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Fluchtroute Mittelmeer - "Seabird": Seenotrettung aus der Luft

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Die "Sea-Watch 3" konnte gerade erst 120 Menschen aus dem Mittelmeer retten. Unterstützt werden die Rettungsschiffe von zwei Flugzeugen, die Menschen finden und Hilfe organisieren.

Seenotrettungs-Flugzeug Seabird
Die Besatzung des Seenotrettungs-Flugzeugs "Seabird" konnte am Sonntag zwei illegale Pullbacks beobachten.
Quelle: reuters

Das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Es gibt dort keine staatlich organisierte Seenotrettung. Mit zwei Kleinflugzeugen sucht die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch das Mittelmeer nach Menschen in Seenot ab.

Besatzung der "Seabird" beobachtet Pullbacks

Erst am Sonntag sei die Crew des Flugzeuges "Seabird" Zeugin von zwei sogenannten Pullbacks durch die umstrittene libysche Küstenwache geworden, schrieb die deutsche Organisation Sea-Watch in der Nacht zum Montag bei Twitter.

Das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" konnte vor der libyschen Küste 120 Migrantinnen und Migranten aus Seenot retten und an Bord nehmen.

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Die "Seabird" ist eine zweimotorige Maschine vom Typ Beechcraft Baron 58, die Sea-Watch zufolge etwa 7,5 Stunden im Einsatzgebiet sein kann.

Mit ihren beiden Flugzeugen - neben der seit 2020 eingesetzten "Seabird" gibt es noch die seit 2017 startende "Moonbird" - haben es sich die Seenotretter zur Aufgabe gemacht, Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und Notfälle den Rettungsleitstellen und -schiffen zu melden.

Menschen in Not finden und Hilfe auftreiben

Mit der "Moonbird", die Sea-Watch gemeinsam mit der Schweizer humanitären Piloteninitiative HPI betreibt, lässt sich eine Suchfläche von der Größe Thüringens abdecken. Die "Seabird" schafft fast doppelt so viel, etwa die Fläche Brandenburgs. Beide Flugzeuge starten von Lampedusa aus, das näher an der afrikanischen Nordküste liegt als an Italien.

Mit Ferngläsern sucht die meist drei- oder vierköpfige Crew die Wellen nach Notfällen ab. Bei rauer See ist es umso schwerer. Doch das Finden der Menschen in Seenot ist nur die eine Seite, Hilfe für sie aufzutreiben die andere.

Auf dem Mittelmeer halten einzig private Organisationen mit verschiedenen Schiffen Ausschau nach gefährdeten Menschen. Bislang sind in diesem Jahr laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 1.361 Menschen ums Leben gekommen.

Die Corona-Krise hält Flüchtende nicht davon ab, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

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2 min
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EU kommt Verpflichtungen nicht nach

Dass ihre Notrufe an europäische Stellen ohne Antwort bleiben, ist für die privaten Rettungsorganisationen nichts Neues. Seit Jahren beklagen Menschenrechtsorganisationen und Völkerrechtsexperten, dass Europa seinen Verpflichtungen zur Rettung der Migranten nicht gerecht werde.

Stattdessen setzt die EU auf die libysche Küstenwache, die die Flüchtlinge abfängt. Dabei schreckt die Küstenwache Libyens auch vor Gewalt nicht zurück - und unterhält laut Menschenrechtlern selbst Beziehungen zu Menschenschmugglern und Milizen.

In diesem Jahr hat sie schätzungsweise die Hälfte der Flüchtenden gestoppt und mehr als 26.000 Männer, Frauen und Kinder nach Libyen zurückgebracht.

Seit Jahren findet die EU keine gemeinsame Regelung für die Seenotrettung, darum beraten heute erneut die EU-Innenminister.

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Hohe Hürden für Handelsschiffe

Ohne staatliche Seenotrettung und angesichts der Hürden für die privaten Organisationen, deren Schiffe immer wieder am Auslaufen gehindert werden, muss Sea-Watch oft an die Verantwortung der Besatzung von Handelsschiffen appellieren. Viele zögern jedoch, auch weil sie mit Flüchtlingen an Bord häufig ausgebremst werden und in Italien oder Malta tagelang auf die Genehmigung zur Einfahrt warten mussten.

Und manche Handelsschiffe bringen Migranten auch entgegen Seefahrts- und Flüchtlingskonventionen nach Libyen zurück.

Doch häufig genug können die Seenotretter Schiffe dazu bewegen, Menschen aus einem Boot in Seenot zu retten - unmittelbar bevor die libysche Küstenwache dorthin kommt.

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