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Nach Freistellung - Reichelt kehrt zu "Bild" zurück

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Es ging wohl um Vorwürfe des Machtmissbrauchs: Nach Freistellung im Rahmen eines Compliance-Verfahrens kehrt "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt zu der Zeitung zurück.

«Bild»-Chefredakteur Julian Reichelt. Archivbild
«Bild»-Chefredakteur Julian Reichelt. Archivbild
Quelle: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Der wegen Vorwürfen des Machtmissbrauchs freigestellte "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt kehrt in seinen Job zurück. Der Vorstand sehe es trotz der bei der internen Untersuchung festgestellten Fehler in der Amts- und Personalführung als "nicht gerechtfertigt", Reichelt von seinem Posten abzuberufen, teilte die Axel Springer SE mit. In die Bewertung seien auch die "enormen strategischen und strukturellen Veränderungsprozesse" und die "journalistische Leistung" unter der Leitung Reichelts eingeflossen. Zugleich werde die Redaktionsleitung als Doppelspitze mit der derzeitigen Chefredakteurin der "Bild am Sonntag", Alexandra Würzbach, neu aufgestellt.

Vorwürfe gegen Reichelt: Machtsmissbrauch, Ausnutzen von Abhängigkeitsverhältnissen gegenüber Frauen, Mobbing sowie Drogenkonsum am Arbeitsplatz

Gegen Reichelt standen Vorwürfe wegen Machtsmissbrauchs, des Ausnutzens von Abhängigkeitsverhältnissen gegenüber Frauen, Mobbings sowie wegen Drogenkonsums am Arbeitsplatz im Raum. Reichelt wies die Vorwürfe zurück, das Unternehmen leitete Anfang März ein Compliance-Verfahren zur Prüfung ein. Wenige Tage später wurde der 40-Jährige auf eigenen Wunsch freigestellt, "um eine ungestörte Aufklärung sicherzustellen und die Arbeit der Redaktion nicht weiter zu belasten", wie der Medienkonzern am 13. März erklärte.

«Bild»-Chefredakteur Reichelt befristet freigestellt.

Compliance-Verfahren - "Bild"-Chef Reichelt befristet freigestellt 

Der Springer-Konzernging Hinweisen auf mögliche Compliance-Verstöße innerhalb der Redaktion nach.

Reichelt ist Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktionen. Vor allem mit seiner Arbeit als Reporter in Kriegsgebieten wurde Reichelt vielen bekannt. In der künftigen Doppelspitze soll sein Fokus auf "Bild Print" und digital sowie "Bild Live" liegen.

Reichelt räumt "Vermischung von beruflichen und privaten Beziehungen" ein

Reichelt habe "die Vermischung von beruflichen und privaten Beziehungen eingeräumt", hieß es nun. Die Anschuldigungen habe er jedoch abermals bestritten und dies eidesstattlich versichert. Entgegen verschiedener Medienberichte habe es keine Vorwürfe und im Untersuchungsverfahren auch keine Anhaltspunkte für sexuelle Belästigung oder Nötigung gegeben.

Insgesamt habe das interne Compliance-Management mit Unterstützung der Kanzlei Freshfields über einen Zeitraum von mehr als vier Wochen verschiedene Hinweise auf ein mögliches Fehlverhalten des Vorsitzenden der "Bild"-Chefredaktion untersucht und ausgewertet.

Vorstand will Änderungen bei der Führungskultur

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, sagte, dass es auch ohne rechtlichen Handlungsbedarf Änderungen bei der Führungskultur in der "Bild"-Redaktion geben müsse. Der Vorstand sei überzeugt, dass ein "moderner unangepasster Boulevardjournalismus" und eine zeitgemäße Führungskultur kein Widerspruch sind.

Julian Reichelt erklärte laut der Konzernmitteilung:

Ich weiß, ich habe im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen Fehler gemacht und kann und will das nicht schönreden. Was ich mir vor allem vorwerfe ist, dass ich Menschen, für die ich verantwortlich bin, verletzt habe. Das tut mir sehr leid.
Julian Reichelt

Rückwirkend könne er das nicht mehr ändern, "aber ich werde meine Chance jetzt nutzen und mich dafür einsetzen, gleichberechtigt mit Alexandra Würzbach und gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als ein Team eine neue Unternehmenskultur für 'Bild" zu schaffen und vorzuleben".

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