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Studie zu sexueller Gewalt : Die meisten Täter sind Väter

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Die meisten Fälle von sexuellem Missbrauch geschehen in Familien. Das macht es für die Opfer besonders schwierig. Auch die Gesellschaft tut sich schwer mit dem Thema.

Sexuellem Missbrauch in Familien zu entkommen, ist für Kinder oft ganz besonders schwierig. Gerade Familien könnten sich leicht nach außen abschotten und so Hilfe und Eingreifen von außen verhindern - das hat eine Studie zu Berichten über Taten in vergangenen Jahrzehnten ergeben.

Die Untersuchung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs wurde am Dienstag in Berlin vorgestellt.

Hemmungen, sich in Familien einzumischen

Es gab und gibt eine große Scheu, sich in die Familie einzumischen, wie die Vorsitzende der Kommission und Autorin der Studie, Sabine Andresen, sagte. Viele Menschen würden denken, es gehe sie nichts an, was hinter der Haustür einer Familie vor sich gehe, erklärte Andresen.

Auch bei Fachkräften der Jugendämter sei diese Scheu vorhanden gewesen, hätten Opfer von Missbrauch der Kommission berichtet. Den Kindern werde von den Tätern vermittelt, alles was in der Familie passiere, bleibe auch in der Familie.

Für die Kinder als Opfer in den Familien gab es keine offiziellen Ansprechpartner für Hilferufe.
Sabine Andresen

Dringend nötig sei die weitere Aufarbeitung, sagte Andresen. Das betreffe besonders auch die Jugendämter und ihr Agieren in den letzten Jahrzehnten.

Täter waren überwiegend männlich

Laut 870 ausgewerteten Berichten aus den vergangenen Jahren über frühere Taten waren die Täter ganz überwiegend Männer und die Opfer meist Mädchen. 87 Prozent männliche und 13 Prozent weibliche Täter wurden in der Studie festgestellt. Zum sexuellen Missbrauch zählten Vergewaltigung, aber zum Beispiel auch Handlungen wie Reiben und Berühren über der Kleidung.

Fast die Hälfte der 1.153 angegebenen Täter (48 Prozent) waren leibliche Väter, Pflegeväter und Stiefväter. Außerdem nannten die Opfer Groß- und Stiefonkel, Brüder, Großväter und andere Verwandte. Zehn Prozent der Täter und Mittäter waren Mütter.

Opfer meist Mädchen

Unter den Opfern waren knapp 89 Prozent Mädchen und weibliche Jugendliche und 10 Prozent männlich. In einigen Fällen wurde das Geschlecht nicht angegeben. Die jüngsten Menschen, die sich an die Kommission wandten, waren zwischen 16 und 21 Jahre alt, die ältesten zwischen 76 und 80 Jahre. Die meisten Berichte stammten von Menschen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren.

Die Opfer wurden von den Tätern bedroht, geschlagen oder regelrecht verprügelt. Andere Familienangehörige, besonders Mütter, halfen ihnen oft nicht und duldeten den Missbrauch. Ebenso fehlte Hilfe von Schule oder Jugendämtern. Betroffene berichteten, dass sie als Kind nicht ernst genommen wurden und ihnen nicht geglaubt wurde, wenn sie versuchten, sich Hilfe zu holen.

Bei sexuellem Missbrauch von Kindern ist die Dunkelziffer hoch.

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