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Weiterhin zu viele Kontakte - RKI: Kontaktreduktion reicht bisher nicht aus

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Die Corona-Lage bleibt weiter sehr ernst - das bilanziert das Lothar Koch-Institut. Es bräuche mehr Kontaktreduzierungen. Notfalls auch per hartem Lockdown.

In Deutschland gibt es einen neuen Corona-Höchststand. RKI-Chef Wieler mahnt zur Einhaltung der Maßnahmen, vor allem dazu Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

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"Die Lage ist nach wie vor sehr ernst. Sie hat sich seit letzter Woche tatsächlich verschlechtert", der Chef des Robert Koch-Institut hat auch Wochen nach dem Beginn des Teil-Shutdowns keine guten Nachrichten zu verkünden.

Beim Pressebriefing des RKI warnt er heute erneut:

Aktuell sehen wir sogar wieder einen Anstieg der Fallzahlen - und das ist besorgniserregend.
Lothar Wieler, RKI-Chef

Immer noch würden sich zu viele Menschen mit Corona infizieren. Erst heute gab es einen neuen Höchststand: Er liegt nun bei 23.679 neuen Fällen binnen 24 Stunden. Hinzu kamen 440 Menschen die an oder mit Corona gestorben sind.

Letzter Corona-Ausweg: Harter Lockdown?

Wieler sieht ein Problem: Der Anteil der Kontaktreduzierung reiche bisher nicht aus.

Wir kommen bislang auf eine Kontaktreduktion auf etwa 40 Prozent. Und wir sind der festen Meinung, dass wir eine Kontaktreduktion brauchen, die über 60 Prozent liegt.
Lothar Wieler, RKI-Chef

Dabei verweist der RKI-Chef auf andere Länder, die erfolgreich die Zahlen drücken - etwa Irland und Belgien.

Dort habe die Zahl der Kontaktreduktion bei über 60 Prozent gelegen. Für Wieler ein entscheidender Faktor.

Bleibt also als letzter Ausweg nur ein harter Lockdown?

 

Wenn die Menschen nicht von alleine diese 60 Prozent Reduktion schaffen, dann muss man sicher andere Maßnahmen sich überlegen. Ja. Wenn es nicht gelingt, sehe ich keine andere Möglichkeit.
Lothar Wieler, RKI-Chef

Auswirkungen der Corona-Krise

Und die aktuellen Auswirkungen? Laut Wieler seien die Gesundheitsämter zunehmend erschöpft, Krankenhäuser hätten ihre Belastungsgrenzen erreicht. Es gebe immer mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen.

Hinzu kommen steigende Zahlen bei den schweren Verläufen und Todesfälle sowie Langzeitfolgen.

RKI-Chef Wieler bilanziert außerdem ein aktuell fragiles Plateau der Corona-Fallzahlen:

Das Infektionsgeschehen kann schnell wieder kippen. Die Fallzahlen können rasch wieder exponentiell ansteigen. Dafür reichen wenige zusätzliche Fälle aus. Das müssen wir verhindern.
Lothar Wieler, RKI-Chef

Zugleich zeige sich durch große regionale Unterschiede bei den Infektionsverläufen, dass die Infektionsschutzmaßnahmen wirken. Zumindest, wenn sie effektiv umgesetzt würden. Daher appelliert Wieler erneut an eine konsequente Umsetzung der gängigen Schutzmaßnahmen.

Frage nach der Dunkelziffer

Die aktuellen Meldedaten zeigen aber nur die sichtbare Seite der Corona-Pandemie - es bleibt eine Dunkelziffer.

Auf die Frage, wie viele Menschen schon an Sars-CoV-2 erkrankt waren - ohne dies zu wisssen - und wie viele Fälle unerkannt bleiben, erklärt Wieler, dass mehrere Studien durchgeführt würden.

Wir müssen davon ausgehen, dass sich im Durchschnitt noch wenige Prozent der Bevölkerung aktuell erst infiziert haben. Sicherlich ist dieser Bereich noch im einstelligen Prozentbereich.
Lothar Wieler, RKI-Chef
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