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Russisches Bergwerk - Sibirien: Mehr als 50 Tote bei Grubenunglück

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Bei einem schweren Grubenunglück im Westen Sibiriens sind mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Darunter sollen auch mehrere Rettungskräfte sein. Erste Tote wurden geborgen.

Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge stehen in der Nähe des Kohlebergwerks "Listwjaschnaja" außerhalb der sibirischen Stadt Kemerowo, etwa 3.000 Kilometer östlich von Moskau.
Das Unglücksbergwerk liegt in Sibirien, rund 3.000 Kilometer östlich von Moskau.
Quelle: dpa

Bei dem schwersten Grubenunglück in Russland seit Jahren sind im Westen Sibiriens 52 Menschen ums Leben gekommen. Das meldeten die Staatsagenturen Tass und Ria Nowosti am Donnerstagabend übereinstimmend unter Berufung auf den Rettungsdienst.

Darunter seien sechs Rettungskräfte gewesen, die bei Sucharbeiten in dem Bergwerk starben. Über Stunden galten mehr als 30 Bergleute als vermisst. Hoffnungen, Überlebende zu finden, waren gering. Inzwischen wurden mehrere Tote geborgen. Experten rechnen damit, dass es wegen Explosionsgefahr Tage dauern könnte, bis alle Toten aus der Grube geborgen werden können.

In Sibirien sind mindestens elf Bergarbeiter bei einem Minenbrand gestorben und mehr als 40 verletzt. Die Rettungsarbeiten mussten aufgrund von Explosionsgefahr abgebrochen werden.

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Ursache für Explosion noch unklar

In dem Bergwerk hatte sich am Donnerstagmorgen aus zunächst unbekannter Ursache eine Explosion ereignet. Kurz darauf hatten die Behörden zunächst elf Todesopfer bestätigt. Im Laufe des Tages brach der Kontakt zu einem Suchteam unter Tage ab. Insgesamt wurden nach Angaben des Zivilschutzes 239 Arbeiter aus dem Schacht "Listwjaschnaja" im Kusnezker Kohlebecken (Kusbass) gerettet.

Mehr als 40 von ihnen seien in Krankenhäusern, teilte der Gouverneur des Gebiets Kemerowo, Sergej Ziwiljow, mit. Er besuchte Verletzte im Krankenhaus.

Präsident Putin spricht von "Tragödie"

Über Stunden war der Zustand der Bergarbeiter im Schacht unklar. Die Grubengänge seien stark mit Rauch gefüllt, hieß es. Die Arbeiter könnten sich nicht selbst retten. Die Sucharbeiten mussten Stunden nach dem Unglück wegen Explosionsgefahr vorübergehend unterbrochen werden. Zudem war der Kontakt zu den Rettungskräften abgebrochen.

Die Explosion soll sich in 250 Metern Tiefe ereignet haben. Der russische Präsident Wladimir Putin drückte den Angehörigen der Opfer der "Tragödie" sein Beileid aus und ordnete an, den Hinterbliebenen und Überlebenden zu helfen.

Nach Angaben der Ermittler wurden der 47-jährige Bergwerksdirektor, sein Stellvertreter und ein Abteilungsleiter festgenommen. Sie müssten sich wegen Verletzung von Arbeitsvorschriften verantworten.

Das Gebiet um das 1954 eröffnete Bergwerk wurde abgesperrt. Psychologen betreuten Angehörige. Der Gouverneur ordnete eine Überprüfung aller Bergwerke in der Region an und setzte eine dreitägige Trauer an - von diesem Freitag bis Sonntag.

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In dem Bergwerk gab es schon 2004 eine Explosion mit 13 Toten

Die Arbeit im Kohlebergbau in Russland gilt als lebensgefährlich. Wegen Verstößen gegen elementare Sicherheitsvorschriften kommt es dort immer wieder zu schweren Unglücken. Oft explodiert etwa Methangas. Das leicht entzündliche Grubengas wird durch die Arbeiten im Bergbau freigesetzt und sammelt sich bei schlechter Belüftung in den Schächten und Strecken unter Tage an.

In dem jetzt betroffenen Bergwerk gab es bereits 2004 eine Explosion mit 13 Toten. Bei dem schwersten Grubenunglück der vergangenen Jahre in Russland waren im März 2007 insgesamt 107 Menschen in der Stadt Nowokusnezk in Sibirien ums Leben gekommen. 91 Tote hatte es 2010 bei zwei Methan-Explosionen in dem Ort Meschduretschensk in Sibirien gegeben.

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