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Melbourne kämpft mit dem Rauch

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Vor Australian Open - Melbourne kämpft mit dem Rauch

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Kurz vor den Australian Open haben die Buschfeuer die Luftqualität in Melbourne dramatisch verschlechtert. Nicht nur die Bewohner leiden - Tennisprofis gehen hustend vom Platz.

Rauch durch Buschbrände hängt in der Luft  während Passanten über die Straße gehen am 14.01.2020 in Melbourne (australien)
Die Luft in Melbourne ist durch die Feuer "weltweit am schlechtesten" geworden, sagt Gesundheitsbehörden-Chef Brett Sutton.
Quelle: dpa

In den australischen Brandgebieten ist Regen in Sicht. Aber kurz vor dem großen Tennisturnier in Melbourne haben die Feuer die Luftqualität dramatisch verschlechtert. Für die Bewohner war es der zweite Tag in Folge mit besonders dicker Luft. Ihnen wurde geraten, drinnen zu bleiben. Der Rauch löste im Stadtgebiet Feuermelder aus. Fernsehbilder zeigten, dass die Leute Schutzmasken trugen.

Über Nacht sei die Luft in Melbourne weltweit am schlechtesten geworden, sagte der zuständige Gesundheitsbehörden-Chef Brett Sutton Reportern. Laut der internationalen Datenbank IQ Air war die Luft in Australiens zweitgrößter Stadt "sehr ungesund". Gemessen wird dabei unter anderem die Belastung mit Feinstaub.

"Die Feuerwehr kämpft darum, die Kontrolle zu gewinnen, doch es bleibt schwierig", so ZDF-Korrespondent Normen Odenthal zu den verheerenden Buschfeuern in Australien.

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Hustenanfall auf Tennis-Platz

Wegen der schlechten Luftqualität durch die Buschfeuer in der Nähe der südostaustralischen Millionen-Metropole begann der erste Tennis-Tag im Melbourne Park zunächst mit einer Verspätung von anderthalb Stunden, später gab die Slowenin Dalila Jakupovic in der ersten Runde der Australian-Open-Qualifikation nach einem Hustenanfall auf. Die 28-Jährige klagte danach, es sei "nicht fair", dass die Spielerinnen und Spieler unter solchen Bedingungen antreten müssten. "Das ist nicht gesund für uns. Ich war überrascht, ich dachte, wir würden heute nicht spielen, aber wir haben kaum eine Wahl", sagte Jakupovic.

Zum Zeitpunkt ihrer Aufgabe hatte es im Match gegen die Schweizerin Stefanie Vögele 6:4, 5:6 gestanden. Vor einem Satzball für Vögele kniete Jakupovic zunächst nieder und wurde dann von einer Betreuerin vom Platz geführt, im Nacken hatte sie ein Handtuch mit Eisbeuteln. "Es war wirklich schlimm. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hatte wirklich Angst, dass ich kollabiere", sagte Jakupovic. "Darum bin ich runter. Weil ich nicht mehr laufen konnte. Am Boden war es etwas einfacher, Luft zu bekommen. Ich habe kein Asthma und habe nie Atemprobleme."

Auch die frühere Wimbledonfinalistin Eugenie Bouchard klagte nach ihrem Erstrundensieg über leichte Atemprobleme und Schwindel. Die Kanadierin nahm sich mehrere Behandlungspausen, hielt aber durch. Die Organisatoren hatten den Beginn der Qualifikationsmatches zuvor wegen der verrauchten Luft von 10.00 Uhr Ortszeit auf 11.30 Uhr verschoben. "Ich hatte das Gefühl, dass sich die Bedingungen während des Matches verschlechtert haben", sagte Bouchard. Die Spiele des Hauptfeldes sollen am kommenden Montag beginnen.

Seit Monaten wüten Buschbrände im Südosten

Melbourne liegt an der Südostküste Australiens, hat rund fünf Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt des Bundesstaats Victoria - der besonders von den Buschbränden betroffen ist. Australiens Hauptstadt Canberra hatte ebenfalls bereits mit schlechter Luft zu kämpfen. Seit Monaten wüten vor allem im Südosten des Kontinents heftige Buschbrände. Nach Angaben der Regierung kamen bislang 28 Menschen ums Leben. Hunderte Millionen Tiere sind nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern allein im Bundesstaat New South Wales getötet worden.

Ein Mann trägt wegen des Rauchs der Buschbrände eine Atemschutzmaske am 14.01.2020 in Melbourne (Australien)
Mit Schutzmasken unterwegs: Verrauchte Luft in Melbourne
Quelle: dpa

Mindestens 11,8 Millionen Hektar wurden nach jüngsten Angaben aus den Bundesstaaten vom dem Feuern erfasst. Das entspricht etwa einem Drittel der Fläche von Deutschland. Die US-Raumfahrtagentur Nasa erklärte vergangene Woche, der Rauch aus Australien werde mindestens einmal ganz um die Erde ziehen, dann wieder den Westen des Landes erreichen.

Regen könnte Sturzfluten auslösen

In den Brandgebieten könnte der diese Woche erwartete Regen nicht nur helfen, sondern auch Probleme bringen. Für die Feuerwehrleute in New South Wales war die Wettervorhersage eine gute Nachricht. Die Meteorologin Sarah Scully sprach von einem "weischneidigen Schwert": Heftiger Regen und Gewitter könnten Sturzfluten auslösen. Das galt laut Scully besonders für die niedergebrannten Gebiete in New South Wales und Victoria.

Feuerwehrleute aus Kanada und den USA halfen bei den Einsätzen, darunter war auch eine US-Spezialtruppe. Nach Angaben der EU-Kommission lehnte Australien ein Angebot zur Entsendung europäischer Feuerwehrleute vorerst ab. Dies teilte EU-Kommissar Maros Sefcovic am Montag in Straßburg mit. Die australische Regierung habe das Angebot geschätzt, aber erklärt, eine zusätzliche Unterstützung werde derzeit nicht benötigt.

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