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Clankriminalität im Ruhrgebiet - Razzien in Casinos, Wettbüros und Shisha-Bars

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Die Polizei geht seit Monaten verstärkt gegen Clankriminalität in Nordrhein-Westfalen vor. Bei einer Großrazzia gab es Durchsuchungen in acht Städten.

In sieben Städten in Nordrhein-Westfalen ist die Polizei mit einer Großrazzia gegen Clankriminalität vorgegangen. Im Verdacht standen Straftaten im Zusammenhang mit Glücksspiel.

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Mit einem massiven Aufgebot sind die nordrhein-westfälische Polizei und mehrere Behörden am Samstagabend vor allem im Ruhrgebiet gegen Clankriminalität vorgegangen. Kontrolliert wurden in mehr als zehn Kommunen unter anderem Shisha-Bars, Wettbüros, Spielhallen und Teestuben. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte bei einem Einsatz in Essen:

Es geht darum, denen, die im Alltag diese Städte unsicher machen, zu zeigen: Das ist beendet, ihr kriegt hier jeden Tag Unruhe.

Es gelte die klare Ansage: "Hier gilt nicht das Recht der Familie, sondern das Recht des Staates." Es handle sich nicht um Kleinkram, so Reul, sondern um "großkriminelle Taten".

Durchsuchungen gab es es auch in Mülheim, Duisburg, Bochum, Herne, Witten, Gelsenkirchen, Dortmund, Wuppertal und im Kreis Mettmann. An den Durchsuchungen waren auch der Zoll, die Steuerfahndung, städtische Behörden und in einigen Städten auch die Bundespolizei beteiligt.

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Illegales Glücksspiel im Visier                                              

In Essen wurden vor allem Wettbüros und Spielhallen mit Clanbezug unter die Lupe genommen. In einem Hinterzimmer eines Internet-Cafés wurde ein Raum entdeckt, in dem Spielautomaten und Tische aufgestellt waren. Der Zugang zu dem Raum war hinter einem Spind versteckt.

Die Polizei vermutet, dass die Geräte nicht angemeldet waren. In einem Bistro fanden die Beamten drei mutmaßlich illegale Spielgeräte und einen Pokertisch. Die Geräte wurden abtransportiert. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) sagte bei einem Besuch vor Ort:

Der Staat guckt hin und macht deutlich, dass er wehrhaft ist.

Auch Kulturvereine und Teestuben wurden in Essen durchsucht. Es werde überprüft, ob illegales Glücksspiel betrieben werde, sagte eine Polizeisprecherin. Auch werde kontrolliert, ob die Geräte manipuliert oder illegal aufgestellt worden seien. An der Razzia in Essen war neben anderen Behörden auch die Bezirksregierung Düsseldorf mit dem Sonderdezernat "Glücksspiel und Geldwäscheprävention" beteiligt.

Mehrere hundert Polizisten bei Razzia im Einsatz

In Duisburg entdeckte die Polizei eine mutmaßlich illegale Spielhalle. Sie habe sich in einer vermeintlichen Teestube befunden, sagte ein Polizeisprecher. Entdeckt worden seien 17 Geldspielautomaten, für die keine Gewerbeanmeldung vorliege.

Die Polizei durchsuchte am Abend zeitgleich mehrere Objekte im Stadtgebiet von Duisburg. Insgesamt seien mehrere hundert Polizisten daran beteiligt gewesen. In Dortmund wurden am Abend nach dem Fund von unversteuertem Tabak zwei Shisha-Bars geschlossen.

Erst vor drei Wochen wurden mehrere Wohnungen und Firmen durchsucht. Die Polizei nahm vier Tatverdächtige fest.

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Die NRW-Landesregierung fährt seit über zwei Jahren einen harten Kurs gegen Clankriminalität. Das Landeskriminalamt hatte im Mai 2019 das erste Lagebild zur Clankriminalität in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Demnach sah die Polizei in NRW 104 Clans mit kriminellen Mitgliedern am Werk. Allein in den Jahren 2016 bis 2018 sollen rund 6.500 Verdächtige aus der Szene für mehr als 14.000 Straftaten verantwortlich gewesen sein.

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