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Immer mehr klimabedingte Naturkatastrophen

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Rotes Kreuz stellt Bericht vor - Immer mehr klimabedingte Naturkatastrophen

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Immer mehr Naturkatastrophen werden durch den Klimawandel verursacht. Viele betroffene Länder bekommen laut einem Bericht des Roten Kreuzes nicht genügend Hilfe.

Somalische Hirten, die ihren gesamten Viehbestand wegen anhaltender Trockenheit verloren haben, aufgenommen in Bohol (Somalia)
Somalia ist eines der Länder, die besonders gefährdet für Naturkatastrophen sind. (Archivbild)
Quelle: dpa

Die Zahl klimabedingter Naturkatastrophen steigt - aber die gefährdetsten Länder bekommen viel zu wenig Hilfe, um die Menschen zu schützen. Nötig wäre nur ein Bruchteil der Summe, die die EU für den Aufbau nach der Corona-Pandemie vorgesehen hat. Das geht aus dem Weltkatastrophenbericht des Roten Kreuzes hervor.

Vier von fünf Naturkatastrophen weltweit sind demnach in den vergangenen zehn Jahren auf extremes Wetter und die Folgen der Klimakrise zurückgegangen. Dazu gehören Unwetter, Überschwemmungen und Hitzewellen.

Das waren 83 Prozent aller Katastrophen, nach 76 Prozent in den zehn Jahren davor. Dabei sind seit 2010 mehr als 410.000 Menschen umgekommen, wie die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften am Dienstag in Genf berichtete.

Rotes Kreuz: Die meisten Opfer durch Hitzewellen

Hitzewellen forderten die meisten Opfer, gefolgt von Unwettern. Insgesamt seien rund 1,7 Milliarden Menschen in Mitleidenschaft gezogen worden, viele davon mehrfach. Sie verloren Angehörige, wurden verletzt oder verloren Unterkünfte, Vieh, Felder und Lebensgrundlagen, wie es in dem Bericht heißt.

Während die Corona-Pandemie die ganze Welt beschäftigte, wurden nach Angaben der Föderation von März bis September mehr als 50 Millionen Menschen von mehr als 100 Katastrophen heimgesucht. Seit den 90er Jahren sei die Zahl der klima- und wetterbedingten Katastrophen in jedem Jahrzehnt um fast 35 Prozent gestiegen.

Hurrikan "Eta" sorgt für schwere Erdrutsche und Überschwemmungen in Mittelamerika. Mindestens 70 Menschen sterben. Es ist der 28. Tropensturm im Atlantik in der laufenden Saison.

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Bericht kritisiert "zu wenig Hilfe für die Bedürftigsten"

Bei allem Einsatz zur Eindämmung des Klimawandels denke die Welt zu wenig an die Bedürftigsten, kritisiert die Föderation. Von den 20 am stärksten durch den Klimawandel gefährdeten Ländern sei keines unter den 20, die pro Kopf der Bevölkerung die höchsten Zuwendungen für Klimaanpassungen erhielten, so der Bericht.

Das gefährdetste Land, Somalia, stehe in der Liste der Pro-Kopf-Empfänger auf Platz 71. Reiche Länder, die milliardenschwere Konjunkturpakete in der Corona-Pandemie schnürten, müssten dieses Versäumnis nachholen, fordert die Föderation.

Für Naturkatastrophen müssen Versicherungen viel Geld zahlen. Rückversicherungen, wie „Munich Re“ sichern diese ab, weshalb diese die Natur genauestens im Auge behalten – die Jahresbilanz.

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50 Entwicklungsländer bräuchten in den nächsten zehn Jahren 50 Milliarden Dollar (42 Milliarden Euro), um sich für den Klimawandel zu wappnen. Das sei wenig im Vergleich etwa mit dem Corona-Aufbauplan der EU im Umfang von 750 Milliarden Euro.

Investitionen in Frühwarnsysteme als "smarte Lösung"

Investiert werden müsse in Frühwarnsysteme und Programme, die den schlimmsten Folgen der Naturkatastrophen vorbeugen können. "Internationale Solidarität ist nicht nur eine moralische Verpflichtung", sagte der Generalsekretär der Föderation, Jagan Chapagain. "Es ist auch die smarte Lösung", so Chapagain weiter.

Es ist günstiger, in die Widerstandsfähigkeit der Menschen in den gefährdetesten Orten zu investieren, als steigende Kosten für humanitäre Einsätze nach Katastrophen zu akzeptieren.
Jagan Chapagain, General
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