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Der Rhein wird sauberer

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Gewässerschutz - Der Rhein wird sauberer

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Am Samstag tagt die Internationale Komission zum Schutz des Rheins: Das Wasser wird sauberer, der Naturschutz besser - doch beides ist bedroht von Landwirtschaft und Schiffahrt.

"Der Rhein - Strom der Geschichte": Blick von einer Höhe bei Bacharach auf das romantische Mittelrheintal.
Von der Höhe bei Bacharach blickt man in das romantische Mittelrheintal.
Quelle: ZDF/arte/Bilderfest/Christian Stiefenhofer

Der Rhein ist der längste schiffbare Fluss Deutschlands, auf ihm werden die meisten Waren verschifft und er trägt am meisten Wasser mit sich. Aber vor ein paar Jahrzehnten dürfte er auch noch einen anderen Rekord geknackt haben, damals war er wohl auch der dreckigste Fluss in Deutschland.

Im Jahr 2001 transportierte er 1,6 Tonnen Quecksilber, 1.400 Tonnen Zink und 250 Tonnen Blei mit sich, von Stickstoff aus den Düngern der Landwirtschaft ganz zu schweigen.

Der Rhein hat auch mit dem Klimawandel zu kämpfen

Ökosysteme waren zerstört, der Lachs galt in den 1960er-Jahren als verschollen. Umweltschützer schlugen Alarm. Seitdem hat sich viel getan: Die Stickstoffmenge konnte deutlich reduziert werden, ebenso die Schwermetalle.

Auen wurden renaturiert, Fischbestände haben sich erholt. Trotzdem: Der Rhein bleibt als Wirtschaftsader stark belastet, hinzu kommen Herausforderungen wie der Klimawandel und extremes Niedrigwasser. Ein Überblick über den Zustand des Rheins.

Die Wasserqualität

Die Stickstoff-Fracht aus dem Rheineinzugsgebiet in die Nordsee und das Wattenmeer konnte laut Internationaler Komission zum Schutz des Rheins (IKSR) seit 1990 um 15 bis 20 Prozent bedingt durch Optimierung und Ausbau kommunaler und industrieller Kläranlagen reduziert werden. Trotzdem ist die Belastung weiter hoch: Die Biota-Untersuchung schreibt, bedingt durch zu hohe Stickstoffeinträge sei der chemische Zustand jedoch für 33 Prozent der Grundwasserkörper des Rheins und seiner Zuflüsse schlecht.

Außerdem sind aber noch Arzneimittelwirkstoffe sowie ihre Abbau- und Transformationsprodukte im gesamten Einzugsgebiet des Rheins nachweisbar. ƒDie Emissionen von Pflanzenschutzmitteln konnten durch neue gesetzliche Regelungen im Stoffrecht, Anwendungs- und Zulassungsverbote sowie neue Anwendungstechniken deutlich reduziert werden, schreibt die ISKR. Insbesondere in kleineren Gewässern könne es jedoch weiterhin zeitweise zu Spitzenbelastungen kommen. Ein weiteres Problem ist das Mikroplastik - bis zu 380 Tonnen Plastik schwemmt der Rhein jedes Jahr in die Nordsee. Dazu mehr im Video:

Forscher von der Uni Basel wollen herausfinden, wie sich Mikroplastikteilchen im Rhein verteilen. Dabei nimmt die Belastung flussabwärts immer mehr zu.

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5 min
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Fische im Rhein

Schlechte Bedingungen für die Wasserlebewesen, z. B. für Fische (wie zu Beginn der 1970er-Jahre), treten im Hauptstrom nicht mehr auf, schreibt die IKSR. Fast alle früher im Rhein heimischen 47 Fischarten kommen wieder vor, auch für den Lachs lief ein Wiedereinführungprogramm, da dieser seit Anfang der 1950er-Jahre als verschollen galt; seit 1994 vermehrt er sich zunehmend natürlich.

Auch andere, früher weit verbreitete Wanderfische wie der Maifisch, die Meerforelle und das Meerneunauge schwimmen wieder im Rhein. Die Populationen von Lachs, Maifisch und Meerforelle sind noch nicht selbst erhaltend und müssen noch durch Auswilderungsmaßnahmen gestützt werden.

Hingegen konnte der Nordseeschnäpel, eine ursprünglich im Niederrhein und Deltarhein heimische und zwischenzeitlich ausgestorbene Wanderfischart, wieder so erfolgreich angesiedelt werden, dass die Population sich inzwischen, auch ohne mescnhliche Hilfe erfolgreich etabliert hat.

Lebensraum Rhein

Das ökologische Gleichgewicht des Rheins wird durch Abwasser sowie Kühl- und Brauchwasserentnahme belastet. Der Ausbau zur Schifffahrtsstraße, die Anlagen zur Energieerzeugung und der Hochwasserschutz haben in den letzten zwei Jahrhunderten zu beträchtlichen Veränderungen des Flusslaufs und seines Tals geführt.

Die Rheinaue bei Lampertheim mit dem Naturschutzgebiet "Biedensand": Einst sah ein Großteil der Rheinufer so aus.
Quelle: dpa

Damit wurde ein beträchtlicher Teil der Auen zerstört: Diese häufig überschwemmten Ufergebiete sind wichtiger Lebensraum für Amphibien, Vögel und Insekten sowie einige Pflanzenarten. Von ursprünglich 8.000 Quadratkilometern natürlichen Überschwemmungsflächen sind heute weniger als 15 Prozent vorhanden.

Bis Ende 2020 werden mehr als 140 Quadratkilometer Auenflächen des Rheins reaktiviert sein. Das für 2020 gesetzte Ziel von 160 km2 ist über die letzten Jahre kontinuierlich nähergerückt.

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