaft. "Das ist aber erst der erste Schritt. Schritt zwei ist die Verurteilung in allen Anklagepunkten".

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Atlantas Polizeichefin trat zurück

Howard sagte, der Beamte, der des Mordes beschuldigt werden solle, habe Brooks getreten und der andere habe sich auf dessen Schultern gestellt, während Brooks um sein Leben kämpfte. Eine Autopsie ergab, dass Brooks von zwei Kugeln in den Rücken getroffen wurde. Eine Kugel des Polizisten hatte Brooks demzufolge ins Herz getroffen.

Atlantas Polizeichefin Erika Shields trat weniger als 24 Stunden nach diesem Vorfall zurück. Es war ein weiterer Fall von Polizeigewalt, die seit dem Tod von George Floyd am 25. Mai Demonstrationen und Unruhen in den USA ausgelöst hat.

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