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Debatte zwischen Bundesländern : 1.000-Teile-Puzzle Sommerferien

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Eigentlich ist die Rechnung einfach: Theoretisch könnte man die Ferien der Länder so legen, dass sie über den Sommer verteilt sind. Aber: Vielen passt das nicht.

Verkehr auf der Autobahn in den Sommerferien 2021
In den Sommerferien knubbeln sich die Urlauber an manchen Wochenenden auf den Straßen.
Quelle: dpa

Wann darf welches Bundesland in die Sommerferien gehen - jedes Mal wenn die neue Langfristplanung für ganz Deutschland festgezurrt werden muss, wird es haarig zwischen den Ländern. Demnächst soll die Entscheidung über den Sommerferienplan von 2025 bis 2030 fallen.

Einstimmiger Beschluss für 2025 bis 2030 nötig

Bis 2024 stehen die Sommerferien in Deutschland fest. Im geltenden Langzeitplan von 2018 bis 2024 erstrecken sie sich im Schnitt jeweils über einen Zeitraum von 82 Tagen. Je nach Jahr und Bundesland liegt der Beginn frühestens am 20. Juni und das Ferienende spätestens am 13. September.

Seit mittlerweile zwei Jahren beraten die Länder über den Folge-Ferienplan von 2025 bis 2030, konnten sich bisher aber nicht einigen. Ein einstimmiger Beschluss in der Kultusministerkonferenz (KMK) ist nötig. Im Dezember sollen die Termine nun festgelegt werden, sagte ein KMK-Sprecher auf Anfrage. Die KMK tagt am 9. Dezember.

Bis 2024 stehen die Termine schon. Wer hat wann Ferien? Wir haben die Zeiten zusammengefasst:

Sommerferienzeiten 2022 bis 2024 nach Ländern
Bundesländer 2022 2023 2024
Baden-Württemberg 28.07. - 10.09. 27.07. - 09.09. 25.07. - 07.09.
Bayern 01.08. - 12.09. 31.07. - 11.09. 29.07. - 09.09.
Berlin 07.07. - 19.08. 13.07. - 25.08. 18.07. - 30.08.
Brandenburg 07.07. - 20.08. 13.07. - 26.08. 18.07. - 31.08.
Bremen 14.07. - 24.08. 06.07. - 16.08. 24.06. - 02.08.
Hamburg 07.07. - 17.08. 13.07. - 23.08. 18.07. - 28.08.
Hessen 25.07. - 02.09. 24.07. - 01.09. 15.07. - 23.08.
Mecklenburg-Vorpommern 04.07. - 13.08. 17.07. - 26.08. 22.07. - 31.08.
Niedersachsen 14.07. - 24.08. 06.07. - 16.08. 24.06. - 02.08.
Nordrhein-Westfalen 27.06. - 09.08. 22.06. - 04.08. 08.07. - 20.08.
Rheinland-Pfalz 25.07. - 02.09. 24.07. - 01.09. 15.07. - 23.08.
Saarland 25.07. - 02.09. 24.07. - 01.09. 15.07. - 23.08.
Sachsen 18.07. - 26.08. 10.07. - 18.08. 20.06. - 02.08.
Sachsen-Anhalt 14.07. - 24.08. 06.07. - 16.08. 24.06. - 03.08.
Schleswig-Holstein 04.07. - 13.08. 17.07. - 26.08. 22.07. - 31.08.
Thüringen 18.07. - 27.08. 10.07. - 19.08. 20.06. - 31.07.
Quelle: KMK

Zu enger Ferien-Korridor = überfüllte Flughäfen und Straßen

In bisherigen Entwürfen für die neue Ferienplanung erstrecken sich die Sommerferien über durchschnittlich 79 Tage. Die Tourismusbranche kritisiert das:

Leidtragende eines zu eng bemessenen Korridors sind Familien mit schulpflichtigen Kindern. Es ballt sich in den Sommerferien der Hin- und Rückreiseverkehr an einzelnen Tagen - überfüllte Flughäfen und steigende Preise sind die Folge.
Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands

Der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig, forderte, den möglichen Zeitraum zwischen 20. Juni und 15. September voll auszuschöpfen.

Auch der Deutsche Tourismusverband (DTV) warnte vor einem zu engen Korridor. Geschäftsführer Norbert Kunz betonte:

Wenn sich die Sommerferien auf noch weniger Tage zusammenziehen, sind volle Straßen und Bahnen sowie mancherorts überfüllte Urlaubsorte vorprogrammiert.
Norbert Kunz, Geschäftsführer DTV

Jeder nicht genutzte Ferientag hätte nach DTV-Einschätzung Umsatzeinbußen von bis zu 120 Millionen Euro zur Folge - mit entsprechend geringeren Steuereinnahmen.

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Länder "rollieren" - aber das muss passen

Der Sommerferienplan ist ein großes Puzzle: Nach dem sogenannten Hamburger Abkommen von 1964 sollen die Sommerferien regional gestaffelt werden. Eingeteilt sind die Länder in fünf Gruppen. Jede startet mal früher und mal später in die Ferien.

Streit gibt es immer wieder über die Sonderrolle von Bayern und Baden-Württemberg. Die beiden Südländer machen beim "rollierenden System" nicht mit, gehen grundsätzlich als letzte in die Ferien und wollen daran auch nichts ändern. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) sagt dazu 2019, als die Debatte zum letzten Mal hochkochte:

Wir bleiben bei unseren Ferienterminen. Das hat sich so bewährt, und das ist in der bayerischen Kultur fest verankert.
Markus Söder, Ministerpräsident Bayern

Abstimmungsbedarf in nördlichen Bundesländern

Bei der Aufstellung des neuen Sommerferienplans hakt es offenbar aber vor allem zwischen den Ländern im Norden: Berlin und Hamburg sind schon länger dafür, dass die Ferien nicht mehr vor dem 1. Juli beginnen, damit die jährlichen Verschiebungen weniger groß ausfallen und genug Zeit für die Prüfungen ist. Die Küstenländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind aber gegen eine zu starke Verengung des Ferienkorridors, weil sie Einbrüche beim Tourismus befürchten.

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