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Transgender-Streit: J.K. Rowling legt nach

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Potter-Autorin unter Druck - Transgender-Streit: J.K. Rowling legt nach

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Nach umstrittenen Äußerungen erhielt sie heftige Kritik von Transgender-Vertretern - jetzt bezieht Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling deutlich Stellung zu den Vorwürfen.

Archiv: J. K. Rowling, aufgenommen am 10.11.2016
In der Kritik: Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling.
Quelle: AP

Erstmals hat Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling über sexuelle Übergriffe und Missbrauch in ihrer ersten Ehe gesprochen. "Ich stehe nun seit über 20 Jahren im Blickpunkt der Öffentlichkeit und habe nie öffentlich darüber gesprochen, dass ich eine Überlebende von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen bin", beginnt die britische Autorin in einem Essay auf ihrer Webseite.

Kritik von Transgender-Vertretern

Ihre überraschende Veröffentlichung ist Rowlings Reaktion auf die starken Proteste gegen ihre kritischen Äußerungen zu Transgender-Menschen. Die 54-Jährige hatte kürzlich auf Twitter einen Artikel kritisiert, in dem Frauen als "Menschen, die menstruieren" bezeichnet wurden.

"Ich bin sicher, dass es ein Wort für solche Menschen gegeben hat", lästerte die Autorin. Das englische Wort "women" für Frauen war in dem Artikel vermieden worden. Rowling fragte in ihrem Tweet spöttisch, ob das frühere Wort "Wumben", "Wimpud" oder "Woomud" geheißen habe. "Ich bin sicher, dass es früher ein Wort für diese Menschen gab. Kann jemand helfen?" Es hagelte Kritik.

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Die US-Organisation Allianz von Schwulen und Lesben gegen Diffamierung nannte Rowling daraufhin grausam und gefährlich. Sie könne nur Fantastereien gut schreiben. Auch von anderen Netz-Usern erhielt Rowling heftige Kritik.

Transgender ein Trend?

Rowling hatte sich schon zuvor zu Transgenderfragen geäußert. Sie sei besorgt, weil immer mehr Jugendliche eine Geschlechtsanpassung wünschten. So sei in Großbritannien die Zahl junger Frauen, die umoperiert werden wollten, in den vergangenen zehn Jahren exponentiell gestiegen.

Mit ihrem Essay, so Rowling, wolle sie deshalb dazu beitragen, sensibel mit Transgenderfragen umzugehen.

Meinungsfreiheit verteidigen

Die Autorin habe sich intensiv mit der Transgenderthematik beschäftigt, auch im Zusammenhang mit den Stiftungen, die sie aufgrund der in ihrer ersten Ehe erlittenen Gewalt gegründet habe. Die Organisationen kümmern sich um sozial Benachteiligte, insbesondere um Frauen und Kinder.

Ich habe meine Vergangenheit nur erwähnt, weil ich wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten eine komplexe Hintergrundgeschichte habe.
J.K. Rowling, Autorin

Ungeachtet dessen, so die Autorin, sei ihr freie Meinungsäußerung sehr wichtig. Dieses Recht werde sie stets wahrnehmen, auch um die Rechte von Frauen, Männern, Schwulen, Hetero- und Transsexuellen zu verteidigen, insbesondere die Rechte von Kindern und Jugendlichen. Das biologische Geschlecht eines Menschen sei jedoch eine Realität.

Kritik von "Potter"-Schauspielern Watson und Radcliffe

Vor Rowlings Veröffentlichung hatten sich auch die Schauspielerin Emma Watson und ihr Kollege Daniel Radcliffe, die in den "Harry Potter"-Filmen Hauptrollen gespielt hatten, kritisch zur Schriftstellerin geäußert. Sie erklärten, man dürfe die Identität von Transsexuellen nicht in Frage stellen.

Kein Hass gegen Transgender

Rowling kritisierte in ihrem Essay auch, dass Transgender-Aktivisten Frauen, die sich kritisch über sie äußerten, Hass unterstellten. Sie kenne aber keine Transgenderkritikerin, die Transsexuelle hasse.

Genau das werde ihr und anderen von Aktivisten und anderen aber jetzt unterstellt. Es sei ihr Fehler gewesen zu glauben, dass sie auf Twitter eine differenzierte Diskussion führen könne.

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