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Stornierungen wegen Corona-Krise - Flüge: Vier Milliarden Euro nicht erstattet

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Flug-Stornierungen wegen der Corona-Krise werden von Fluggesellschaften nicht oder schleppend bearbeitet - Tausende Reisende warten auf ihr Geld. Die Regierung macht nun Druck.

Ein Ferienflieger startet vom Flughafen Düsseldorf vor der untergehenden Sonne. Tausende Urlauber warten währenddessen noch immer auf Rückerstattungen ihrer wegen der Corona-Krise verfallenen Flüge.
Die Ferienflieger starten wieder - Tausende Urlauber warten währenddessen noch immer auf Rückerstattungen ihrer wegen der Corona-Krise verfallenen Flüge.
Quelle: dpa

Nach der Grenzöffnung in Europa planen die Deutschen wieder mehr Reisen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) meldet Zuwächse insbesondere bei erdgebundenen Reisen innerhalb Deutschlands und Richtung Mittelmeer. Unterdessen warten noch immer Tausende auf die Erstattung der Flugkosten für Reisen, die sie wegen der Corona-Krise nicht antreten konnten.

Nach Angaben des DRV geht es allein in Deutschland um Flugtickets im Wert von rund vier Milliarden Euro. Diese Stornierungen würden aktuell von den Fluggesellschaften nicht bearbeitet und könnten damit auch nicht an die Kunden zurückgezahlt werden, sagte eine DRV-Sprecherin der "Bild"-Zeitung.

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Regierung erhöht Druck auf Fluggesellschaften

Die Rückerstattung läuft schleppend - dies hatte kürzlich auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit Verweis auf die große Anzahl der Stornierungen eingeräumt. Doch nicht nur die Reisenden warteten auf ihr Geld. Die Folgen dieses Verhaltens der großen Fluggesellschaften sind für die für den Flugticketverkauf lizenzierten Vertriebspartner existenzbedrohend, so der DRV.

Die Bundesregierung erhöht ihrerseits den Druck auf Fluggesellschaften zu einer Erstattung für Reisende, deren Flüge wegen der Corona-Krise gestrichen wurden. "Was da passiert, ist eine Frechheit", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), der "Bild"-Zeitung.

Bareiß: In anderen Ländern problemlose Rückerstattung

Der CDU-Politiker Bareiß kritisierte, dass die Rückerstattungen in Deutschland viel zu lange dauerten, während sie in anderen Ländern "oft problemlos" liefen.

Die Fluggesellschaften haben eine rechtliche Verpflichtung ihren Kunden gegenüber, und ich erwarte, dass die auch erfüllt wird.
Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter

Mit Blick auf die Milliardenhilfen für Fluggesellschaften in der Corona-Krise fügte er hinzu: "Und das von Unternehmen, deren Zukunft von der Solidarität und Hilfe der Allgemeinheit abhängt."

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Verbraucherschutz: Mahnbescheid oder Klage einleiten

Auch Verbraucherschützer üben Kritik an den Fluggesellschaften: "Es gibt nur wenige und dann eher kleinere, die offen kommunizieren", sagte Reiserechtsexperte Robert Bartel von der Verbraucherzentrale Brandenburg der Nachrichtenagentur AFP. "Vielfach wird einfach der Kontakt abgebrochen", bemängelte Bartel.

Er verwies darauf, dass betroffene Kunden ein Mahnbescheidsverfahren einleiten und im Zweifel auch einen Gerichtsprozess anstreben können. "Ich glaube schon, dass da einige klagen werden", sagte Bartel. Er schätzt diese Entscheidung als "Schmerzfrage" ein - womöglich werde eher bei nicht rückerstatteten Kosten für teure Fernflüge geklagt als bei Billigflügen.

Wenn alle auf einer Auszahlung bestehen, wird es für manche Airline hart.
Christine Lambrecht, Bundesverbraucherschutzministerin

Bundesverbraucherschutzministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte jüngst betont, Fluglinien müssten ausgefallene Reisen innerhalb von sieben Tagen erstatten, wenn die Kunden keine Gutscheine akzeptierten. Sie warb allerdings weiter für die Gutscheinlösung.

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