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WWF-Report - Waldvernichtung im Sekundentakt

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Das Ausmaß der weltweiten Zerstörung tropischer Regenwälder ist immens. An der Entwaldung für Acker- und Weideflächen tragen auch deutsche Verbraucher eine Mitschuld.

Kautschukbaum im Nationalpark Manu in Peru
Nationalpark in der südlichen Amazonasregion in Peru
Quelle: Reuters/Enrique Castro-Mendivil

In etwas mehr als zehn Jahren wurde eine Fläche von 43 Millionen Hektar tropischen Regenwaldes zerstört. Das entspricht in etwa der Größe von Deutschland und Irland zusammen.

Die wachsende Weltbevölkerung führt zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion. Die Nachfrage nach Energie, Holz und anderen Rohstoffen nimmt zu. So fallen die Regenwälder Motorsägen und Brandrodungen zum Opfer.

Das Ausmaß der Wald-Zerstörung

Experten sprechen von Entwaldung. Um deren Ausmaß zu ermitteln, hat WWF International Satellitendaten aus dem Zeitraum 2004 bis 2017 ausgewertet.

Die neue Studie "Entwaldungsfronten" fasst die Ergebnisse zusammen. Sie identifiziert 24 Hotspots mit "extrem voranschreitender Entwaldung".

Nach offiziellen Daten wurde im brasilianischen Amazonas-Gebiet in einem Jahr so viel Regenwald abgeholzt wie zuletzt vor zwölf Jahren.

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Die Hotspots der Zerstörung

Die Hotspots liegen in den tropischen Wäldern Südamerikas, Afrikas und Südostasiens, wobei die Entwaldung von Region zu Region variiert.

In Brasilien, Kolumbien, Peru, Bolivien, Venezuela und Guyana findet mit 18,3 Millionen Hektar die größte Regenwaldzerstörung statt.

Rinderzucht, Sojaanbau und Rohstoffabbau Gründe für Regenwaldzerstörung

Tropenholz-Export, Rohstoffabbau wie Eisenerz, Gold, Kupfer, Rinderzucht sowie Sojaanbau sind die Gründe dafür. Wissenschaftler bezweifeln indes die Rentabilität der Ackerflächen im Amazonasgebiet.

"Die Böden sind von Natur aus physikalisch gut für die Landwirtschaft geeignet, aber chemisch nahezu unfruchtbar, sodass eine ertragreiche Landwirtschaft ohnehin nur mit hohem Dünger- und Pestizidaufwand möglich ist", sagt Wolfgang Wilcke vom renommierten Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Die zweitgrößte Entwaldung findet in Indonesien und Malaysia mit 5,8 Millionen Hektar statt. Sie geht auf das Konto großflächig angelegter Palmölplantagen.  

Weitere Entwaldungsfronten liegen auf Madagaskar sowie Sumatra, wo die Regenwaldbäume als Brennholz genutzt werden. Wertvolle Hölzer gehen zudem in den Export.  

In EU gehandelte Lebensmittel mitverantwortlich

Weiteres Studien-Ergebnis: 46 Prozent der noch bestehenden Wälder in den Entwaldungs-Hotspots sind stark fragmentiert. Das heißt: Sie werden durch Straßen und Ackerflächen zerstückelt.

Ein Sechstel aller in der EU gehandelten Lebensmittel – so die Studie - tragen zur Entwaldung bei. Selbst wenn ein Steak aus deutscher Tierhaltung stammt, kommt das Tierfutter meist aus dem Amazonasgebiet. Auf abgeholzten Flächen in Indonesien und Malaysia wird zudem Palmöl für den europäischen Markt angebaut. Es steckt in vielen Produkten unseres Alltags.

Regenwald: Bollwerk gegen Pandemien

"Regenwälder sind ein wichtiger Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten und ein Bollwerk gegen Pandemien", sagt Susanne Winter vom WWF.

Mit der Entwaldung werden zudem Wasserkreisläufe unterbrochen. Dadurch bleiben feuchte Luftströme aus, die für die kühlende Wirkung der Erde verantwortlich sind. Nicht zuletzt speichern Regenwälder enorme Mengen Kohlenstoff.   

Handeln gegen Waldzerstörung gefordert     

Laut Studie wird die Waldzerstörung besonders in den Entwaldungs-Hotspots noch weiter zunehmen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen die Ausbrüche vieler Infektionskrankheiten in direktem Zusammenhang mit Waldrodungen.

Wir müssen die Regenwälder besser schützen, sonst ist Covid-19 nur ein Vorgeschmack auf künftige Krisen.
Susanne Winter, WWF

Momentan wird auf EU-Ebene über ein Gesetz für entwaldungsfreie Lieferketten beraten, den entsprechenden Entwurf will die EU-Kommission im Mai vorstellen.

Zudem müsse die Holzhandelsverordnung verschärft werden. Denn die Kontrolle illegal gehandelten Holzes wird in der EU nur mangelhaft umgesetzt.

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