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Coronavirus - Was Sie bei der Reiseplanung beachten müssen

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Angesichts täglich neuer Meldungen über die Corona-Pandemie macht sich mancher Gedanken über den nächsten Urlaub. Drei Punkte, über die bislang kaum einer nachdenken musste.

Informationsblatt das Coronavirus hängt an einer Mauer des Berlin-Tegel Flughafens in Berlin am 26.01.2020
Informationsblatt zum Coronavirus am Flughafen Berlin-tegel.
Quelle: epa

Der Urlaub ist genehmigt, die Reise bereits gebucht – und jetzt grätscht das Coronavirus dazwischen! Gut, China ist weit weg, könnte man sagen. Aber nun auch Norditalien – und die ersten Fälle in Deutschland. Und dann ist da ja noch das Hotel auf Teneriffa. Ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis das Virus in allen Urlaubsregionen angekommen ist, die bei den Deutschen so beliebt sind?

Kann ich eine gebuchte Reise wegen eines schlechten Gefühls absagen?

Man kann es wohl kaum jemandem übel nehmen, wenn er angesichts der Nachrichtenlage ein mulmiges Gefühl bekommt und eine bereits gebuchte Reise am liebsten stornieren würde. Aber geht das überhaupt? Klare Antwort: Nein. Zumindest nicht so, dass man sein Geld zurückbekommt. Außer das Auswärtige Amt spricht eine explizite Reisewarnung aus – so wie aktuell in China. Oder besser gesagt: für die Provinz Hubei. Nur vor Besuchen dieser Provinz warnt das Auswärtige Amt aktuell ausdrücklich wegen des Coronavirus.

"Wer eine Pauschalreise in eine Region gebucht hat, für die das Auswärtige Amt später eine Reisewarnung ausspricht, kann die Reise stornieren und sein Geld vom Reiseveranstalter zurückverlangen", heißt es beim Deutschen Reiseverband (DRV). Anders sehe es natürlich aus, wenn man seine Reise auf eigene Faust zusammengestellt habe – also Flüge und Unterkünfte selbst gebucht wurden. In solchen Fällen bleibt immerhin die Hoffnung auf Kulanz zum Beispiel seitens einer Airline – so wie aktuell bei der Lufthansa bei Flügen nach China.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr in einem Flugzeug?

Hunderte Menschen auf engstem Raum in einem Flieger – die Atemluft kreist und kreist und kreist. Da liegt natürlich der Verdacht nahe, dass auch ausgenieste Krankheitserreger aus der letzten Reihe ihren Weg ganz nach vorne finden. Eine realistische Befürchtung? "Eher nicht", sagt Markus Egert, Professor für Mikrobiologie an der Hochschule Furtwangen University (HFU). Heutzutage seien die Klimaanlagen von Flugzeugen derart mit Feinfiltern ausgestattet, dass die Atemluft nahezu steril in die Fluggastkabine gelange.

Überall dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammen seien, bestehe auch eine hohe Infektionsgefahr. Bei Flugreisen also in Wartebereichen, beim Ein- und Aussteigen oder eben dann, wenn der Sitznachbar hustet und schnupft. Und wie steht es um die Atemluft in Zügen? "Dazu ist mir keine Untersuchung bekannt", so Egert, "aber ich denke, dass die Belüftungsanlagen im Zug nicht so effektiv sind wie in einem Flugzeug".

Die größte Infektionsgefahr geht immer vom Menschen selber aus.
Markus Egert, Professor für Mikrobiologie an der Hochschule Furtwangen University (HFU)

Chefarzt für Pneumologie -
Service: Wie vor Corona schützen?
 

Prof. Torsten Bauer, Chefarzt für Pneumologie, Lungenklinik Heckeshorn, klärt auf: Wie kann man sich vor dem Coronavirus schützen? Ist ein Mundschutz sinnvoll und welche Personengruppen sind besonders gefährdet?

Videolänge:
6 min

Plötzlich in Quarantäne: Was wird jetzt aus meinem Job?

Von einer Minute auf die andere der Bewegungsfreiheit beraubt – wie schnell das gehen kann, zeigen die aktuellen Beispiele von Kreuzfahrtschiffen oder auch dem Hotel auf Teneriffa. Wenn auch nur eine Erkrankung mit Covid-19 bekannt wird, können alle Beteiligten unter Quarantäne gestellt werden. Was tun: zurücklehnen und die zusätzlichen freien Tage einfach genießen? Ganz so einfach ist das nicht, denn am Ende des Urlaubs steht für viele ja auch wieder die Berufstätigkeit.

Klar geregelt ist es, wenn man nach dem Bundesinfektionsschutzgesetz in Deutschland unter Quarantäne gestellt wird. "Da der Arbeitnehmer nicht im eigentlichen Sinne arbeitsunfähig ist, muss der Arbeitgeber zwar keine Lohnfortzahlung leisten, aber es besteht ein Entschädigungsanspruch in voller Lohnhöhe an die Landesbehörde, die die Quarantäne angeordnet hat", erklärt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin.

In der Regel zahlt der Arbeitgeber also weiter den Lohn und fordert diesen dann für die Dauer der Quarantäne von der Behörde zurück. Die Entschädigung können übrigens auch Selbstständige einfordern.

Sonderfall: Quarantäne im Ausland

Kniffliger wird es, wenn man als Angestellter im Ausland unter Quarantäne steht. In so einem Fall ist der Lohn für die Ausfallzeit wohl weg. "Da geht es dann auch eher darum, nicht den Job zu verlieren", so Bredereck. Grundsätzlich darf einem wegen einer behördlich angeordneten Quarantäne nämlich nicht gekündigt werden. "Allerdings ist der Arbeitnehmer verpflichtet, seine Abwesenheit und die Dauer der Quarantäne dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen", sagt Alexander Bredereck. Wer im Ausland in solch eine Situation gerate, soll am besten alle Details zur Quarantäne dokumentieren, falls es später doch zu einem Rechtsstreit komme.

Darf man sich selbst unter Quarantäne stellen?

Wie sieht es mit einer selbst verordneten Quarantäne aus? Zum Beispiel aus Furcht vor einer Infektion am Flughafen bleibt man einfach eine zeitlang länger als geplant im Hotel und wartet, bis sich die Lage beruhig. "Das dürfte keine gute Idee sein", so der Rechtsanwalt.

"Als Arbeitnehmer brauche ich einen Grund fürs Fernbleiben. Es steht immer die Frage im Raum, wie weit ich was hätte unternehmen können, um zur Arbeit zu erscheinen." Ein wie auch immer geartetes mulmiges Gefühl reicht also nicht.

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