ZDFheute

Etwa 300 Tonnen Gasöl ausgelaufen

Sie sind hier:

Shell-Raffinerie in Köln - Etwa 300 Tonnen Gasöl ausgelaufen

Datum:

Bei einem erneuten Zwischenfall in der Rheinland-Raffinerie von Shell in Köln sind etwa 300 Tonnen leichtes Gasöl ausgetreten. Der Umweltverband BUND fordert strengere Prüfungen.

Shell-Raffinerie in Köln am 22.07.2020
In der Shell-Raffinerie in Köln-Godorf kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Zwischenfällen.
Quelle: dpa

Es ist ein Ungetüm, von der Autobahn 555 zwischen Köln und Bonn aus nicht zu übersehen: die Shell Raffinerie Rheinland ist die größte Raffinerie Deutschlands. Sie ist aber auch die älteste und offenbar ist sie besonders anfällig für Störfälle. Jetzt ist schon wieder Öl aus einer Leitung ausgetreten.

Ursache war Leck in der Leitung

Wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab, sind etwa 350.000 Liter beziehungsweise 300 Tonnen leichtes Gasöl in den Boden gelangt, das entspricht etwa 30 Lkw-Ladungen.

Als Ursache nennt ein Shell-Sprecher ein Leck in einer Leitung: "Nach den Untersuchungen ist davon auszugehen, dass das Mantelrohr, welches die Produktleitung umgibt, bei unsachgemäßen Straßenbauarbeiten beschädigt wurde. Das hat zur Korrosion an der Produktleitung und im Ergebnis zu einer 1,5 Millimeter großen Leckagestelle geführt."

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schon seit drei Jahren Mängel

Schon Anfang April hatte Shell das Leck entdeckt. Man habe sofort "Maßnahmen eingeleitet, um das Produkt an der Ausbreitung zu hindern". Der Grundwasserspiegel sei an zwei Stellen mit Pumpen abgesenkt worden, so dass sich das ausgetretene Leichtöl an der Oberfläche sammeln kann. Dort wird es dann abgepumpt und entsorgt. Die Kölner Bezirksregierung hat als Aufsichtsbehörde die Sanierung verfügt.

Erst im Februar war bekannt geworden, dass Kontrolleure in den drei Jahren zuvor bei drei von vier Inspektionen Mängel gefunden hatten. Bei sieben von insgesamt 33 Inspektionen hatte die Bezirksregierung sogar erhebliche Mängel festgestellt. 2019 gab es 23 meldepflichtige Ereignisse, sechs Mal wurden Chemikalien freigesetzt.

Immer wieder schwere Zwischenfälle

Immer wieder kam es in der Vergangenheit in der Raffinerie zu schweren Zwischenfällen: im März 2000 brach wegen eines technischen Defekts ein Großfeuer aus und richtete laut Shell einen Schaden in Höhe von 20 Millionen Euro an. Im Frühjahr 2012 sickerte aus einer unterirdischen Pipeline eine Million Liter Kerosin ins Erdreich, im Oktober 2012 waren es 100 Liter Rohbenzin.

Im Januar 2014 explodierte und brannte bei einer Feuerwehr-Übung ein Toluol-Tank, weil Rohrleitungen falsch beschriftet waren. Im September floss eine unbekannte Menge Toluol ins Erdreich.

BUND: Millionen Liter Grundwasser verseucht

Paul Kröfges vom Umweltverband BUND beobachtet die Vorfälle im Kölner Süden seit vielen Jahren: "Es ist besorgniserregend, dass so etwas acht Jahre nach dem Kerosin-Austritt wieder passiert. Da gibt es bei Shell offenbar massive Versäumisse. Das ist nicht akzeptabel", sagt er im Gespräch mit ZDFheute. Er fürchtet, dass "zig Millionen Liter Grundwasser verseucht" sein könnten und fordert die Bezirksregierung auf, die Kontrollen bei Shell zu verschärfen.

Laut Shell sei das veunreinigte Gebiet "klar auf das Raffineriegelände beschränkt". Die Grundwassermessstellen würden im Zwei-Wochen-Rhythmus auf Schadstoffe untersucht.

Bezirksregierung: Rohrleitung bereits seit August 2019 undicht

Die Bezirksregierung teilte gegenüber ZDFheute am Mittwochnachmittag mit: "Im Gutachterbericht ist angegeben, dass am 21.08.2019 eine Undichtigkeit an der Rohrleitung innerhalb einer Straßendurchführung festgestellt wurde."

Shell sei laut Bezirksregierung davon ausgegangen, dass dabei nur ein inneres, produktführendes Rohr betroffen sei und dass ein im Bereich der Straße vorhandenes äußeres Schutzrohr eine Boden- und Grundwasserverunreinigung verhindert habe. Die Bezirksregierung hält fest: Shell habe zu diesem Zeitpunkt keine Mitteilung an die Bezirksregierung gemacht. "Ob diese Undichtigkeit im August 2019 hätte gemeldet werden müssen, ist noch nicht abschließend beurteilt", heißt es in der Mitteilung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.