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Welttag des Regenwurms - Fleißiger Buddler macht gute Böden

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Ob Regenwürmer eklig sind, ist Geschmackssache. Fakt aber ist: Für gute Böden sind sie unverzichtbar. Deshalb ist dem kringeligen Tier heute sogar ein Welttag gewidmet.

Regenwurm
Weltweit gibt es mehr als 3.000 Regenwurmarten, 47 sind es in Deutschland.
Quelle: imago

Am Welttag des Regenwurms soll dieser nicht nur für seine guten Taten gefeiert werden. Der Ehrentag soll auch die Menschen dazu ermahnen, auf den nützlichen Wurm besser aufzupassen. Denn leicht hat er es nicht. Die Versiegelung von Boden und die zunehmende Trockenheit machen ihm zu schaffen, genauso wie die intensive Landwirtschaft.

Noch nicht auf der Roten Liste

"Der Einsatz des Pfluges kann die Würmer töten, den Boden austrocknen und so als Lebensraum zerstören", erklärt Marja Rottleb vom Naturschutzbund Nabu. Auch Pestizide und Dünger können ihm schaden. Noch steht der Regenwurm zwar nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Für zwei Prozent der Regenwurmarten gibt es allerdings schon eine Vorwarnung, etwa ein Drittel der Arten gelten als "extrem selten". Aber: "Über den Gefährdungszustand der einzelnen Regenwurmarten ist sehr wenig bekannt", so die Nabu-Expertin.

Gärtner und Bauern tun jedenfalls gut daran, den Regenwurm als ihren Freund zu betrachten. Denn der ist ein fleißiger und dabei auch noch kostenloser Helfer. Weil er gerne Gänge buddelt, lockert und durchmischt er den Boden und fördert die Durchlüftung und die Aufnahme von Wasser. Sein Kot ist dabei ein hervorragender Dünger.

Kot vom Regenwurm ist hervorragender Dünger

Die kleinen "Häufchen" im Rasen sollte Gartenbegeisterte daher nicht stören. Im Gegenteil: Einen besseren Wachstumsturbo können sie sich kaum wünschen.

Man sollte sich darüber freuen, denn man spart sich eine Menge Arbeit und wird mit einem gesunden Boden belohnt.
Marja Rottleb, Nabu

Regenwurm bringt Nahrung tief in den Boden

Ganz nebenbei nützen die Würmer auch anderen Tieren und Organismen, weil sie organische Stoffe wie Blätter und Pflanzenreste "nicht nur abbauen, indem sie diese fressen, sondern die Stoffe auch in tiefere Bodenschichten bringen, wo sie für andere Bodenlebewesen als Nahrung dienen". Und: Bei Vögeln und Igeln gilt der Regenwurm selbst als leckerer Happen.

Dirk Steffens erklärt in "Faszination Erde", warum unsere Gartenfreunde, die Regenwürmer, in Kanada nicht wohlgelitten sind.

Beitragslänge:
3 min
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Guter Garten für Regenwürmer: Mit Kompost, ohne Chemie

Rottlebs Tipps für wurmfreundliche Gärten: den Boden nicht umgraben, sondern nur oberflächlich bearbeiten. Auch ein Komposthaufen ist hilfrech. Und: "Der Boden sollte stets bewachsen oder bedeckt, also gemulcht, sein." Chemische Mittel sind natürlich auch für den Wurm ein No-Go.

Dass sich der Regenwurm von Erde ernährt, gehört übrigens ebenso in die Welt der Mythen, wie die Unterstellung, er knabbere die Wurzeln von Garten- oder Nutzpflanzen an. Auch ein Mythos ist, dass aus einem Regenwurm zwei werden, wenn er in der Mitte zerteilt wird. Der vordere Teil kann sich zwar regenerieren, wenn er nicht zu stark verletzt ist. Meist sterben die Tiere aber an Infektionen. 

Reger Regenwurm

Mit dem Regen hat der Regenwurm übrigens rein gar nichts zu tun. Den Namen hat er vor Jahrhunderten bekommen, weil er nun mal so rege ist, also ständig arbeitet und frisst. Regen ist sogar sein Feind. Das Prasseln lockt ihn an die Oberfläche, wo er dann häufig durch die Sonne oder eine hungrige Amsel den Tod findet. Wie schon gesagt: Leicht hat er es nicht.

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion.

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