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Angriff in Kasan - Russland: Neun Tote bei Schüssen in Schule

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Bei dem Angriff auf eine Schule im zentralrussischen Kasan sind nach Angaben der Behörden neun Menschen getötet worden. Es gab demnach nur einen Täter.

Hinter dem blutigen Angriff auf eine Schule in Russland steht nach Darstellung der Behörden ein Einzeltäter.

Es gab nur einen Täter.
Behördensprecherin in Kasan

"Informationen über zwei sind nicht richtig," sagte die Sprecherin laut der Agentur Interfax. Zuvor war noch von einem möglichen zweiten Tatverdächtigen die Rede gewesen.

Neun Tote - 20 Verletzte

Bei dem Angriff wurden mindestens neun Menschen getötet. Darunter seien vier Jungen und drei Mädchen der achten Klasse, sagte der Gouverneur Rustam Minnichanow. Zudem seien zwei Angestellte getötet worden, darunter eine Lehrkraft. Zuvor hatten mehrere russische Nachrichtenagenturen von elf Toten gesprochen.

Die Regionalbehörden teilten mit, dass außerdem 21 Verletzte, darunter 18 Kinder, ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. Sechs Kinder befänden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand und würden auf der Intensivstation behandelt. Das Anti-Terror-Komitee leitete Ermittlungen wegen "Mordes" ein, was zunächst nicht für eine terroristische Tat spricht.

"Offizielle Quellen gehen davon aus, dass es nur ein Angreifer war und der wurde festgenommen", so ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa.

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Tat vorab auf Telegram angekündigt

Auch die Sprecherin des Präsidenten von der russischen Republik Tatarstan, Rustam Minnichanow, stellte klar, es habe "nur einen Angreifer" gegeben. Er sei 19 Jahre alt und auf ihn soll auch die genutzte Waffe registriert worden sein. Den Waffenschein soll der Verdächtige Berichten zufolge erst im April bekommen haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Nachrichtenkanal Telegram angekündigt haben.

Die Hintergründe für die Tat sind bislang unklar. Medienberichten zufolge wurde er kürzlich wegen Schulden von einer Berufsschule verwiesen. Die Staatsagentur Tass schrieb unter Berufung auf Sicherheitskreise von "Hass" als möglichem Motiv. Er sei der Polizei vorher nie aufgefallen. "Er wuchs ganz gewöhnlich auf."

Angehörige der Opfer und Betroffene haben sich vor dem Gymnasium Nr. 175 versammelt, aufgenommen am 11.05.2021 in Kasan (Russland)
Verzweifelte Angehörige der Opfer und Betroffene warten vor dem Gymnasium Nr. 175 in Kasan.
Quelle: dpa

Nach der Tat sprach Präsident Wladimir Putin den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus:

Der Präsident spricht den Angehörigen der Kinder, die durch die Hand des Schützen gestorben sind, sein tiefes Beileid aus und wünscht den Schulkindern, die verletzt wurden, baldige Genesung.
Kremlsprecher Dmitri Peskow

Putin wies demnach an, eine neue Regelung für zivilen Waffenbesitz auszuarbeiten. Der Kreml kündigte außerdem die Entsendung einer Sondermaschine mit Ärzten, Psychologen und medizinischem Material nach Kasan an.

Sicherheitskräfte an allen Schulen von Kasan

Kasan hat 1,2 Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan, sie liegt etwa 700 Kilometer östlich von Moskau. Die tatarischen Behörde kündigten an, die Sicherheitsvorkehrungen an den anderen Schulen der Stadt zu verschärfen. Der tatarische Präsident Minnichankow machte sich Agenturberichten zufolge am Angriffsort ein Bild von der Lage.

Nach mehr als einer Woche Ferien hat der Unterricht an den Schulen in Russland erst an diesem Dienstag wieder begonnen. Schießereien an Schulen gibt es in Russland eher selten. Allerdings haben solche Vorfälle in jüngster Zeit zugenommen. Oft wurden derartige Angriffe von Schülern verübt.

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