ZDFheute

Bloggerin wehrt sich gegen Diskriminierung

Sie sind hier:

Anfeindungen gegen Dicke - Bloggerin wehrt sich gegen Diskriminierung

Datum:

Fett, faul, hässlich, undiszipliert, ekelhaft - Dinge, die sich Bloggerin Julia Kremer täglich anhören muss. Mit ihrer Kampagne #respectmysize hat sie nun einen Nerv getroffen.

Influencerin Julia Kremer
Julia Kremer will mit einer Social-Media-Kampagne Aufmerksamkeit für die Diskriminierung von Dicken generieren.

ZDFheute: Worum geht es in Ihrer Kampagne?

Julia Kremer: In der Kampagne #respectmysize geht es uns darum, Diskriminierung dicker Menschen im Alltag sichtbar zu machen.

ZDFheute: Wie kam es dazu?

Julia Kremer: Der Ursprung der Kampagne war die Aussage von einer Hotelbesitzerin, die sagte, übergewichtige Menschen seien diskriminierend für ihre Augen.

Also habe ich mich mit meiner Blogger-Kollegin Verena Prechtl kurzgeschlossen. Wir haben dann mal in unseren Communities rumgefragt, wo sie Diskriminierung im Alltag erleben. Und wir haben innerhalb von 24 Stunden hunderte, wenn nicht sogar tausende Geschichten bekommen, die einem das Herz zerbrechen, weil die so heftig sind. Da haben gemerkt, okay - wir müssen handeln!

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ZDFheute: Was ist das Ziel der Kampagne?

Julia Kremer: Mit der Kampagne möchten wir Vorurteile gegenüber Menschen mit einer Statur, die nicht dem Idealbild entsprechen, sichtbar machen.

Es kommt noch so oft vor, dass Stigmata und Vorurteile herrschen und deswegen Menschen diskriminiert werden.
Julia Kremer, Bloggerin

Ob es beim Arzt ist, in der Schule... einfach überall. Und diese Diskriminierung wollen wir sichtbar machen. Wir möchten, dass jeder so sein darf, wie er ist - ohne diskriminiert zu werden. Und ich finde, das ist nicht zu viel verlangt.

ZDFheute: Was für Menschen beteiligen sich denn an der Kampagne?

Julia Kremer: Wir haben ganz schnell festgestellt, dass sich sehr viele unterschiedliche Menschen an der Kampagne beteiligen, auch die, die augenscheinlich kein Problem mit Diskriminierung gehabt haben - wobei man das ja auch oft nicht wissen kann. Wir sind sehr glücklich, dass so viele unterschiedliche Menschen mitmachen und Empathie zeigen.

Ein Hotel in Cuxhaven will keine "dicken" Gäste. Das war der Auslöser für die Social-Media-Aktion #RespectMySize.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

ZDFheute: Sie und viele andere schreiben sich in der #respectmysize Kampagne eigentlich beleidigende Wörter auf den Körper. Warum?

Julia Kremer: Fett, faul, hässlich, undiszipliniert, ekelhaft - das sind alles Wörter, die ich und viele andere Menschen in diesem Land einfach schon oft gehört haben. Die sind Alltag. Und deshalb haben wir die einfach mal sichtbar gemacht. Damit andere Menschen nachvollziehen können, wie krass das ist, wenn man jeden Tag unterschwellig mit sowas konfrontiert wird.

ZDFheute: Auf Ihrem Channel schreiben Sie, das Wort Übergewicht ist eigentlich schon falsch gewählt. Warum?

Julia Kremer: Das Wort "Übergewicht" impliziert ja schon, dass man mit dem Gewicht irgendwo drüber ist. Und da würde ich einfach gerne einfach mal infrage stellen: Was ist denn das Ideal? Also wovon geht man aus?

ZDFheute: Sie verwenden das Wort "dick" – warum ist das aus Ihrer Sicht besser?

Julia Kremer: "Dick" wird oft als Beleidigung genutzt - aber wenn man es einfach wieder benutzt, so wie es ist, so wie "dünn", "groß", "klein" - dann ist es für mich voll in Ordnung.

ZDFheute: Wo begegnet dicken Menschen Diskriminierung?

Julia Kremer: Die Frage ist eher, wo begegnet dicken Menschen Diskriminierung nicht? Es fängt in der Schule tatsächlich an, beim Schulsport, wenn man nicht in die Gruppe gewählt wird. Und da muss man nicht sagen: Stell dich nicht so an.

Es ist wirklich für viele Kinder traumatisch, weil sie auf der Bank sitzen. Weinen. Werden nicht ernst genommen, ausgegrenzt, gehänselt.
Julia Kremer, Bloggerin

Da entsteht das erste Mobbing und das kann psychische Folgen haben. Das zieht sich dann durch das weitere Leben. Es ist viel mehr, als einfach nur - "ja iss mal weniger und mach mehr Sport". Übergewicht ist ganz oft auch ein psychologisches Problem und das ist ein Teufelskreis, aus dem müssen wir aussteigen. Es wäre schön, wenn wir mit unserer Kampagne für das Thema sensibilisieren können.

Das Interview führte Simon Hrubesch.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.