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Staus in Rio de Janeiro - Verstopfte Straßen am "Super-Feiertag"

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Mit einem "Super-Feiertag" will Rio de Janeiro gegen die Ausbreitung des Coronavirus ankämpfen. Aber die Menschen ziehen nicht mit - sondern wollen an Strände und Lagunen.

Protest gegen Shutdown in Rio de Janeiro am Freitag.
Am vergangenen Freitag gab es Protest gegen einen Shutdown in Rio de Janeiro.
Quelle: Fernando Souza/dpa/Bikd vom 26.03.2021

In Brasilien haben Rio de Janeiro und die Zwillingsstadt Niteroi angesichts des rasanten Anstiegs der Corona-Zahlen die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus verschärft. Seit Freitag bis zum Ostersonntag sind nur essenzielle Aktivitäten erlaubt.

Der Bundesstaat Rio de Janeiro legte in diesem Zuge Feiertage aus dem Jahr vor und schaffte einen "Mega-Feiertag" über den Zehn-Tages-Zeitraum bis Ostersonntag. Schon am ersten Wochenende des "Super-Feiertags" bildete sich vor einem beliebten Touristenziel aber eine kilometerlange Fahrzeugschlange.

Kilometerlange Staus verstopfen Straßen zu Touristenzielen

Verkehrsstaus hatten sich vor einem beliebten Touristenziel in Rio de Janeiro gebildet. Die kilometerlange Fahrzeugschlange verstopfte am Samstag die Zufahrt zu einem Gebiet mit Seen, das sich im Osten Rios an der Küste entlangzieht. Der Stau erreichte zu Spitzenzeiten mehr als zehn Kilometer, wie das brasilianische Nachrichtenportal "G1" berichtete.

Die Wartezeit betrug demnach bis zu drei Stunden. Verschiedene Zugänge zu den Städten entlang der Straße mit den Lagunen und Stränden waren versperrt, der Zugang zu den Stränden angesichts des erwarteten Ansturms verboten. Im Bundesstaat São Paulo blockierten Bewohner eine Bundesstraße zu einem Touristenort mit brennenden Reifen.

Die Idee hinter den vorgezogenen Feiertagen war ursprünglich, dass es so mehr Bewohnern gelingen würde, sich an die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu halten. Das brasilianische Fernsehen berichtete neben Staus jedoch auch von mehreren heimlichen Festen in Rio.

3.650 Corona-Tote - Brasilien vermeldet Tageshöchstwert 

Wieder vermeldet Brasilien einen Tageshöchstwert an Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19. Präsident Bolsonaro steht wegen seines Krisenmanagements in der Kritik.

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Corona-Lage in Brasilien spitzt sich weiter zu

Der Corona-Hotspot Brasilien hatte bereits am Freitag einen Tageshöchstwert bei den Corona-Toten registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete 3.650 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 innerhalb 24 Stunden.

Zudem registrierte das Land in dieser Woche erstmals mehr als 100.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag. Das Gesundheitssystem ist inzwischen vielerorts zusammengebrochen oder dabei zusammenzubrechen. Medikamente, unter anderem zur Intubation von Covid-19-Patienten, gehen zur Neige.

Bolsonaro wegen Corona-Politik in der Kritik

Seit Februar hat sich die Lage in Brasilien damit deutlich verschärft. Zum einen halten viele Menschen die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht ein, zum anderen ist die mittlerweile in dem südamerikanischen Land grassierende Virusvariante P1 deutlich ansteckender als der ursprüngliche Covid-19-Erreger.

Kritiker machen auch Brasiliens rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro für die dramatische Lage verantwortlich. Seit Pandemie-Beginn hat er die Gefahr durch das Virus immer wieder heruntergespielt.

Die Corona-Pandemie trifft viele junge Leute in Brasilien hart. Die Schulen mussten schließen, eine sichere Zukunft scheint weit entfernt.

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