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Kampf gegen Weltraumschrott - Erste Müll-Mission im All geplant

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Die Zahl der Satelliten wächst ständig. Fällt einer aus, bleibt er unkontrolliert im All und wird zur Gefahr. In fünf Jahren soll erstmals Schrott zurückgebracht werden.

Computergrafik von Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn
Computergrafik von Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn
Quelle: dpa

Sie fliegen Geschossen gleich um die Erde herum. Abertausende Trümmerteile, abgeschaltete Satelliten und Teile von Raketenstufen werden zu einer Gefahr für neue Missionen im All.

Die Europäische Raumfahrtagentur Esa hat nun zusammen mit einem Industrieteam unter Leitung der Schweizer Firma ClearSpace SA einen Vertrag geschlossen, um erstmals Weltraumschrott zurückzuholen und in der Atmosphäre verglühen zu lassen.

Entsorgung von Weltraumschrott soll zum Geschäft werden

Das Projekt hat ein Budget von 100 Millionen Euro, von denen die Esa 86 Millionen Euro beisteuert. Es soll zeigen, wie dieser Müll entsorgt werden kann und es soll als Dienstleistung kommerzialisiert Schule machen. "Wir bauen einen Service, das war die Idee", sagte Esa-Generaldirektor Jan Wörner bei der Vorstellung der Mission.

2025 soll erstmals ein Raumfahrzeug mit vier Greifarmen ein mehr als 100 Kilogramm schweres Schrottteil in einem Orbit umfassen und zum Verglühen in die Erdatmosphäre ziehen. ClearSpace ist von einem Team von Weltraummüllforschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne gegründet worden.

Die „Müllhalde Weltall“ könnte unkontrollierbar werden. Suzanna Randall im Gespräch mit Carsten Widemann.

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Das Unternehmen leitet das Konsortium mit Firmen aus mehreren europäischen Ländern. Man könne klar sehen, dass künftige Missionen immer schwieriger würden, sagte ClearSpace-Chef Luc Piguet zu den wachsenden Müllmengen. Man lebe in einer Zeit, in der auch Geschäftsleute den Blick ins All richten, sagte der Esa-Direktor für den Missionsbetrieb in Darmstadt, Rolf Densing, mit Blick auf die Aktivitäten des Tesla-Chefs Elon Musk.

Werkzeug im All verloren

In dessen "Starlink"-Projekt sollen Tausende Satelliten in den Weltraum geschickt werden. "Typische Beispiele für Weltraummüll sind ausgediente Raketenoberstufen und abgeschaltete Satelliten, aber auch das verloren gegangene Werkzeug eines Astronauten gehört dazu", erklärt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Der größte Teil seien aber Trümmer durch Explosionen und Kollisionen. Die Dimension: Nach mehr als 5.500 Starts in rund 60 Jahren Raumfahrt sausen um die Erde Teile in der Größe von Staubkörnern bis hin zu tonnenschweren Objekten.

"Es gibt rund 23.000 Objekte, von denen man weiß, wo sie sind", sagte der Leiter des Programms Weltraumsicherheit der Esa im Kontrollzentrum im Darmstadt, Holger Krag. Das seien die Objekte mit einer Größe von zehn Zentimetern und mehr. "Es gibt aber noch viel, viel mehr Kleine.

"Wir achten da jede Minute darauf, ob es eine Kollisionsgefahr gibt", sagte Krag. Bei einem Zusammenstoß eines Satelliten mit einem zehn Zentimeter großen Teil könne es schon eine Trümmerwolke geben. Wenn größere Trümmerteile unkontrolliert wieder in die Erdatmosphäre eintreten und abstürzen, bleibe auch eine Restgefahr für die Menschen. "Die ISS muss ein paar mal im Jahr Ausweichmanöver machen." Ein ein Zentimeter großes Teil mit einer Geschwindigkeit von 40.000 Kilometern pro Stunde habe den gleichen Effekt wie eine in unmittelbarer Nähe explodierende Handgranate.

Aufräumen im Weltall zu vernünftigen Preisen

Die Idee hinter dem Projekt ClearSpace-1 ist, zu zeigen, dass Überbleibsel der Raumfahrtgeschichte zurückgeholt werden können. Ziel sei eine Marktreife der Rückholtechnik, sagte Krag. Zusätzlich müsse aufgeräumt werden und die Idee sei, zu zeigen, dass dies für einen vernünftigen Preis geht.

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