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Nach Protest im Live-TV : Journalistin will Russland nicht verlassen

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Ihre Protestaktion gegen den Ukraine-Krieg im russischen Fernsehen machte sie bekannt. Jetzt fürchtet Journalistin Marina Owsjannikowa um ihr Leben - und will trotzdem bleiben.

Eine Frau in Moskau schaut sich die Protestaktion von Journalistin Marina Owsjannikowa auf einem Bildschirm an.
Eine Frau in Moskau schaut sich die Protestaktion von Journalistin Marina Owsjannikowa auf einem Bildschirm an.
Quelle: epa

Durch ihre aufsehenerregende Protestaktion gegen den Ukraine-Krieg, die live im russischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, ist die TV-Journalistin Marina Owsjannikowa weltweit bekannt geworden. Doch trotz ihrer Angst vor Vergeltung durch die russische Regierung sagte Owsjannikowa dem "Spiegel": "Ich will unser Land nicht verlassen". Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte ihr zuvor Asyl angeboten.

"Wir wollen auf keinen Fall weg, nirgendwo hin auswandern", sagte die Journalistin dem Magazin. "Ich bin Patriotin, mein Sohn ein noch viel größerer". Allerdings habe ihr offener Protest gegen den Ukraine-Krieg ihr Leben grundlegend verändert.

Ich bin jetzt der Feind Nummer Eins hier
Marina Owsjannikowa, russische Journalistin

Die 43-Jährige hält sich nach eigenen Angaben derzeit bei Freunden "versteckt". "Ich spüre großen Stress, der wird anhalten", schilderte sie ihre Verfassung.

Der US-Präsident verspricht der Ukraine Waffenlieferungen im Wert von 800 Milionen US-Dollar. Die NATO-Alliierten schließen es derweil aus, die Ukraine mit Truppen zu unterstützen. Die Zerstörung geht weiter, auch in Mariupol und Kiew.

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Protestaktion gegen Ukraine-Krieg vor laufenden Kameras

Owsjannikowa hatte am Montagabend während einer Live-Nachrichtensendung des Senders Perwy Kanal ein Protestplakat gegen Krieg und Lügenpropaganda in die Kamera gehalten. Darauf stand: "Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen." Anschließend wurde sie festgenommen. Owsjannikowa wurde zu einer Geldstrafe von 30.000 Rubel (rund 250 Euro) verurteilt. Nach Angaben ihres Anwalts drohen ihr aber weiterhin ein Strafverfahren und eine lange Haftstrafe.

Im "Spiegel"-Interview schilderte Owsjannikowa, sie habe vor der Protestaktion ihre Arbeit begonnen wie an jedem anderen Tag. Sie habe im Studio beobachtet, wo genau die Kameras stehen, wie sie sich bewegen, wo sie sich hinstellen könne. "Ich hatte große Angst, am Ende könnte alles umsonst sein, wenn mich keiner zu sehen bekäme", sagte die Journalistin.

Owsjannikowa: Es gibt "kein Zurück"

Dann sei sie schnell ins Studio gelaufen: "An dem Polizisten vorbei, der immer Dienst hat bei uns." Der habe nicht mehr reagieren können. Nach der Aktion sei sie schnell wieder zu ihrem Arbeitsplatz zurückgekehrt und habe gewartet, sagte die Journalistin. "Dann kamen viele Chefs zu mir - alle fragten: 'Waren Sie das?' Keiner wollte das so recht glauben."

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Owsjannikowa sagte dem "Spiegel", ihr Sohn habe ihr vorgeworfen, sie habe das Leben "von uns allen zerstört". "Es kann alles passieren", sagt sie. "Ich habe den Punkt überschritten, an dem es kein Zurück mehr gibt."

Seit Kriegsbeginn weitere Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland

Anfang März hatte Russlands Präsident Wladimir Putin ein Gesetz unterzeichnet, das drakonische Haftstrafen bei "Falschinformationen" über die russische Armee vorsieht. Außerdem haben die russischen Behörden seit Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine den Zugang zu Online-Medien und Online-Netzwerken massiv eingeschränkt.

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