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Länder beraten über Vorkasse - Reisebuchungen: Erst beim Check-in zahlen?

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Statt Monate im Voraus sollen Reisen bei Antritt gezahlt werden - das fordert der Verbraucherschutz schon länger. In der Corona-Pandemie findet der Vorschlag in der Politik Gehör.

Archiv: Menschen Sonnen und Baden am Strand von El Arenal, Mallorca, Spanien
Urlauber auf Mallorca: Viele buchen jetzt schon Reisen für Sommer und Herbst - doch sollen sie auch jetzt schon zahlen?
Quelle: Reuters

Urlauber sollen künftig beim Buchen von Flügen oder Reisen nicht mehr vorab zu Kasse gebeten werden: Darüber sollen die Verbraucherschutzminister der Länder nach einem Vorstoß des saarländischen Ressortchefs Reinhold Jost (SPD) bei ihrem nächsten Treffen beraten.

"100 Prozent Vorkasse geht gar nicht", sagte Jost der Deutschen Presse-Agentur. Er setzt sich für eine deutliche Verringerung der Vorab-Zahlungen ein - und für eine automatische Rückerstattung, wenn die Reise nicht stattfindet. Gerade in der Corona-Pandemie sei das für Verbraucher wichtig.

Verbraucherschützer fordern Zahlen beim Check-In

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert schon seit längerem, dass sich die Bundesregierung für ein Ende der Vorkasse bei Reisen einsetzt. "Das Beste wäre: Das Geld wird genau in dem Moment abgebucht, wenn ich die Reise antrete", sagte vzbv-Chef, Klaus Müller. Das sei ja in anderen Bereichen der Wirtschaft auch so.

Wenn ich einen neuen Fernseher kaufe, dann bezahle ich auch, wenn ich ihn bekomme.
vzbv-Chef Klaus Müller

Preise würden ohne Vorkasse leicht steigen

Dazu notwendig sei ein Systemwechsel - von der Vorkasse zur Bezahlung bei Check-In, sagte Müller. Ein neues Gutachten der Hochschule Luzern zeige, dass eine Umstellung für alle Beteiligten wirtschaftlich "gut umsetzbar" und für Verbraucher nur mit "moderaten Preiserhöhungen" verbunden sei. Ohne Vorkasse müssten die Flug- und Reiseanbieter für Vorleistungen Eigen- oder Fremdkapital aufnehmen.

Viele Menschen fühlen sich derzeit nicht wohl dabei, einen Urlaub zu buchen - die Reisebranche bekommt das zu spüren.

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Wegen der extra Kosten dafür würden nach dem Gutachten die Preise für Flugbuchungen um maximal 3,3 Prozent, die für Pauschalreisen um 1,1 Prozent teurer. "Das ist nicht so teuer, wie viele Leute befürchtet haben", sagte Müller. Die Abschaffung der Vorkasse-Praxis sei als Schritt für mehr Verbraucherschutz machbar und gehöre nach der Bundestagswahl in den Koalitionsvertrag. Am 15. März ist Weltverbrauchertag.

Vorkasse in Corona-Zeiten "besonders dringlich"

Der Vorstoß sei in Pandemiezeiten besonders dringlich, sagte Jost. Das Vorkasse-System benachteilige vor allem finanziell Schwächere, die Monate im Voraus zahlen müssten. "Wir merken das jetzt in der Pandemie, wo jeder Euro, der da ist oder nicht da ist, festgestellt wird." Hinzu kämen Unsicherheiten, ob gebuchte Reisen wegen Corona überhaupt stattfinden könnten und Sorgen wegen möglicher Insolvenzen von Reiseunternehmen in einer krisengeschüttelten Branche.

Nach Angaben des vzbz haben sich die Beschwerden über Flug- und Reiseunternehmen bei den Verbraucherzentralen im vergangenen Jahr mehr als verzehnfacht. Dabei ging es im Corona-Krisenjahr oft um nicht oder zu spät erfolgte Rückerstattungen von Vorkasse-Zahlungen.

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