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Wanderschäfer in Not - Mit Unternehmergeist das Überleben sichern

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Schafherden stehen oft für beschauliches Landleben. Doch der Alltag der Wanderschäfer ist hart, der Verdienst gering. Hirte Kucnik geht deshalb unkonventionelle Wege.

Das moderne Schaf hat einen Zeitplan. Rendezvous mit Böcken, Futterwiesen suchen, zum Friseur und Ostern dann den Nachwuchs zur Welt bringen. Doch dazwischen ist noch mehr.

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"Schafe tun Gutes für uns alle", ist Knut Kucznik überzeugt. Seit 35 Jahren sind die lebenden Rasenmäher sein Leben und sein Kapital. Rund um Altlandsberg in Brandenburg weiden seine 450 schwarzköpfigen Fleischschafe. Doch längst schon kann er nicht mehr nur von Fleischvermarktung und Wolle leben, denn Importe haben die Preise sinken lassen.

Fressen für den Naturschutz

"Meine Herde arbeitet verstärkt für den Naturschutz", verkündet der Schäfer stolz. Nach ausgeklügeltem Plan fressen seine Tiere in vielen Schutzgebieten. Sie schaffen Platz für den Wiesenknopf - eine Pflanze, die äußerst seltene Schmetterlinge zum Überleben brauchen. Dank Kuczniks Herde gibt es die kleinen Falter noch. "Der Ameisenbläuling ist mein goldener Esel", witzelt der Schäfer. Denn das Land Brandenburg bezahlt ihm die Beweidung der geschützten Fläche.

Es ist Lämmerzeit bei den Schäfern in der Lüneburger Heide.

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Ein Drittel seiner Einnahmen kommt aus dem Vertragsnaturschutz. Einnahmen braucht er dringend, um seinen Betrieb mitten im Wolfsgebiet am Laufen zu halten. So beschäftigt Kucznik auch Gesellen und Helfer. Elektroschutzzäune müssen auf- und abgebaut, sowie häufig geflickt und täglich kontrolliert werden. Denn in Brandenburg leben mindestens 47 Rudel der hungrigen Beutegreifer.

Lammfleisch aus Wolfsrevieren

"Wölfe sind geschützt, also muss ich auch meine Schafe vor ihnen schützen", so Kuczniks Logik. Er züchtet stattliche Pyrenäen-Herdenschutzhunde, bildet sie aus und verkauft überzählige Tiere an Kollegen. Dank der verteidigungsbereiten Wächter und der Stromzäune hat der Schäfer noch kein einziges Schaf an die Wölfe verloren.

Nun plant Kucznik, ein Label zu entwickeln: Lammfleisch aus Wolfsgebieten mit Herdenschutz. Durch einen kleinen Aufpreis im Sinne des Naturschutzes könnte er wieder neue Einnahmen erhalten. Ergebnis: Wolf geschützt und Schäfer nicht ärmer.

Auch neuen Aufgaben gegenüber ist der Hirte aufgeschlossen: Für spezielle Einsätze hält er eine Herde der urtümlich anmutenden Rasse von Skudden. Die kleinen Schafe klettern zwischen dichtem Gestrüpp, wo keine andere Rasse freiwillig äsen würde. "Das sind meine Wikinger, die sind hartgesotten." In Zukunft will Kucznik die kleinwüchsigen Tiere in Solarparks einsetzen. Sie sollen unterhalb der Panels den dürftigen Aufwuchs fressen.

Neuer Markt für Schafswolle

Futterkosten hat Kuczniks Herde im Freien keine. Aber für die Schur seiner Schafe zahlt er drauf. Denn die Schafe müssen einmal im Jahr geschoren werden. Dafür müssen geübte Scherer angeheuert werden, die im Akkord arbeiten. Doch der Preis für Wolle ist normalerweise so niedrig, dass der Verkauf nicht einmal die Kosten deckt.

Nun aber hat eine Unternehmerin eine vielversprechende Idee: Sie kauft die Wolle auf, bearbeitet sie schonend, färbt sie in den Farben der Landschaft und vermarktet sie mit den Erfolgsgeschichten von Kucznik und seiner Herde unweit von Berlin als "Hauptstadtschaf". So tut sich eine neue Einnahmequelle auf, die hilft, die Zukunft dieses klugen Hirten zu sichern.

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