Sie sind hier:

Schlaf statt schlaff - Endlich wieder "gute Nacht"

Datum:

Millionen Menschen in Deutschland haben Probleme beim Einschlafen. Doch gesunden ‎Schlaf kann man lernen. Ein Schlafforscher verrät wie - ganz ohne Medikamente.‎

Viele Menschen haben Probleme beim Einschlafen oder liegen nachts stundenlang wach. Massive Schlafstörungen plagen rund sechs Prozent der Bevölkerung. Doch gesunden Schlaf kann man lernen.

Beitragslänge:
29 min
Datum:

Wer viel schläft, gilt als Faulpelz, als Schnarchnase. Schlaf hat keinen Stellenwert in unserer 24-Stunden-Nonstop-Gesellschaft.

Zu wenig Schlaf macht krank

Mit fatalen Folgen für die Gesundheit: Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Demenz, Depressionen - chronischer Schlafmangel steigert das Risiko für solche Erkrankungen.

Der Schlafforscher und Psychologe Dr. Hans-Günter Weeß kämpft schon seit Jahrzehnten für besseren Schlaf seiner Patienten. Er sagt:

Denn Schlaf ist in vielen Lebenslagen eben die beste Medizin. Schlaf schützt vor den meisten Erkrankungen oder führt dazu, dass wir diese Erkrankungen schneller wieder loswerden, dass wir schneller wieder gesunden.

Das Schlafverhalten ändern

Dr. Hans-Günter Weeß vom Pfalzklinikum Klingenmünster konzentriert sich darauf, das Schlafverhalten seiner Patienten zu ändern. Viele haben verlernt, abends zur Ruhe zu kommen. E-Mails beantworten bis spät in den Abend, surfen und chatten in den sozialen Netzwerken, das alles hält unsere Gesellschaft wach.

Im Bett lässt sich das Gedankenkarussell dann nicht abschalten. Dr. Weeß wendet ein Vier-Stufen-Programm an, je nach Schweregrad der Schlafstörung reicht das von Einzelgesprächen mit dem Patienten über Gruppenseminare bis hin zur stationären Aufnahme.

Schlaftabletten keine Dauerlösung

Jochen Vierthaler ist einer seiner Patienten. Seit zehn Jahren plagen den Förderschullehrer Schlafstörungen. So schlimm, dass er inzwischen nicht mal mehr arbeiten kann. Sein Gefühl ist, dass er nachts gar nicht schläft, oder maximal zwei bis drei Stunden.

Morgens fühlt er sich wie gerädert. Das hat ihn sogar in Lebensgefahr gebracht: Auf dem Weg zur Arbeit ist Jochen Vierthaler mehrfach in Sekundenschlaf gefallen. Er berichtet:

Ich musste beruflich weite Strecken fahren, bin dann spätnachmittags auf der Autobahn mehrfach unterwegs eingeschlafen. Das war auch ein Punkt, wo es dann wichtig ist, sich selber einzugestehen, dass es so nicht mehr weitergehen kann.
Jochen Vierthaler, Schlafpatient

Er hat es mit Schlaftabletten versucht - verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen - doch nichts hat geholfen.

Dr. Weeß rät ab von zu häufigem Gebrauch von Schlaftabletten. Denn sie machen schnell abhängig, lösen aber nicht die Ursache der Schlafstörung.

Schlaflabor und Entspannungstechniken

Jochen Vierthaler schickt der Arzt für zwei Nächte ins Schlaflabor. Dort wird sein Schlaf mitsamt aller Körperfunktionen gründlich überwacht. Eine organische Ursache für die unruhigen Nächte des Patienten stellt sich dabei heraus: Atemaussetzer, eine so genannte Schlafapnoe.

Dagegen bekommt Jochen Vierthaler eine Atemmaske. Sie versorgt seinen Körper nachts mit ausreichend Sauerstoff. Das hilft schon mal enorm. Und gegen das nächtliche Gedankenkreisen lernt er Entspannungstechniken. Tipp von Dr. Weeß:

Werden Sie Ihr eigener Fernseher. Fantasiereisen sind dafür eine hervorragende Möglichkeit, eigene Geschichten, eigene Filme zu erleben, nachzuerleben.
Jochen Vierthaler, Schlafpatient

Er nennt das: Dem Schlaf den roten Teppich ausrollen.

Nach der Analyse im Schlaflabor von Dr. Weeß, Einzelgesprächen und einem Gruppenseminar erlebt Jochen Vierthaler endlich wieder erholsame Nächte. Er lernt nach und nach, sich zu entspannen und loszulassen. Damit hat er das Therapieziel von Dr. Weeß erreicht: Er ist zu seiner eigene Schlaftablette geworden.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.